Containerterminal

Kantonsrat zieht Schlussstrich unter Gateway Limmattal

Weil der Containerterminal nicht gebaut wird, muss auch der Eintrag im Richtplan gestrichen werden.

Weil der Containerterminal nicht gebaut wird, muss auch der Eintrag im Richtplan gestrichen werden.

Voraussichtlich zum letzten Mal hat sich der Kantonsrat am Montag mit dem Gateway Limmattal befassen müssen. Mit einer Änderung des Eintrags im Richtplan zog er einen Schlussstrich unter den umstrittenen Containerterminal. Neu ist stattdessen eine regionale Güterumschlagsanlage eingetragen.

Vor über zehn Jahren gab die SBB ihre Pläne bekannt, im Limmattal eine Drehscheibe für den Import- und Exportverkehr von Containern anzusiedeln. Aus der Region kam damals schon heftige Kritik, später auch von der verladenden Industrie selber. Das Projekt wurde schrittweise redimensioniert, bis die SBB im April 2014 ihre Pläne schliesslich sistierte.

Weil der Containerterminal nun nicht gebaut wird, muss auch der Eintrag im kantonalen Richtplan dafür gestrichen werden. Der Kantonsrat sprach sich mit 164 zu 0 Stimmen für diese Richtplanänderung aus. "Wir behandeln hier den Methusalem aller Kantonsratsvorlagen", sagte Barbara Schaffner (GLP, Otelfingen).

Die Änderung im Richtplan sei sinnvoll und erlaube eine Weiterentwicklung des Güterumschlags. Statt des Containerterminals soll neu nämlich die bestehende Güterumschlaganlage Dietikon ausgebaut und für den kombinierten Verkehr umgenutzt werden. Dafür musste der Eintrag angepasst und neu formuliert werden.

Der Beschluss sei für ihn wie ein Geburtstagsgeschenk, sagte der Dietiker CVP-Kantonsrat Josef Wiederkehr. "Während Jahren haben wir uns gegen dieses Projekt gewehrt." Der neue Eintrag verhindere, dass ein unwirtschaftliches Prestigeprojekt durch ein weiteres solches ersetzt werde. "Es ist gut, dass der neue Eintrag mit hohen Auflagen versehen wurde."

Forderungen der Bevölkerung weitgehend erfüllt

So wird im Richtplan etwa festgeschrieben, dass das strassenseitige Einzugsgebiet der neuen Anlage eine Fahrdistanz von maximal 40 Kilometer betragen darf. Der Verkehr über grössere Distanzen soll auf der Schiene erfolgen. Zudem wurden die Auflagen für Bau und Betrieb der Anlage, welche die Bevölkerung vor Belastungen schützen sollen, übernommen und ergänzt.

Der neue Richtplaneintrag berücksichtige die Forderungen der Region weitgehend, sagte Christian Lucek (SVP, Dänikon). Man habe die Chance gepackt, auch die notwendigen Funktionen für den Kanton im Richtplan einzutragen, zeigte sich Christian Schucan (FDP, Uetikon am See) überzeugt.

"Der Eintrag zur neuen Güterumschlagsanlage ist deutlich besser als jener, der heute zum Gateway vorhanden ist", sagte auch Felix Hoesch (SP, Zürich). Als "Zangengeburt" bezeichnete der Grüne Robert Brunner (Steinmaur) das Geschäft. "Es ist unklar, ob der Eintrag die Dauer einer Richtplanperiode übersteht."

Eine mögliche spätere Erweiterung der Anlage ist mit dem neuen Richtplaneintrag nicht ausgeschlossen. Sie muss allerdings auf die Fläche der bestehenden Güterverkehrsareale der SBB begrenzt bleiben, und auch die übrigen Vorgaben müssen eingehalten werden. Sollten diese später geändert werden, wäre eine erneute Revision des Richtplans notwendig. 

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