Mein Verein

Kathrin Schmidtke findet: Jeder soll schwitzen dürfen

Kathrin Schmidtke zeigt im Studio in Dietikon die Übungen vor.

Kathrin Schmidtke zeigt im Studio in Dietikon die Übungen vor.

Sport ist essentiell für die psychische und physische Gesundheit des Menschen. Viele Kurse und Mitgliedschaften sind jedoch sehr kostenintensiv. Das Aerogym in Dietikon stellt sich gegen diesen Trend.

Die Beine und Bäuche sind angespannt, der Schweiss läuft. «Eins, zwei, tief und nochmals», ruft Kathrin Schmidtke, Leiterin und Trainerin von Aerogym im Alters- und Gesundheitszentrum in Dietikon. Im Takt bewegen sich die durchschnittlich 40-jährigen Frauen zu Musik aus den Charts.

Manchmal ist ein Lachen zu vernehmen, wenn eine Übung nicht auf Anhieb funktioniert. «Das stört aber niemanden, wir sind eine lockere Truppe», sagt Schmidtke.

Günstiges Angebot für jeden

Die 41-Jährige leitet ihre Aerogymkurse bereits seit elf Jahren. Für sechs Franken pro Stunde können sich Sportbegeisterte zweimal wöchentlich auspowern. Die Idee, günstig Sport zu treiben, entstand vor knapp 25 Jahren. Damals riefen ein paar Fitnessinstruktorinnen ein Angebot neben dem teuren Fitnesscenter ins Leben.

Schmidtke, die hauptberuflich im «Ladies Gym» als Fitnesstrainerin arbeitet, wurde angefragt, mitzumachen, und sagte sofort zu. Ihr gefiel die Idee, dass jedem die Möglichkeit geboten wird, sich sportlich zu betätigen. Denn für sie bedeutet Sport treiben zu können Lebensqualität.

Bereits in jungen Jahren betrieb sie aktiv Leichtathletik und liess sich zur Rettungsschwimmerin ausbilden. «Früher war Sport alles für mich», sagt sie. Nebenbei achtete sie diszipliniert auf ihre Ernährung. «Ein Stück Schokolade lag nicht drin», so Schmidtke.

In ihrer Jugend trieb sie Sport, um schlank zu bleiben und gut auszusehen. «Ich rannte einem Schönheitsideal nach, obwohl einem Sport viel mehr gibt, als nur ein Pfund nach dem anderen loszuwerden», findet sie heute.

«Alles in Massen»

Der Sport nimmt zwar immer noch einen wichtigen Teil in Schmidtkes Leben neben der Familie ein, trotzdem gönne sie sich auch mal was. «Es ist mir wichtig mich mit dem Sport fit zu halten und meinem Körper etwas Gutes zu tun», sagt sie. Dazu gehört auch eine gesunde Ernährung. Aber zu streng dürfe man auch nicht mit sich selber sein.

«Ein Gläschen Wein oder auch was Süsses gönne ich mir regelmässig – das muss einfach sein», gesteht sie und lacht. Ihr Motto: «Alles in Massen». Ausserdem wisse jeder selber, was einem guttut.

Dieses Lebensgefühl will sie an ihre Aerogym-Gruppe weitergeben. Jeder soll Sport treiben, aber dabei auf seinen Rhythmus hören. Das sei enorm wichtig, denn wer sich verkrampft, weil er mehr von sich erwartet, habe kein Vergnügen sich zu bewegen.

Darum ist es Schmidtke ein Anliegen, in ihren Trainings Spass zu vermitteln. «Ich freue mich ausserdem immer, wenn jemand neugierig ist und in die Trainings reinschaut», sagt sie.

Auch Männer sind willkommen

Mittlerweile ist Schmidtke als einzige Trainerin von Aerogym übrig geblieben. Die Kurse aufgeben, will sie aber auf keinen Fall. «Die Kursteilnehmerinnen kommen gern und ich versuche immer wieder Neues, wie Yoga, Kraft und Ausdauer oder Pilates mit in die Stunden einzubauen», sagt sie.

Auch würden Teilnehmerinnen Ideen mitbringen. So habe erst kürzlich der Bauchtanz das Training dominiert. «Ich bin da offen», so Schmidtke. Etwas anderes kennen zu lernen, sei auch für sie eine Bereicherung. Gerne würde sie am Abend unterrichten, denn die meisten seien tagsüber beruflich ausgelastet. «Zudem hat die Gruppe noch Kapazität – auch für Männer», sagt sie.

Meistgesehen

Artboard 1