«Wenn man Leute auf der Strasse fragt, welche Ingenieurberufe sie kennen, antworten die meisten mit Bauingenieur», sagt Cirille Engel, Projektleiterin der Technik- und Informatikwoche, die diese Woche an der Kantonsschule Limmattal stattfand. Dass die Vielfalt der Ingenieurberufe fast unersättlich ist, sei den meisten Leuten gar nicht bewusst, meint Engel. Der Ingenieurverband «IngCH – Engineers Shape our Future» hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Wissen zu erweitern und vorhandenes Wissen aufzufrischen. Seit 1992 initiiert er Technik- und Informatikwochen an Gymnasien. Mittlerweile werden damit rund 1500 Schülerinnen und Schüler an 40 Schweizer Gymnasien erreicht.

Informatikwoche der Kanti Limmattal_003

Informatikwoche der Kanti Limmattal_003

Aktiv im Robotik-Workshop

Das Programm dieser Woche ist abwechslungsreich. Die 25-köpfige Klasse von Ivan Cucchi etwa besuchte die Firma «Acutronic», um etwas über den Berufsalltag von Ingenieuren zu erfahren, und erhielt an der ETH sowie der Uni Zürich Einblick ins Studium des Umweltingenieurs und der Informatikerin. Selber aktiv werden konnten die Schüler während eines Robotik-Workshops. Zudem besuchten sie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf und hörten Referate zur Technikgeschichte.

Informatikwoche der Kanti Limmattal_006

Informatikwoche der Kanti Limmattal_006

Am Mittwoch durfte die Klasse mit zwei Doktorierenden im Fachbereich Atmosphäre und Klima der ETH Zürich ein Experiment durchführen. Mit dem Experiment sollte der Effekt des Treibhausgases CO2 gezeigt werden. CO2 kann hergestellt werden, indem in einer Flasche Essig und Backpulver im richtigen Verhältnis gemischt werden. Im Experiment wurde das Gas, das bei diesem Arbeitsschritt entstand, in einem über die Flasche gestülpten Luftballon aufgefangen.

Um zu veranschaulichen, welchen Einfluss eine höhere CO2-Konzentration in der Luft auf die Absorption von Sonnenlicht hat, wurden auf dem Tisch zwei Glasbehälter aufgestellt und mit einer Wärmelampe bestrahlt. Dann wurde das im Ballon gesammelte CO2 langsam in die Behälter eingelassen und sofort war auf der bereits installierten Temperaturanzeige ein Effekt zu beobachten: Die Temperatur im Behälter stieg nach einer Weile von 29 auf 31 Grad. Die Erklärung: Da das CO2 mehr Strahlung absorbiert als das Luftgemisch der Atmosphäre, stieg die Temperatur im Behälter. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sichtlich Freude daran, das Experiment selber durchzuführen und zu beobachten. Abgerundet wurde der Tag mit einem Referat des Klimawissenschafters Erik Fischer über den Klimawandel.

«Überlege mir ein ETH-Studium»

«Ich finde es super, dass uns alles von so jungen Leuten erklärt und gezeigt wird», sagte der 18-jährige Schüler Luca. Auch der 16-jährige Luca fand die Woche sehr eindrücklich. «Ich überlege mir nun wirklich, ob ich an der ETH studieren soll.»

«Am besten gefiel mir, dass wir bei der Führung durch die ETH auf die Dachterrasse durften», sagt Anqi. Die 15-Jährige ist sich über ihre Zukunftspläne noch nicht hundertprozentig sicher, doch es soll in Richtung Chirurgie oder Architektur gehen. Anqi hat die Woche bis anhin gut gefallen. «Es war sehr hilfreich, das Ingenieurwesen auch im direkten Berufsumfeld zu sehen.» Denn bis zu dieser Woche konnte sie sich nicht genau vorstellen, wie ein Alltag eines Ingenieurs aussieht. «Genau das war unser Ziel», sagt Projektleiterin Engel. In diesem Sinne hat die Projektleiterin Technik -und Informatikwoche ihren Zweck erfüllt.