Sonntagsgespräch

Kantonsschule Limmattal wird durch die Limmattalbahn attraktiver

Die Limmattalbahn wird dem Urdorfer Wirtschaftsgebiet Nord mit seinen 4500 Arbeitsplätzen nützen, da ist sich Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner sicher.

Die Limmattalbahn wird dem Urdorfer Wirtschaftsgebiet Nord mit seinen 4500 Arbeitsplätzen nützen, da ist sich Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner sicher.

Von ihrer Linienführung wird in Zukunft auch Urdorf tangiert. Die Bahn wird einst im Wirtschaftsgebiet Nord haltmachen. Die Urdorfer Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner erahnt die steigende Attraktivität der Kantonsschule Urdorf.

Aus Urdorf hörte man bislang nichts über Vor- oder Nachteile der Bahn. Lässt die Limmattalbahn Urdorf kalt?

Sandra Rottensteiner: Nein, absolut nicht, im Gegenteil. Urdorf hat ein grosses Interesse an der Limmattalbahn, weil sie dabei helfen wird, unsere bestehende Verkehrsproblematik zu lösen: der Schleich- und Ausweichverkehr infolge der Überlastung des Strassennetzes. Der Verkehr wird gemäss Prognosen weiter zunehmen. Die Limmattalbahn dient als Feinverteiler, indem sie die Strasse entlastet. Für uns ist sie ein unabdingbares Muss, um den heutigen und künftigen Mehrverkehr bewältigen und die Lebensqualität in Urdorf erhalten zu können.

Urdorf wäre mit den Stationen Luberzen und Herweg mit der Limmattalbahn verbunden. Reicht das, um eine grosse Bedeutung zu erhalten?

Ja, denn mit der Erschliessung unseres wichtigen Arbeitsplatzgebiets Nord, wo heute rund 4500 Menschen arbeiten, werden auch die bestehenden 19 000 Quadratmeter Leerfläche in diesem Gebiet an Attraktivität gewinnen. Dies wird potenzielle Ansiedlungen von Firmen unterstützen, was letztendlich unsere Steuereinnahmen positiv beeinflussen wird.

Was sind weitere Vorteile, die sich für Urdorf ergeben?

Mit der Bahn erhalten wir auf der Kreuzung Herweg eine optimale Verkehrsführung, einen Kreisel mit Lichtsignal. Weiter führt sie zu einer Aufwertung des Langsamverkehrs. So wird neu eine Velo- und Fusswegbrücke über die Autobahn nach Dietikon gebaut sowie ein Veloparking bei der Haltestelle Kantonsschule.

Was hat Urdorf mit dem Gebiet Nord, respektive Luberzen denn vor?

(Lacht) Das ist eine Frage, die man so nicht stellen kann. Wir können, da wir nicht Grundeigentümer sind, höchstens mit der Bau- und Zonenordnung Einfluss nehmen, was wir aktuell mit dem Gemeindeentwicklungskonzept schon eingeleitet haben.

Kann man nach der Eröffnung der Limmattalbahn mit einer Erhöhung der Bautätigkeit auch im übrigen Urdorf rechnen?

Nein, generell kann man das so sicher nicht sagen.

Aber im Allgemeinen?

Siedlungserneuerung und Verdichtung geschehen, losgelöst von der Limmattalbahn, so oder so. Für Gebiete, die an das Wirtschaftsgebiet Nord grenzen, dürfte dies mit der Limmattalbahn jedoch an Wichtigkeit gewinnen. Ein indirekter Zusammenhang zwischen Erschliessung und Wachstum kann also infolge höherer Nachfrage aufgrund einer weiteren Attraktivitätssteigerung der Gemeinde durch die Limmattalbahn durchaus bestehen.

Wird die Bahn Urdorf zusätzliche Einwohner bringen, was man wegen der Finanzen gerne hätte?

Aktuell zählen wir 9400 Einwohner, das ist ein Stand, den wir vor Jahren schon mal hatten und der auch im Zielbereich des Gemeinderats liegt. Die Siedlungsentwicklung ist abhängig vom kantonalen Richtplan, der zurzeit in Revision ist. Abhängig ist der Stand der Einwohnerzahl auch von der Umsetzung der Kulturlandinitiative.

Wegen der Limmattalbahn werden es demnach nicht mehr Einwohner sein?

Nein, durch die Bahn erhoffen wir uns Auftrieb im Wirtschaftsgebiet Nord und natürlich indirekt eine weitere Steigerung der Attraktivität unserer Gemeinde.

Urdorf hat zwei S-Bahnhöfe. Werden diese mit der Limmattalbahn kompatibel sein?

Der Umstieg auf die Limmattalbahn wird bei uns vom Herweg her erfolgen. Die Busanbindung an den Bahnhof Weihermatt ist weiterhin gegeben. Zentral ist für uns eine gute Anbindung unserer Buslinien an den Herweg. Der Bahnhof Glanzenberg wie auch der Bahnhof Altstetten sind so schnell und einfach zu erreichen.

Die Limmattalbahn wirbt mit einer attraktiven Verbindung nach Dietikon und Schlieren. Besteht da nicht die Gefahr, dass das Urdorfer Zentrum, das eben erweitert wird, wieder unerwünschte Konkurrenz erhält?

Nein, den täglichen Bedarf wird man auch in Zukunft mit dem Zentrum Spitzacker bestens abdecken können. Es wird neu eine Apotheke geben und neben der Migros auch einen Coop. Die Leute werden nur für spezielle Güter den Weg nehmen, und zwar beispielsweise nach Spreitenbach. Dieses kann man mit der Limmattalbahn erreichen, aber halt nicht so bequem wie das Zentrum Spitzacker. Darum ist es wichtig, dass wir ab November 2014 ein attraktives Einkaufszentrum Spitzacker haben.

Welche Bedeutung wird die Limmattalbahn für die Kantonsschule haben, die ja direkt angeschlossen wird.

Die Kantonsschule und ihre Schüler profitieren sicher von der direkten Haltestelle. So sind die Bahnhöfe Dietikon oder Altstetten einfach zu erreichen, was der Schulwahl dienlich sein wird, unsere Kanti Limmattal wird attraktiver. Das Einzugsgebiet für Schüler wird sich also zu unseren Gunsten verändern. Dem wird mit der geplanten Erweiterung der Kantonsschule Rechnung getragen werden.

Was halten Sie allgemein von der Idee einer Limmattalbahn?

Die Limmattalbahn als ganzes Projekt von Altstetten bis Killwangen ist für Urdorf und das ganze Limmattal unbedingt nötig, um den heutigen und künftigen Verkehr bewältigen zu können. Der Gemeinderat Urdorf ist nicht nur vom Projekt mit der geplanten Linienführung überzeugt, sondern auch von der professionellen Zusammenarbeit mit der Limmattalbahn AG. Deshalb kann ich sagen: Wir bekennen uns zur Limmattalbahn.

Wird sie für Urdorf einen merklichen Standortvorteil bringen, was man sich wegen der Ansiedlung von zusätzlichen Gewerbe- und anderen Betrieben sich eigentlich wünschen müsste?

Absolut. Wie bereits gesagt, bewirkt die Limmattalbahn eine Attraktivitätssteigerung von unserem wichtigen Arbeitsplatzgebiet Nord. Dadurch werden auch die bestehenden Leerflächen, welche bereits heute attraktiv sind, für potenzielle Ansiedlungen noch interessanter.

Was sagen Sie dazu, dass im Schlieremer Spitalquartier eine Unterführung gefordert wird?

Eine Unterführung in diesem Gebiet wäre aus finanziellen Gesichtspunkten unverhältnismässig und würde in der Luberzen die Zugänglichkeit zu den bestehenden Gewerbehäusern erheblich beeinträchtigen. Nochmals: Die detaillierte Ausgestaltung der Limmattalbahn wird noch zu reden geben. Es gilt aber, das Gesamtprojekt im Auge zu halten. Dazu bekennt sich der Gemeinderat mit Überzeugung.

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