Urdorf
Kanti Limmattal braucht mehr Platz - Der Kanton prüft nun einen Ausbau

Die Kantonsschule Limmattal mit ihren 7700 Schülern braucht dringend mehr Platz. Der Kanton prüft nun im Rahmen der Schulraumplanung den Ausbau von diversen Standorten. Laut Regine Aeppli soll die Schülerzahl bis 2027 um 20 Prozent zunehmen.

Katja Landolt/ Matthias Scharrer
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Heute besuchen rund 770 Schülerinnen und Schüler die Kantonsschule Limmattal. Es braucht dringend mehr Platz.

Heute besuchen rund 770 Schülerinnen und Schüler die Kantonsschule Limmattal. Es braucht dringend mehr Platz.

Limmattaler Zeitung

Der Kanton Zürich fasst den Ausbau der Kantonsschule Limmattal ins Auge. Urdorf liege ideal als Schnittstelle zwischen dem Limmattal und dem Knonauer Amt, sagte der Amtschef des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes Marc Kummer gestern bei der Präsentation der kantonalen Schulraumstrategie für Mittelschul- und Berufsschulbauten bis ins Jahr 2040.

«Der Kanton hat dort noch Baulandreserven. Es stellt sich die Frage, ob der Standort ausgebaut werden kann», so Kummer. Entsprechende Abklärungen seien im Gang; der Regierungsrat hat die Bildungsdirektion damit beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Baudirektion Handlungsfelder und Regionalstrategien auszuarbeiten.

In der Regionalstrategie Knonauer Amt/Limmattal/Zürich-West mit berücksichtigt wird laut Kummer das Projekt für eine Aula und den Ersatz der beiden 30-jährigen Turnhallen-Provisorien der Kanti Limmattal. Ob das an das Schulgelände angrenzende Bauland – wo früher die Barackensiedlung «Urdörfli» angesiedelt war – wirklich zum Schulstandort werde, sei aber noch offen.

Zu prüfen bleibt, ob die Reserve am Standort der bestehenden Mittelschule genügt oder ob der Bau einer weiteren Mittelschule geplant werden muss. Für eine allfällige zusätzliche Mittelschule werden laut Kummer verschiedene Standorte in der Region Knonauer Amt/Limmattal/ Zürich-West geprüft. Dabei müssen unter anderen auch die Auswirkungen der Limmattalbahn auf die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung und das Wachstum in Zürich-West berücksichtigt werden.

Schülerzahl steigt um 20 Prozent

Die Schülerzahlen an den 19 staatlichen Mittelschulen werden nach Berechnungen des Kantons in den nächsten Jahren stark zunehmen. Ein Höchststand wird laut Bildungsdirektorin Regine Aeppli 2027 erreicht: Dann dürften 3000 Schülerinnen und Schüler mehr als heute die Kantonsschulen besuchen; das sind rund 20 Prozent mehr als im Jahr 2011. Allein in der Stadt Zürich rechne man mit einem Zuwachs um 1000 Mittelschülerinnen und -schüler.

«Im Limmattal ist der Anstieg nicht so gross», sagte Aeppli. Hier rechnet man mit einer Zunahme von 60 Mittelschülern. Für das Knonauer Amt, aus dem ein Teil der Mittelschüler die Kanti Limmattal besucht, erwartet man einen Anstieg um 120 Schüler. Keine grossen Zahlen und doch zu viel: Ursprünglich wurde die Kanti Limmattal vor 40 Jahren für 1000 Schülerinnen und Schüler gebaut.

Heute besuchen rund 770 Schüler die Schule – und sie kommt damit bereits an ihre Grenzen. «Wir haben Fächer und Unterrichtsformen geändert und bieten alle Profile an, weshalb wir mit der heutigen Schülerzahl bereits ausgelastet sind», hatte Rektor Werner De Luca im Januar gegenüber der az Limmattaler Zeitung gesagt.

Kosten: über 1 Milliarde Franken

Die Vorarbeiten zur Regionalstrategie Knonauer Amt/Limmattal/Zürich-West haben bereits begonnen und sollen gemäss Zeitplan bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Für die Realisierung ist ein Zeitraum bis Ende 2018 eingeplant. Insgesamt sollen kantonsweit drei neue Mittelschulen gebaut werden, ausserdem fehlen im Kanton 28 Turnhallen. Weiter müssen Rochadeflächen für Schulhaussanierungen bereitgestellt werden. Die Investitionskosten für den Kanton können noch nicht beziffert werden. Bildungsdirektorin Aeppli geht aber von «weit über einer Milliarde Franken» für Sanierung und Neubauten bis ins Jahr 2040 aus.