Dietikon
Hoher Besuch bei der Planzer AG: Die Bundesrätin Karin Keller-Sutter tritt in der umfunktionierten Lagerhalle auf

FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt arbeitet in Dietikon für die Planzer AG. An seinem Halbzeit-Event trat die Bundesrätin Karin Keller-Sutter auf.

Lydia Lippuner
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FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt befragt die Bundesrätin Karin Keller-Sutter, woher sie die Energie nehme, sich so für das Land einzusetzen.
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Sie antwortete, natürlich gebe es schwierige Tage. «Doch man muss eine gewisse Gelassenheit und Distanz zu sich selbst haben», sagt Keller-Sutter.
«Es faszinierte mich dass sich junge Leute für das Milizsystem engagieren», sagte Nils Planzer, CEO und Verwaltungsratspräsident der Planzer Gruppe.
Folgt der Planzer-Tradition: Andri Silberschmidt schnupft Tabak.
«Ich habe lieb gefragt und vorausgeplant», antwortete Andri Silberschmidt auf die Frage, wie er die Bundesrätin zur Teilnahme an seinem Anlass überzeugen konnte.
Ausgeräumte Halle: Rund 200 Leute waren am Anlass des jungen Nationalrats anwesend.

FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt befragt die Bundesrätin Karin Keller-Sutter, woher sie die Energie nehme, sich so für das Land einzusetzen.

Valentin Hehli

Im Planzer-Bahncenter gab es kaum mehr freie Stühle an den hölzernen Tischen in der freigeräumten Lagerhalle. Grund für die rund 200 Besucher, die sich am Freitagabend in Zürich Alt­stetten zwischen den ankommenden Lastwagen durchschlängelten, war der Halbzeit-Event von FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt.

Er arbeitet seit anderthalb Jahren im Hauptsitz des Unternehmens in Dietikon und hatte mit der Bundesrätin Karin Keller-Sutter eines der prominentesten Gesichter seiner Partei eingeladen. Auf die Frage was es gebraucht habe, um die Bundesrätin zur Teilnahme am Anlass zu überzeugen, sagte Silberschmidt: «Ich habe lieb gefragt und vorausgeplant.» Zudem habe wohl auch sein Engagement für die Partei einen Beitrag geleistet.

Nils Planzer zeigt sich erfreut über den jungen Milizpolitiker

Der ehemalige Präsident der Jungfreisinnigen stellt sich nun auch für das Vizepräsidium der FDP zur Verfügung. Nils Planzer, der Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident der schweizweit grössten Logistik-Firma, zeigte sich erfreut, einen motivierten Jungpolitiker zu anzustellen. «Es faszinierte mich, dass sich junge Leute für das Milizsystem engagieren», sagte er.

Die Zusammenarbeit mit der Politik sei in der Schweiz grundsätzlich gut, das zeige sich auch daran, dass man nun ohne Maske dasitzen könne, um ein Fest zu feiern. Die Bundesrätin liess es sich nicht nehmen, das liberale Gedankengut zu verteidigen. Im Interview auf der Bühne sagte sie:

«Das liberale Gedankengut ist das erfolgreichste. Doch man muss die Leute mobilisieren und ihnen nahebringen, was das bedeutet.»

In ihrer Redezeit sprach Keller-Sutter unter anderem über die Ehe für alle, die die Justizministerin von der Bundesratsseite her vertritt sowie über ihre Zusammenarbeit mit dem deutschen Bundesinnenminister Horst Seehofer. «Er sagte, er danke mir für meine Unterstützung.» Auch die aktuelle Impfdebatte thematisierte sie: «Eine Pandemie bekämpft man nicht mit testen, nur mit impfen.» Zum Abschluss fragte Silberschmidt, woher sie sich die Energie hole, sich so stark für das Land einzusetzen. Natürlich gebe es schwierige Tage, sagte Keller-Sutter.

«Doch man muss eine gewisse Gelassenheit und Distanz zu sich selbst haben.»

Im Anschluss zog Silberschmidt Bilanz über die letzten zwei Jahre, in denen er als FDP-Nationalrat in Bundesbern politisierte. Diese seien wohl anders herausgekommen, als er erwartet habe, doch er habe eine steile Lernkurve erlebt. Die grossen Würfe seien zwar schwer zu erreichen. «Doch wenn man ein Problem konkret benennen kann, inklusive Gesetzesartikel, der geändert werden muss, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man eine Änderung erzielen kann», sagte er.

Silberschmidt sei ein FDPler nach alter Schule

So habe er auch Anliegen, die aus der Bevölkerung an ihn herangetragen wurden, umsetzen können. Der Kontakt zur Bevölkerung sei ihm sehr wichtig. Und das Limmattal eine wichtige Region, in der die herkömmliche Industrie auf neue Start-ups treffe. Ein anwesender Birmensdorfer sagte, durch Silberschmidt habe Zürich wieder einen richtigen Freisinnigen nach alter Schule erhalten. «So geht es wieder back to the roots», sagte der ältere Herr, der nach eigenen Angaben seit rund 40 Jahren den Freisinn wähle.

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