Üetliberg
Kanton gibt grünes Licht: Der Winterzauber auf dem Uto Kulm darf weitergehen

Obwohl Naturschützer die Nutzung der Üetlibergspitze kritisieren, kann das Team des Uto Kulm weitermachen wie geplant. Einige Anpassungen müssen jedoch vorgenommen werden.

Alex Rudolf
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Der Winterzauber des Uto Kulm zieht viele Besucherinnen und Besucher an.

Der Winterzauber des Uto Kulm zieht viele Besucherinnen und Besucher an.

Archivbild: Rolf Kuhn

Noch bis Mitte Februar darf das Hotel Uto Kulm seinen Winterzauber auf dem Üetliberg durchführen. Naturschützer von fünf Organisationen – unter anderem vom Zürcher Heimatschutz, Birdlife Zürich und Pro Üetliberg – beschwerten sich. Sie monierten, dass die temporären Bauten gegen den Gestaltungsplan verstossen und das Schutzgebiet so empfindlich stören würden. Gestützt auf eine Verfügung der Zürcher Baudirektion erteilte die Gemeinde Stallikon den Uto-Kulm-Betreibern vergangene Woche die nachträgliche Bewilligung, verlangt aber auch Abstriche.

Für den Winterzauber wurden vier Holzhütten, ein rundes Pagodenzelt und ein mobiler Windschutz aufgestellt. Zudem wurden diverse Bäume weihnachtlich beleuchtet. Da der Üetliberg ein Schutzgebiet ist, ist besonders die Nutzung der Spitze stark umstritten. Seit 2016 regelt ein Gestaltungsplan detailliert, was erlaubt ist und was nicht. Der Stalliker Gemeinderat genehmigte die zusätzlichen Bauten sowie die Beleuchtung mit dem Verweis, dass man Gastronomen während der Coronapandemie keine Steine in den Weg legen wolle. Nach Einschreiten der Naturschützer, die eine Aufweichung des Gestaltungsplans befürchteten, nahm sich die Baudirektion der Sache an und kam zum Schluss, dass der Stalliker Gemeinderat nicht die Kompetenz für die Ausnahmebewilligung hatte.

In ihrer Verfügung hält die Baudirektion fest, dass die Weihnachtshütten, das Pagodenzelt und die Beleuchtung nicht gestaltungsplankonform bewilligt werden können. Unter der Auflage, dass der Witterungsschutz abends jeweils abgebaut wird, sei dieser bewilligungsfähig. Es sei nachvollziehbar und begrüssenswert, dass die Restaurantbetriebe Möglichkeiten suchen, um ihre Verluste hinsichtlich der Coronakrise möglichst gering zu halten, heisst es.

Man soll ungehindert zum Aussichtspunkt gelangen

Für die Uto-Kulm-Betreiber spreche auch, dass der Betrieb nur zwischen 19. November 2020 und 18. Februar 2021 stattfinde und die Bauten nicht störend in Erscheinung treten würden. Daher sei ein Abweichen vom Gestaltungsplan Uto Kulm verhältnismässig. Dennoch müssen einige Anpassungen gemacht werden. So muss die Weihnachtshütte im öffentlich zugänglichen Bereich verschoben werden, damit die Bevölkerung ungehindert zum Aussichtspunkt gelangt. Um die Lichtverschmutzung so gering wie möglich zu halten, solle nur ein Baum pro Hütte beleuchtet werden. Und: Laut Gestaltungsplan dürfen jährlich nur vier Anlässe, die bis zu drei Wochen dauern, auf der Terrasse des Hotels stattfinden. Wegen der bisher ununterbrochenen 13-wöchigen Nutzung durch den Winterzauber ist 2021 nur noch ein weiterer Anlass gestattet.

«Wir nehmen den Entscheid zur Kenntnis und sind froh, dass wir weitermachen können», sagt Benjamin Styger. Der Sprecher des Uto Kulms verweist zudem darauf, dass man bereits an der Umsetzung der kantonalen Vorgaben sei.

Die von Stallikon ausgestellte Baubewilligung ist noch nicht rechtskräftig: Gegen diese kann während 30 Tagen rekurriert werden. Von Pro Üetliberg ist jedoch kein Rekurs zu erwarten. Präsidentin Margrith Gysel sagt auf Anfrage, dass man mit der Verfügung der Baudirektion und den entsprechenden Abstrichen zufrieden sei. «Wir sind froh, dass der Kanton einige Aspekte geregelt hat. Nun hoffen wir, dass die Coronapandemie bald vorbei ist und Normalität einkehrt», sagt sie.