Angefangen hat man in der ersten Limmattaler Kantonsschule in Schulräumen, die von der Schulgemeinde Urdorf gemietet wurden. Rund 100 Schülerinnen und Schüler waren 1973 die Ersten, die ihren Weg zur Maturität dort begannen. In den Folgejahren entstand im Industriegebiet Nord, im Gebiet Hackacker die damals charakteristische Pavillonsiedlung, die sukzessive zur grossen Schulanlage erweitert wurde.

Aus dieser Zeit stammen auch die Turnhallenprovisorien, die heute noch benutzt werden. Zwölf Schülerjahrgänge erlebten ihre Gymnasialausbildung im Barackendörfli, das damals einige als idyllisch bezeichneten. Man soll im Sommer erbärmlich geschwitzt und im Winter gefroren haben, heisst es.

1973 war die Kantonsschule Limmattal (KSL) noch nicht selbstständig. Aus rechtlichen Gründen konnte man damals nur eine Filialabteilung der Kantonsschule Freudenberg in Zürich eröffnen. Wegen der steigenden Anzahl von Gymnasiasten musste der Kanton Zürich weitere Gymnasien eröffnen. Dies tat er im Fall Urdorf im Dringlichkeitsverfahren. Die Schule sollte für Kinder aus dem Limmattal und den Knonaueramt genutzt werden können.

1977 war die Schule selbstständig

Nachdem die Schule dank ihres schnellen Wachstums bald die Grösse einer vergleichbaren kleinen Kantonsschule erreicht und der Kantonsrat der Errichtung einer Schulanlage zugestimmt hatte, konnte der Filialbetrieb 1977 verselbstständigt und den übrigen Mittelschulen im Kanton Zürich gleichgestellt werden. Aus der «Filialabteilung» wurde die Kantonsschule Limmattal in Urdorf.

Zwei Anläufe für den Neubau

Viele Schüler sollen die Offenheit und den provisorischen Charakter der Anlage geschätzt haben. Die Klassen waren für sich. Aber es fehlte doch zu viel. Nicht nur eine Mensa, sondern auch andere wichtige Einrichtungen. Auch die Bibliothek war sehr klein gehalten.

Es musste ein neues Schulhaus her. Für den Bau der neuen, definitiven Anlage waren zwei Anläufe notwendig. In der Volksabstimmung vom 20. Mai 1979 legte der Kanton ein Projekt von 56,6 Millionen Franken vor. Es enthielt aus Spargründen nur Spezialräume und schulische Infrastruktur und wollte den Klassenunterricht in den Pavillons belassen. Die Stimmberechtigten lehnten die Vorlage ab. Offensichtlich erschien ihnen die Teillösung allzu sparsam. Mit 142990 Nein- zu 142105 Ja-Stimmen war die Ablehnung allerdings äusserst knapp.

Der grosse Moment für eine moderne Schule kam am 27.September 1981. Der Souverän stimmte einer Kreditvorlage in der Höhe von 57,5 Millionen Franken für eine kapazitätsmässig leicht reduzierte, aber vollständige Schulanlage mit klarer Mehrheit zu.

Im April 1986 durfte die Schule endlich aus den Pavillons ins neue Gebäude umziehen. Über ein Dutzend Jahre war die Kantonsschule Limmattal im Provisorium untergebracht. Seither verfügt die Kanti über die verschiedenartigsten Spezialräume für den Unterricht sowie auch eine grosse Mediothek und eine Mensa. Diese ist für eine Schule mit grossem Einzugsgebiet besonders wichtig.

Der erste Rektor war der Deutschlehrer Franz Germann, der 1996 vom Physiklehrer Max Ziegler abgelöst wurde. Seit 2009 wird die Schule vom Germanisten Werner De Luca geleitet. Die Kantonsschule Limmattal hatte demnach in ihrer 40-jährigen Geschichte lediglich drei Rektoren, was bemerkenswert ist.

Laufend viele Veränderungen

Reformen hatte die Urdorfer Kanti viele mitzumachen, wovon nur einige genannt sein sollen: Eine erste echte Schulreform erfolgte 1988 mit der Ausarbeitung des Rahmenlehrplanes. Hier wurden offizielle Aussagen zur schweizerischen Gymnasialbildung gemacht.

Grosse Anpassungen erforderte die 1995 vom Erziehungsrat beschlossene Mittelschuldauerverkürzung von 6,5 auf 6 Jahre. Auch die im gleichen Jahr vom Bundesrat beschlossene neue Maturitätsverordnung war eine Herausforderung. Dank einer kantonalen Informatikoffensive konnte zusätzlich zum Multimediaraum ein Computerraum eingerichtet werden. 2001 wurde das ökumenische Mittelschulfoyer eröffnet.

Die Schule bietet heute folgende Maturitätsprofile an: altsprachlich, neusprachlich, mathematisch-naturwissenschaftlich, musisch, wirtschaftlich-rechtlich. 110 Lehrer unterrichten 770 Schüler. Was heute noch fehlt, ist eine Aula. Darauf wartet sie – notabene als Schule mit musischem Maturitätsprofil – schon seit vielen Jahren.