Fussball Projekt ZH

Kanton Zürich will Fussballtalente fördern

Das Förderprogramm «Footeco» soll junge und talentierte Fussballer/-innen unterstützen.

Das Förderprogramm «Footeco» soll junge und talentierte Fussballer/-innen unterstützen.

Der Kanton Zürich investiert mehr Geld in junge Fussballtalente: Er unterstützt das Nachwuchsförderungsprojekt «Footeco» künftig mit 200'000 Franken pro Jahr. Andere Sportarten müssen deswegen aber nicht auf Geld verzichten.

Die Förderung des Fussball-Nachwuchses gehe nicht zulasten anderer Sportarten, stellte Regierungsrat Mario Fehr (SP), selbst erklärter Fussballfan, am Donnerstag vor den Medien klar. Möglich werde diese zusätzliche Unterstützung, weil die Lotteriegelder angestiegen seien.

Im Kanton Zürich kommen jeweils 21 Prozent der Lotteriegelder in den Sportfonds. Spielen mehr Leute Lotto, steigt somit auch der Anteil für den Sport. In diesem Jahr stehen für die Förderung des Nachwuchses 950'000 Franken zur Verfügung. 750'000 Franken davon gehen an die Leistungszentren, 200'000 an den Fussball.

Dass der Fussball einen so grossen Teil des Kuchens erhält, erklärt der Kanton mit der Beliebtheit dieser Sportart: In der Altersstufe der 11- bis 14-Jährigen verbringen jeder dritte Knabe und jedes zwanzigste Mädchen die Freizeit auf dem Rasen, wobei der Anteil der Ausländerkinder überproportional hoch ist.

Auch bei den von Swiss Olympic offiziell anerkannten Nachwuchshoffnungen kommt der Hauptteil aus dem Fussball: Von 2532 Zürcher Talenten spielen 900 Fussball. Der Kanton will diese nun unterstützen, damit es immerhin einige von ihnen bis an die Spitze schaffen. Die Chance, es zu schaffen, liegt bei eins zu tausend.

Talente aufspüren

Das Projekt «Footeco», abgekürzt für «Fussball, Technik, Koordination», macht sich auf die Suche nach diesem einen Promille. Das Förderprogramm des Schweizerischen Fussballverbandes läuft seit zwei Jahren schweizweit und hat sich zum Ziel gesetzt, unter den 11- bis 14-jährigen Knaben und Mädchen Talente aufzuspüren.

Bei «Footeco» werden im Zeitraum von drei Jahren die talentiertesten 10 Prozent der Kinder immer wieder getestet. Markus Frei, Koordinator bei «Footeco», bezeichnet diese Zeit als Testphase. «In dieser Zeit entscheidet sich, ob es sich lohnt, voll auf den Fussball zu setzen oder nicht.»

In den meisten Fällen müsse man den Kindern und den Eltern mitteilen, dass es wohl beim Breitensport bleibe. In einigen Fällen zeige sich aber eine Begabung, die es zu fördern gelte. Im Rahmen von «Footeco» werden die Zürcher Kinder von drei Clubs ausgebildet.

FCZ, GC und FCW arbeiten zusammen

Der FC Zürich, der Grasshopper-Club Zürich und der FC Winterthur arbeiten dabei für einmal zusammen und lassen das Konkurrenzdenken beiseite.

In der Vergangenheit führte die Konkurrenz unter den Clubs immer wieder zu Problemen, weil die Clubs sich bereits um Zehnjährige stritten - und dabei manchmal die wahren Talente nicht erkannten. Neu werden die potenziellen Talente quasi an «Footeco» abgegeben.

Für die Clubs ist «Footeco» eine grosse Hilfe bei der Suche nach künftigem Personal. «Das Projekt ermöglicht es uns, an die richtigen jungen Spieler zu kommen», sagte Pascal Humbel, Nachwuchsverantwortlicher beim FC Winterthur. Die Erfassung von talentierten Kindern sei viel besser geworden. Vorher sei man zu sehr auf die eigene Region beschränkt gewesen.

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