Dietikon
Katholiken fordern neue Route für die Limmattalbahn

Den Dietiker Katholiken geht die geplante Linienführung der Limmattalbahn beim Bahnhof Dietikon gegen den Strich. Die Bahn soll über die Bahnhofstrasse fahren statt über den Kirchplatz, finden sie und verlangen eine Verlegung der Route.

Bettina Hamilton-Irvine
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Die geplante Route der Limmattalbahn führe zu nahe an der Liegenschaft «Bären» vorbei, finden die Dietiker Katholiken.

Die geplante Route der Limmattalbahn führe zu nahe an der Liegenschaft «Bären» vorbei, finden die Dietiker Katholiken.

ZVG/ Visualisierung

Dass die Bahn hier über den Kirchplatz und rund um den «Bären» fahren soll, um dann beim Bahnhof der Bremgarten-Dietikon-Bahn zu halten, sei keine gute Idee, sagt Karl Geiger, Präsident der Kirchenpflege.

Konkret stören sich die Katholiken an drei Punkten: Einerseits wäre die Zufahrt zu den Liegenschaften Kirche St.Agatha, Pfarrhaus, Pfarreizentrum und Restaurant Bären, die alle der Kirchgemeinde gehören, «massiv eingeschränkt», wie Geiger sagt. Andererseits würden die Gleise so nahe am «Bären» vorbeigeführt, dass Umbauten am Gebäudeeingang nötig würden. Zudem befürchte man, dass Lärm und Erschütterungen entlang der Kirche nicht mehr akzeptabel wären, wenn nebst der Bremgarten-Dietikon-Bahn auch noch die Limmattalbahn den Kirchplatz überqueren würde. Für Geiger ist ausserdem klar: «Wenn man neben den BD-Bahnhof noch die Haltestelle der Limmattalbahn reinpackt, wird es für alle unangenehm.»

Externes Gutachten eingeholt

Dies sei jedoch nicht nur seine persönliche Meinung, erklärt Geiger: Die Kirchenpflege habe ein renommiertes Zürcher Verkehrsplanungsbüro beigezogen, welches ein entsprechendes Gutachten erstellt habe. «Dieses kommt ganz klar zum Schluss, dass die geplante Haltestelle nicht funktionieren kann, weil die Platzverhältnisse zu eng sind.»

So wird die Limmattalbahn aussehen
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So könnte die Limmattalbahn in 10 Jahren aussehen.

So wird die Limmattalbahn aussehen

Man müsse sich bewusst sein, so Geiger, dass der Bahnhof Dietikon der grösste Umsteigeknoten auf der ganzen Strecke der Limmattalbahn sei. Es sei unsinnig, diese stark frequentierte Haltestelle direkt neben dem BD-Bahnhof zu planen: «Man kann es drehen und wenden, wie man will, es kommt nichts Gutes dabei heraus.»

Die katholische Kirchenpflege fordert deshalb, dass die Haltestelle beim BD-Bahnhof Richtung Zürich in den Bereich des heutigen Veloabstellplatzes verschoben wird. Zudem soll die Zu- und Wegfahrt statt über den Kirchplatz über die Bahnhofstrasse erfolgen. Damit könne man gleichzeitig auch der sich abzeichnenden Opposition der Bevölkerung gegen eine zweite Bahn und doppelspurige Gleise auf dem Kirchplatz begegnen. Man habe sich mit diesem Vorschlag bereits an die Verantwortlichen der Limmattalbahn AG gewendet, sagt Geiger.

«Es ist uns ernst»

Julie Stucki, Leiterin Kommunikation der Limmattalbahn AG, bestätigt, dass eine entsprechende Sitzung stattgefunden habe und man Kenntnis habe vom externen Gutachten. Sie relativiert jedoch zwei der darin vorgebrachten Punkte: «Die Untersuchungen im Vorprojekt haben ergeben, dass die gewählte Lösung im Bereich des Bahnhofs Dietikon machbar ist.» Zudem sei auch die Erschliessung der Liegenschaften der Kirchgemeinde weiterhin gewährleistet.

Hingegen werde man die Kurvenradien um den «Bären» im momentan laufenden Bauprojekt noch einmal überprüfen und wo möglich optimieren, so Stucki. Dies gelte ebenso für die Detailplanung des Raums rund um den Bahnhof. Man werde in diesem Sinne auch den Vorschlag der katholischen Kirchenpflege genau prüfen, damit man eine «fundierte Antwort» geben könne.

Dies ist zentral für die Dietiker Katholiken, wie Geiger erklärt: «Ich habe Vertrauen, dass unser Anliegen aufgenommen wird und wir wieder kontaktiert werden.» Wie die Chancen auf eine angepasste Linienführung stünden, könne er aber nicht sagen, so Geiger. Doch: «Es ist uns ernst.»