Tierquälerei
Katze wird von Ehemann hingerichtet

Bei einem heftigen Ehestreit hat ein Software-Ingenieur aus Adliswil die Hauskatze seiner Frau brutal getötet. Nun wurde er neben einer bedingten Geldstrafe zu einer happigen Busse verurteilt.

Attila Szenogrady
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Katze wird von Ehemann hingerichtet.

Katze wird von Ehemann hingerichtet.

Limmattaler Zeitung

Es war mitten am Nachmittag, als ein Rosenkrieg in Adliswil eskalierte. Ein heute 33-jähriger Software-Ingenieur stritt in der ehelichen Wohnung heftig mit seiner Frau und rastete plötzlich völlig aus.

Zuerst beschädigte er diverses Mobiliar, indem er mit seinen Fäusten und Füssen auf die Gegenstände einschlug und eintrat. Unter anderem zerstörte er dabei mutwillig den Flachbildschirm eines TV-Gerätes, das der Frau gehörte.

Büsi der Frau brutal hingerichtet

Da es der Geschädigten nun zu viel wurde, rannte sie aus der Wohnung – zum Unwillen des zornigen Beschuldigten, der nun seine Wut an der Hauskatze seiner Partnerin ausliess.

Er packte das Büsi und legte dieses auf das Bett, wo er ihm zuerst mit einem Messer die Kehle durchschnitt.

Dann rannte er mit der blutenden Hauskatze durch die ganze Wohnung und schlug das arme Geschöpf in verschiedenen Zimmern mit voller Wucht gegen mehrere Wände.

Zuletzt katapultierte er die Katze über ein Bücherregal, wonach sie tot liegen blieb.

Hohe Geldstrafe und Busse

Die Tat vom 12. Oktober 2015 zog nun für den EDV-Spezialisten strafrechtliche Folgen nach sich.

So leitete die eingeschaltete Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis eine Strafuntersuchung gegen ihn ein und befand ihn vor einem Monat per Strafbefehl für schuldig.

In dem nun eröffneten und in Dietikon aufgelegten Entscheid wurde der offenbar gut verdienende Täter wegen Tierquälerei sowie Sachbeschädigung zu einer hohen, aber noch bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 210 Franken, also insgesamt 31 500 Franken verurteilt, bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Hinzu kommt eine happige, zu bezahlende Busse von 6300 Franken. Nicht zuletzt soll er die Verfahrenskosten von 1045 Franken tragen. Den angerichteten Sachschaden bezifferten die Anklagebehörden auf rund 1800 Franken.

Tierquäler muss zum Psychiater

Ein Nebenpunkt des rechtskräftigen Urteils lässt aufhorchen. Da die zuständige Staatsanwältin schrieb, dass die vorsätzliche Tötung des Büsis «ohne jegliche nachvollziehbare Veranlassung» geschehen sei und sie deshalb von psychischen Auffälligkeiten des Täters ausgehe, erteilten ihm die Untersuchungsbehörden trotz voller Schuldfähigkeit die Weisung, sich einer ärztlichen psychiatrischen Therapie zu unterziehen.

Dass hier nicht nur eine Kann-Vorschrift gemeint ist, beweist die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft das Amt für Justizvollzug mit der Überwachung der aussergewöhnlichen Massnahme beauftragt hat.

Aus dem Strafbefehl geht auch hervor, dass das Adliswiler Ehepaar trotz der gravierenden Vorfälle noch an der gleichen Adresse zusammenlebt.