Kunstturnen
Kapazitätsgrenze des Limmat-Cups ist erreicht

Vor über 40 Jahren wurde der Limmat-Cup vom TV Engstringen auf die Beine gestellt. Dieses Jahr haben über über 350 Mädchen am Kunstturn-Event teilgenommen - ein neuer Rekord.

Kathrin Aerni
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Im Trend: Der Limmat-Cup (im Bild: Nina Rinderknecht) erlebt einen regelrechten Boom. Roland Jaus

Im Trend: Der Limmat-Cup (im Bild: Nina Rinderknecht) erlebt einen regelrechten Boom. Roland Jaus

15 Mädchen mit bunten Turn-Tenüs marschieren mit erhobenen Häuptern in die Arena ihres sportlichen Wirkens. Begleitet werden sie von Marschmusik und ihren Trainerinnen. Der warme Applaus des Publikums ist ihnen gewiss. Weinigen ist als einziger Limmattaler Verein im «Open Programm 1. Abteilung» vertreten. Und das mit den beiden 13-jährigen Mädchen Dunja Fässler und Anja Popp.

Das Einmarsch-Zeremoniell erinnert fast ein wenig an einen Boxkampf. Wobei der Unterschied der Gladiatoren nicht unterschiedlicher sein könnte. Denn beim Kunstturnen sind es zierliche Mädchen im Alter von 12 und 15 Jahren. Doch auch sie wirken hoch konzentriert und sind gespannt wie ein Pfeilbogen. Schliesslich sind sie «heiss» auf ihren Wettkampf.

Urdorf: Einmal Gold und einmal Bronze

Für Urdorf waren fünf P1-Turnerinnen am Start: Valérie Maumenée erreichte den 18. Rang. Sarah Fehrenbacher turnte auf den 30. Platz. Serena Meyer belegte den 50., Seraina Lutz den 63. und Mia Vidakovic den 101. Rang. In der Mannschaftswertung erreichten sie den 6. Mannschaftsrang und durften ein Diplom entgegennehmen. In der P2-Abteilung erreichte Jana Blattner den guten 15. Rang.

Bei den Jüngsten zeigte Tabea Hug an allen Geräten eine bemerkenswerte Leistung und durfte verdient die Goldmedaille entgegennehmen. Angela Schillig verpasste das Podest nur um 0.05 Punkte. Aline Schöpfer erreichte als Debütantin im EP den 28. Platz. Gemeinsam kamen sie den 5. Mannschaftsrang.

Zur Krönung durften sich noch die P3-Turnerinnen den Kampfrichtern präsentieren. Carina Aschwanden zeigte trotz Fersenproblemen einen ansprechenden Durchgang und wurde nur um 0.25 Punkte von den zwei Genfer Kaderturnerinnen auf den dritten Platz verwiesen. Valérie Strub erreichte Rang 9. (MAS)

Die Trainerin des BTV Bern ermuntert ihre beiden Schützlinge, die extra aus Bern angereist sind, und greift bei schwierigen Elementen beim Schwebebalken ein. Manchmal schüttelt sie verständnislos den Kopf. «Eine gewisse Spannung und Nervosität vor dem Wettkampf muss schon sein.» Doch dann schleichen sich halt viele unnötige Flüchtigkeitsfehler ein. «Ich achte beim Einturnen auf kleine Details, weil es nichts bringt, jetzt noch grosse Korrekturen anzubringen.»

Das muntere Schauspiel des Einturnens ist beendet. Nun wird der Wettkampf eingeläutet. Die Speakerin: «Jennifer Rauch vom BTV Bern turnt nun ihre Bodenübung.» Jennifers Anspannung weicht einer hohen Konzentration: Und so turnt die 12-Jährige mit viel Leidenschaft, Präzision und einer Leichtigkeit zur einstudierten Choreografie. 90 Sekunden lang bewegt sie sich zur Musik, macht Sprünge wie Salti, und Hechtrollen vor- und rückwärts, dreht ein Rad nach dem andern und macht Pirouetten.

Neuer Teilnehmerrekord

Dieses Beispiel zeigt die Wichtigkeit des Limmat-Cups – auch ausserhalb der Kantonsgrenzen. Der TV Engstringen hat diesen Anlass vor über 40 Jahren auf die Beine gestellt. Mitte der Siebzigerjahre war der organisierende Verein in der Sparte des Kunstturnens der Mädchen gut vertreten. Angeführt von Natalie Seiler, die sich später für die Olympischen Spiele von 1984 qualifizierte. Heuer erlebt der Event einen neuen Boom. «Der Nachwuchs liegt uns am Herzen», sagt denn auch die OK-Präsidentin Silvia Walther.

Ihr Fazit des diesjährigen Limmat-Cups ist durchwegs positiv: «Ich bin sehr zufrieden mit dem Anlass, weil es keine ernsthaften Verletzungen gab und weil wir mit knapp 360 Turnerinnen einen neuen Teilnehmerrekord verzeichneten.» Laut Walther ist es dem TV Engstringen wichtig, dass beim nationalen Grossanlass der Nachwuchs gefördert wird. Der kleine erwirtschaftete Überschuss wird prozentual an die einzelnen Untervereine verteilt.