Kantonsschule Limmattal

Kantonsräte kritisieren Ausbaupläne, während sich 120 Architekturbüros darum streiten

Auf das Schuljahr 2022/2023 soll der Erweiterungsbau der Kantonsschule Limmattal bezogen werden. Aru

Auf das Schuljahr 2022/2023 soll der Erweiterungsbau der Kantonsschule Limmattal bezogen werden. Aru

120 Architekturbüros bewerben sich darum, die Erweiterung der Kantonsschule Limmattal zu planen.

Die Planungen für den Erweiterungsneubau der Kantonsschule Limmattal (KSL) schreiten voran. Ende Oktober wurde der Projektwettbewerb für Architekturbüros ausgeschrieben. Vergangene Woche lief die Frist ab. Auf Anfrage gibt die kantonale Baudirektion nun bekannt, dass sich rund 120 Architekturbüros für den Wettbewerb für den 55-Millionen-Bau gemeldet haben. Doch noch bevor die erste Skizze fertiggestellt ist, steht der Kanton bereits in der Kritik.

In den zur Ausschreibung gehörenden Unterlagen findet sich unter anderem auch das Raumprogramm für den Erweiterungsbau. Es umfasst den gesamten Unterrichtsbereich, also auch den Sport. Dort ist von zwei Doppelturnhallen die Rede. Einzel- und Dreifachturnhallen werden jedoch explizit nicht gewünscht. Das stösst auf Unverständnis, wie aus einer gestern von der Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig zusammen mit ihren Dietikern Kollegen Martin Romer (FDP) und Rosmarie Joss (SP) eingereichten Anfrage an den Regierungsrat hervorgeht.

Sie wollen unter anderem wissen, weshalb keine Dreifachturnhalle ins Raumprogramm der KSL aufgenommen wurde. Zudem wollen sie vom Regierungsrat in Erfahrung bringen, ob er eine regionale Bedürfnisabklärung bei Schulen, Vereinen oder Verbänden in Urdorf und im Bezirk vorgenommen habe. Denn mit dem definierten Raumprogramm würden automatisch jene Sport- und Wettkampfmöglichkeiten im ausserschulischen Bereich ausgeschlossen werden, die zwingend auf eine grosse Dreifachsporthalle angewiesen seien, wie etwa Basketball, Handball oder Unihockey.

Anpassungen am Raumkonzept

Im Vorstoss, der auch vom Oberengstringer SVP-Kantonsrat André Bender, seinem Dietiker Parteikollegen Rochus Burtscher und dem Schlieremer Andreas Geistlich (FDP) mitunterzeichnet wurde, wird deshalb auch gefragt, ob der Regierungsrat mit einer Dreifachturnhalle nicht auch die Chance sehe, dass sich solche Sportarten an der KSL etablieren könnten. Damit verbunden ist die Frage, welche Möglichkeiten die Regierung sehe, das Raumkonzept für den Erweiterungsneubau noch anzupassen, sodass anstelle der geplanten Doppelturnhallen mindestens eine davon als Dreifachturnhalle erstellt werden könnte.

Wenn die Erweiterung fertiggestellt ist, werden 1100 Schüler die KSL besuchen. Im geplanten Neubau sollen die Räume für Naturwissenschaften und Musik sowie einige Klassen- und Gruppenräume untergebracht werden, wie es in der Ausschreibung weiter heisst. Rund 2900 Quadratmeter Fläche soll der Unterrichtsbereich im Erweiterungsbau betragen. Die freiwerdenden Flächen im bestehenden Schulhaus sollen nach dem Bezug des Neubaus für den Unterricht in Grundlagenfächern genutzt werden.

Nicht höher als 25 Meter

Ebenfalls ist vorgesehen, dass die KSL ihre lang ersehnte Aula erhält. Aktuell werden grössere Veranstaltungen entweder in der Mensa oder in externen Räumen abgehalten. Die neue Aula soll laut Ausschreibung auf einer Nutzfläche von rund 1100 Quadratmetern Platz für 500 Personen bieten. Die neuen Gebäude werden in der Zone für öffentliche Bauten erstellt. Für diese gilt eine maximale Gebäudehöhe von 25 Metern, die Geschosszahl darf sieben nicht überschreiten.

Die Arbeiten der Architekturteams müssen bis Anfang April 2017 eingereicht werden. Nachdem diese beurteilt wurden, folgen im Juli oder August eine Ausstellung der Projekte und die Veröffentlichung des Juryberichts. Gemäss heutigem Kenntnisstand wird der Objektkreditantrag im dritten oder vierten Quartal 2018 im Kantonsrat behandelt, die Baubewilligung sollte bis Mitte 2019 erteilt sein, sodass Mitte 2020 mit dem Bau begonnen werden kann. Bezogen werden soll der Neubau voraussichtlich auf das Schuljahr 2022/2023. Beurteilt werden die Projekte nach den Kriterien Städtebau und Architektur, Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Energie.

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