Dietikon

Kein Lift für das Zentralschulhaus wegen zu hoher Kosten

Für gebehinderte Schüler ist und bleibt das Zentralschulhaus tabu.

Für gebehinderte Schüler ist und bleibt das Zentralschulhaus tabu.

Obwohl das Zentralschulhaus in Dietikon in seiner jetzigen Form die Ansprüche an eine behindertengerechte Bildungsstätte nicht erfüllt, kann die Stadt aus Kostengründen vorläufig nichts daran ändern.

So lautet die Antwort des Stadtrates auf das Postulat der Gemeinderätin Catherine Peer.

Die Sozialdemokratin und elf Mitunterzeichner verlangten von der Exekutive, den Einbau eines Lifts oder eines Treppenlifts zu prüfen. Diese Prüfung ergab, dass nur der Trakt C für ein solches Vorhaben geeignet wäre. Der Grund: Er steht nicht wie Trakt A im kantonalen Inventar der Denkmalpflege.

Trotzdem hat es Schulzimmer sowie sämtliche Spezialräume wie Lernateliers, Schulküche, Physik- und Handarbeitsräume. Zudem hat es im Gegensatz zum Trakt B einen Zugang zu den Werkräumen im Untergeschoss. «Ein gehbehinderter Sekundarschüler kann in diesem Trakt vollumfänglich unterrichtet werden», schreibt der Stadtrat.

Ausserdem werden neben dem Unterricht der 600 Schüler viele Veranstaltungen durchgeführt. Pro Jahr finden rund 110 ebendieser im 4. Obergeschoss des Traktes C - dem Singsaal - statt.

Drei Varianten aber nur eine Lösung

Für den Stadtrat kommen drei Varianten infrage: Ein Aufzug im Gebäudetrakt C, einer ausserhalb des Gebäudes oder ein Treppenlift. Bei der Prüfung der Machbarkeit hat sich jedoch herausgestellt, dass ein Aufzug ausserhalb des Gebäudes nicht realisierbar ist, da gewisse Räume oder Geschosse nicht erschlossen werden können.

Auch die Möglichkeit eines Treppenlifts wurde vom Stadtrat verworfen. Dieser sei erstens zu langsam und schränke die Benutzung der Treppe zu stark ein, auch wenn er mit Kosten von 70 000 Franken die weitaus günstigste Variante wäre.

Der Stadtrat favorisiert einen Aufzug innerhalb des Gebäudes, da für einen solchen nur durch geringfügige Anpassungen der Nasszellen genügend Raum geschaffen werden könne. Für diese Variante werden Kosten von 670 000 Franken prognostiziert. Die städtische Finanzlage lasse eine solche Massnahme jedoch nicht zu. Daraus folgert die Exekutive, dass der Liftbau für eine künftige Gesamtsanierung vorgemerkt werde.

Die Alternative liegt anderswo

Die Dietiker Exekutive zeigt in ihrer Antwort auf, dass es auch andere Möglichkeiten für gehbehinderte Schüler gibt - einfach nicht auf Dietiker Stadtgebiet. So können diese in eine öffentliche, behindertengerecht ausgestattete Schule einer Nachbargemeinde oder in eine Privatschule geschickt werden.

Der erste Fall ergebe mit Schulgeld und Transportkosten einen Betrag von 22 000 Franken pro Jahr und Kind, für den die Stadt aufkommen müsse, schreibt die Stadt. Welche Lösung in bisherigen Fällen angewandt wurde, konnte nicht mehr eruiert werden, da vor zehn Jahren das letzte gehbehinderte Kind in Dietikon zur Schule ging.

Im Jahr 2014 wird das Thema jedoch wieder aktuell: «Ein gehbehindertes Kind besucht momentan die 6. Klasse im Schulhaus Steinmürli. Diesem muss nächstes Jahr zwingend ein Angebot gemacht werden», so das Fazit der Exekutive.

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