Monika Schmucki begrüsst die gispelig-gespannte Gästeschar: «Schön, dass ihr alle da seid. Ich glaube, der Kasperli ist schon in die Hosen gestiegen und freut sich jetzt auf seinen Auftritt mit all den kunterbunten Tieren.» Zum ersten Mal sitzen an diesem Donnerstagnachmittag insgesamt vierzig Kinder und Erwachsene in der Anfang Juli neu eröffneten Kasperlibühne an der Zürcherstrasse 43. Die Puppenspielerin wünscht Klein und Gross recht viel Vergnügen während dieser fünfzig Minuten. Ins rechte Licht gerückt wird das zauberhafte Kaspertheater von Heinrich Kohler.

Grandioses Zirkusspektakel

Auf der Violine spielt der Musiker und Schauspieler Christian Strässle zu Beginn das Lied «Dar i nöd es bitzeli luschtig sii». Rotzefrech stimmt der Kaspar in den Gesang ein. Auch er heisst das Publikum zum grandiosen Zirkusspektakel herzlich willkommen. Er stellt einen grossartigen Direktor vor - natürlich der Kasper höchstpersönlich.

Vollmundig führt der rotzipflige Zirkusdirektor dem Publikum mit grosser Freude und gehörigem Stolz all seine lustigen und liebenswerten Artisten vor. Da bockt der Esel Galoppello. Der freche Rabe Schaaggi will partout nicht Guten Tag sagen. Die beiden vorwitzigen Mäuschen Pepsi und Pipsi spielen vergnügt mit bunten Bällen. Und Mister Krokodil swingt gekonnt auf dem rauchenden Saxofon. Wobei Kasper selbst auch mal als Tierbändiger und Feuerwehrmann einspringen muss.

Vielseitiges Einmannorchester

Zum Schluss sind da noch die fidelen Affen Bingo und Bongo aus dem Kongo. Die beiden vollführen - wie könnte es anders sein - ein wahres Affentheater. Unterstützt wird Kasper vom furiosen Musiker Jehudi Pizzicato alias Christian Strässle.

Aus Spargründen bestreitet dieser gleich das gesamte Zirkusorchester als Oberkapellmeister, Paukist, Stehgeiger, Flötist und - nur dank Kasperlis Überredungskünsten - als Fakir. Er wird dabei kräftig unterstützt vom lauten Jubel der Kinder. Besonders beim wilden Schlangentanz geraten die Kleinsten schier aus dem Häuschen.

Valeria Leuzinger vom Kinderhaus Loki beim Bahnhof Dietikon hat die Premiere in der neuen Kasperlibühne mit dreizehn Kindergärtlern erlebt: «Das Stück war teilweise etwas ‹gfürchig›, aber dennoch sehr lustig und spannend.» Till war besonders vom vorlauten Raben Schaaggi beeindruckt. «Mir haben die beiden Mäuschen Pepsi und Pipsi prima gefallen», sagte Lara. Und Sevi hatte vor allem Spass an der wirbligen Schlange, am Esel Galoppello und am Fakir mit dem Nagelbrett.
Weitere Aufführungen: Samstag, 28. September, und Sonntag, 29. September um 14.30 Uhr, Zürcherstrasse 43, Dietikon.