Dietikon

Karl Klenk wird geehrt – auf zwei Stockwerken im Ortsmuseum

Der 2017 verstorbene Dietiker Sekundarschullehrer und Ehrenbürger wird in einer Ausstellung geehrt.

Als Karl Klenk 2017 mit knapp 105 Jahren verstarb, verlor Dietikon ein wahres Stadtoriginal. Einen progressiven Denker, dem es schon vor 80 Jahren ein Anliegen war, dass seine Schüler schwimmen lernten und dass der Schulzahnpflege die nötige Beachtung geschenkt wurde.

Nebst seiner langjährigen Lehrtätigkeit im Zentralschulhaus führte er zudem rund 40 Jahre lang die Dorfchronik im Ortsmuseum, schrieb seine Lebenserinnerungen auf und malte und zeichnete ausserdem gerne. Ihm widmet sich nun eine Ausstellung im Ortsmuseum. Vergangenen Samstag war die Eröffnung.

Dass es nicht ganz einfach war, das lange und ereignisreiche Leben von Klenk in einen einzigen Raum zu packen, bemerkte Museumsleiterin Regula Stauber, als sie die Hinterlassenschaften des Sekundarlehrers sichtete.

Kurzum entschied sie sich, ein zweites Zimmer zu räumen und für die Ausstellung bereitzustellen. Nun finden sich auf zwei Stockwerken verteilt Aquarellmalereien, diverse Zeichnungen, Fotografien und verschiedenste Memorabilien von Klenk, wie etwa sein Malkasten oder eine seiner Geigen.

Volkstänze hatten es Klenk angetan

Klenk war nicht nur Lehrer, Maler und Geigenspieler, er tanzte auch für sein Leben gern. Es halte Körper und Geist fit, pflegte er zu sagen. Vor allem die Volkstänze hatten es ihm angetan.

Und so passte es, dass an diesem sonnigen Samstagmittag der Volkstanzkreis Zürich draussen im Garten des Ortsmuseums auftrat. Im Anschluss spielte der 10-jährige Violinist Mattia Godenzi im Duo mit seiner Geigenlehrerin Carolin Forster Borioli. Die Gäste waren begeistert ob der reifen Darbietung.

Weiter ging es mit einer Rede von Klenks langjährigem Arbeitskollegen Karl Wiederkehr. Dieser führte durch die Lebensgeschichte des Dietiker Lehrers aus deutschem Hause.

Immer wieder präsentierte er heitere Anekdoten aus den Gesprächen mit Klenk. So etwa, als dieser in seiner Schulklasse einen Jungen mit schwarzen Zähnen erblickte und fragte, wieso er diese nicht flicken lassen würde. Das habe bei ihm keinen Wert, habe dieser geantwortet: «Meine Eltern schenken mir zur Konfirmation ein Gebiss.» Klenk ging daraufhin zur Schulpflege und veranlasste, dass eine Schulzahnpflege eingerichtet wurde.

Auch die Zusammenarbeit mit Klenk lobte Wiederkehr. «Er war ein ganz und gar unkomplizierter, offener Kollege, machte sofort Duzis und liess mir viele Freiheiten, wenn ich mit einer Idee zu ihm kam. Ich habe das sehr geschätzt.»

Weggefährten schwelgen in Erinnerungen

Neugierig bewegten sich die zahlreichen Besucher von Stockwerk zu Stockwerk und von Erinnerung zu Erinnerung – zum Teil auch aus ihrem eigenen Leben als Weggefährten von Klenk.

Kathrin Isler aus Dietikon war Schülerin bei Klenk und tanzte mit ihm jahrelang beim Volkstanzkreis Zürich. Sie finde die Ausstellung sehr schön, sagte die 73-Jährige. «Sie haben alles sehr gut zusammengefasst.»

In die Zeit zurückversetzt fühlte sich auch die Weiningerin Judith Niggli. Sie lernte Klenk als 76-Jährigen auf einer Schulreise von Wildhaus SG auf den Säntis kennen, welcher sie als Handarbeitslehrerin beiwohnte. «Er war nicht der Letzte, der oben ankam», erinnert sich Niggli schmunzelnd.

Nicht nur die Besucher waren vollends zufrieden, auch Museumsleiterin Stauber blickte auf eine geglückte Vernissage zurück. Zum einen war sie froh, dass das Wetter mitspielte, zum anderen überrascht, dass so viele Leute kamen. «Wir rechneten eigentlich mit 30 oder 40 Personen. Schlussendlich waren es 70.»

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