Nun hat auch die katholische Kirchgemeinde ihre Einsprache zur Linienführung der Limmattalbahn zurückgezogen, wie die Kirchenpflege an der Kirchgemeindeversammlung vom Montagabend bekannt gab. Die Kirchenpflege hatte den Entscheid zwar schon im Frühling des vergangenen Jahres akzeptiert, wenn auch zähneknirschend. Damals zog die Stadt Dietikon ihre Einsprache zurück, nachdem sie in Verhandlungen mit der Limmattalbahn AG eine Kompromisslösung für die umstrittene Linienführung im Zentrum finden konnte. Die Katholiken hingegen wollten ihre Einsprache, die nebst der Linienführung auch verschiedene Detailpunkte betraf, nicht zurückziehen.

Nun haben die Verhandlungen mit der Limmattalbahn AG gefruchtet. Der Kirchgemeinde blieb allerdings auch nicht viel anderes übrig, als einzulenken. In einer Mitteilung schreibt Kirchenpflegepräsident Karl Geiger: «Da die Stadtbehörden zusammen mit den Beteiligten im Einigungsprozess auf die Linienführung nach den Plänen der Limmattalbahn AG umgeschwenkt sind, war unsere Einsprache chancenlos geworden.»

Dennoch haben die Verhandlungen zumindest im Detailbereich zu Änderungen des Projekts im Sinne der Kirchgemeinde geführt. So konnten sie erwirken, dass die Gleise im Bereich Kirchplatz und Bären «geringfügig nach Westen verschoben» werden, wie Geiger auf Anfrage erklärt. Zudem werde die Zufahrt zur öffentlichen Tiefgarage nun erleichtert und mittels Lichtsignal sicherer gestaltet. Mit einem etwas grösseren Gleisradius kann zudem der Gartenbereich des Restaurants Bären «beibehalten und sogar noch um ein paar Sitze vergrössert werden». Unter den Umständen ist Geiger zufrieden mit dem Resultat: «Wir haben alles herausgeholt, was noch möglich war.»

Die Einsprache der Dietiker Katholiken war nur eine von insgesamt 229. Bei rund der Hälfte konnte mittlerweile eine Einigung erzielt werden, ein Viertel ist noch in Bearbeitung, den Rest hat die Limmattalbahn AG ans Bundesamt für Verkehr überwiesen. Nach dem Entscheid des Bundesamts wäre auch ein Weiterzug bis vor Bundesgericht möglich. Dies sollte aber weder dem erhofften Termin für die Baubewilligung (Herbst 2016) noch dem des Baustarts (Herbst 2017) im Weg stehen. Die meisten der überwiesenen Einsprachen betreffen nämlich das Schlieremer Spitalquartier, wie Gesamtprojektleiter Daniel Issler kürzlich erklärte. Dieser Abschnitt der 13,4 Kilometer langen Bahn ist Teil der zweiten Etappe, die erst zwischen 2019 und 2022 realisiert werden soll. Auch ein Betreiber ist mittlerweile gefunden: Vor wenigen Wochen entschied die BDWM AG das Rennen für sich.