Kantonsrat Zürich
Kanti-Erweiterung in Urdorf wird im Richtplan als Option festgehalten

Ein Richtplan-Eintrag für die Möglichkeit einer grösseren Kantonsschule Limmattal erhält im Kantonsrat eine klare Mehrheit. Trotzdem erhoben sich einige kritische Stimmen.

Matthias Scharrer
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Der Platz an der Kantonsschule Limmattal wird knapp – der Kantonsrat hat nun die Voraussetzungen für eine Erweiterung geschaffen.

Der Platz an der Kantonsschule Limmattal wird knapp – der Kantonsrat hat nun die Voraussetzungen für eine Erweiterung geschaffen.

KSC

In der Kantonsschule Limmattal wird es aufgrund des Bevölkerungswachstums allmählich eng und enger. Die Kantonsregierung klärt daher ab, ob die Kanti in Urdorf erweitert werden oder ob der Neubau einer Kantonsschule im Knonauer Amt Abhilfe schaffen soll. Letzteres hätte zur Folge, dass die Gymnasiasten aus dem Säuliamt nicht mehr nach Urdorf müssten.

Im Richtplan-Entwurf hatte der Regierungsrat einen Eintrag für eine Kantonsschul-Standortevaluation in Affoltern am Albis vorgesehen. Dies liess bei Limmattaler Kantonsräten die Alarmglocken läuten. «Die Diskussion, ob man am Standort Urdorf die Mittelschule ausbauen soll, wurde nicht geführt», monierte SVP-Kantonsrat Willy Haderer (Unterengstringen). Er reichte daher kurz vor der Richtplan-Debatte noch einen Änderungsantrag ein.

Sein Ziel: Im Richtplan sollte auch eine mögliche Kanti-Erweiterung in Urdorf erwähnt werden. «Die Erweiterung in Urdorf wäre möglich», sagte Haderer. Zumal das Limmattal mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen sei. Mit seinem Antrag wolle er beide Optionen offen halten: Kantonsschul-Erweiterung in Urdorf und Neubau im Knonauer Amt. Der Antrag fand gestern im Kantonsrat eine Mehrheit von 128:38 Stimmen.

Nur die SP – mit Ausnahme von Rolf Steiner (Dietikon) – und ein Teil der Grünen stimmten dagegen. Die Bildungsdirektion müsse ihren Standortentscheid «genau evaluieren», sagte Andreas Wolf (Grüne, Dietikon). Dabei gelte es auch das Prinzip der kurzen Wege zu berücksichtigen, begründete er die mehrheitliche Ablehnung durch die Grünen.

Die Grünliberalen stimmten hingegen zu. Dies sei keine Vorwegnahme der geplanten Standortevaluation, erklärte René Gutknecht (GLP, Urdorf). Anders sah es Moritz Spillmann: «Dieser Antrag wird falsche Hoffnungen und Ansprüche wecken», sagte der SP-Kantonsrat aus Ottenbach. Die Regierung müsse ihre Beurteilung losgelöst von regionalpolitischen Vorstössen vornehmen. «Ein Ausbau der Kantonsschule Limmattal würde dem Grundsatz der Dezentralisierung widersprechen, der die Pendlerströme klein halten soll», so Spillmann weiter. Deren Ausmass erläuterte Hans Läubli (Grüne, Affoltern): «Das Knonauer Amt hat 700 bis 800 Mittelschüler. Wenn es im Amt eine neue Kantonsschule gibt, wird Urdorf entlastet.» Sein Fazit blieb folgenlos: «Lokalpatriotismus im Limmattal in Ehren. Aber Sie setzen ein falsches Zeichen.»