Teilprojekt Oetwil
Kehrtwende kurz vor Baustart: Wärmeleitung kommt doch nicht unter die Limmattalstrasse

Kurz vor Baustart hat die Limeco einen Teil ihres Regiowärme-Ausbaus gestoppt. Neu plant sie, die Leitungen in der Halden- statt der Limmattalstrasse zu bauen. Gemeinde und Kanton sind darob nicht erfreut.

David Egger
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Hier sollen die Regiowärme-Leitungen durch: die Haldenstrasse in Oetwil, die an die Geroldswiler Buebenaustrasse anschliesst.

Hier sollen die Regiowärme-Leitungen durch: die Haldenstrasse in Oetwil, die an die Geroldswiler Buebenaustrasse anschliesst.

TAM

Eigentlich hätte die Limeco heute in einer Woche beginnen sollen, die Limmattalstrasse in Oetwil zwischen dem Kreisel Mutschellenstrasse und der Einmündung der Dorfstrasse aufzureissen, um dort Regiowärme-Leitungen zu verlegen. Ende Juni 2017 hätte dann das Zürcher Tiefbauamt mit der Neugestaltung der Limmattalstrasse begonnen. Doch jetzt verteilt das Tiefbauamt ganz andere Flugblätter in die Oetwiler Briefkästen. Darin heisst es: «Erst vor wenigen Tagen hat uns die Limeco mitgeteilt, dass sie auf den Bau der Wärmeleitung verzichtet.»

Darum wird nun die Limmattalstrasse erst Ende Juni aufgerissen. Das hat Auswirkungen auf die Grossumleitung zwischen Oetwil und Weiningen. Ab 18. April werden nur die Weininger Umfahrungsstrasse und die Limmattalstrasse in Geroldswil und im Osten Oetwils halbseitig gesperrt. Westlich der Einmündung der Oetwiler Dorfstrasse bleibt die Limmattalstrasse bis Ende Juni normal befahrbar. Das dürfte die Anwohner der Dorfstrasse freuen: Sie können zweieinhalb Monate länger als erwartet die Ruhe im Quartier geniessen – erst dann fährt der grosse Verkehr vor ihren Häusern und am Kindergarten Oberdorf vorbei.

Kostenersparnis: 1,1 Millionen Franken

Grund für die kurzfristige Planänderung ist das Geld. Die Limeco hat sich in der Grobplanung an budgetierten Kosten von rund 4,5 Millionen Franken für die Regiowärme in Oetwil orientiert. «Nun hat die Detailplanung unseres Ingenieurs vor rund zwei Wochen gezeigt, dass die gesamten Kosten für die Regiowärmeerschliessung von Oetwil bei 5,6 Millionen Franken liegen würden, wenn wir die Leitung in der Limmattalstrasse verlegen», sagt Patrik Feusi, Geschäftsführer der Limeco. Konkret hätten mit dem bisher geplanten Projekt an einer kritischen Stelle sogenannte Pressbohrungen gemacht werden müssen. «Das kommt viel teurer als das übliche, offene Grabverfahren», so Feusi. Nun plant die Limeco eine neue Linienführung, bei der sie dank Grabverfahren den Kostenrahmen von 4,5 Millionen Franken einhalten kann. Statt von der Geroldswiler Huebwiesenstrasse über die Oetwiler Schweizäckerstrasse in die Limmattalstrasse soll die Leitung nun von der Huebwiesenstrasse unter der Limmattalstrasse hindurch in die Buebenaustrasse gehen. Von dort soll sie in Oetwil dann unter der Haldenstrasse, der Rebackerstrasse und der Limmatwiesenstrasse bis zum Bohnäcker am westlichen Dorfrand verlaufen.

Die Limeco teilte ihren Kurswechsel dem Kanton am 4. April mit. «Eine frühere Information wäre wünschenswert gewesen», sagt der Sprecher der Zürcher Baudirektion, Thomas Maag. Auf die Baukosten des Tiefbauamts habe die Sache keinen Einfluss. Es würden aber Mehraufwendungen wegen des geänderten Umleitungskonzepts entstehen.

Keine Freude auch beim Oetwiler Gemeinderat: Er hätte sich gewünscht, dass mit der Leitungsverlegung unter der Limmattalstrasse zwei Fliegen (respektive Baustellen) mit einer Klappe geschlagen werden. «Wir sind nicht glücklich mit der neuen Situation», sagt Gemeindepräsident Paul Studer. Man sei aber froh, dass der Kanton einen Teil der Limmattalstrasse noch bis Ende Juni offen hält, da dort keine Bauarbeiten stattfinden. Bei der Limeco versteht man den Unmut ob der Änderung, wie Geschäftsführer Feusi sagt. «Im übergeordneten Interesse des Gesamtprojekts war der Entscheid aber notwendig, damit wir nicht mehr Geld ausgeben als nötig», so Feusi weiter. Die Änderung habe sich leider nicht früher abgezeichnet. Die Detailplanung der neuen Linienführung unter der Haldenstrasse soll nun bis Ende Jahr fertig sein. 2019 oder 2020 sollen dann die Bauarbeiten starten. Bis dann – beziehungsweise bis im Frühling 2018 – ist der Umbau der Limmattalstrasse in Oetwil fertig.

Geroldswiler Projekt vor Gericht

Übrigens: Wie Thomas Maag sagt, läuft in Oetwil noch die Beschwerdefrist bezüglich der Festsetzung des Projekts Limmattalstrasse durch den Regierungsrat. In Geroldswil hat sich innert Frist eine Person ans Verwaltungsgericht gewendet. Ob diese Beschwerde aufschiebende Wirkung hat, ist noch offen.