Wahlporträt (2)
Kandidatur für Nationalrat als «natürlichen Schritt»

Die az stellt im zweiten Wahlporträt den Geroldswiler Gemeinderat Dominik Tiedt vor. Der 28-Jährige, der seit acht Jahren für die FDP politisiert, kandidiert für den Nationalrat.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Nach knapp sechs Jahren ist Schluss: Tiedt tritt aus dem Geroldswiler Gemeinderat zurück.

Nach knapp sechs Jahren ist Schluss: Tiedt tritt aus dem Geroldswiler Gemeinderat zurück.

Sandro Zimmerli

Wäre Dominik Tiedt der Familientradition gefolgt, würde er am 23. Oktober nicht für die FDP für einen Sitz im Nationalrat kandidieren. Sowohl der Grossvater als auch die Mutter politisierten bei der SP – er im St.Galler Kantonsrat, sie als Kämpferin fürs Frauenstimmrecht. Obschon derart vorbelastet, entschied sich Dominik Tiedt für den Freisinn.

«Als Student habe ich alle Parteien unter die Lupe genommen, weil ich mich engagieren wollte. Bei der FDP sind es die Grundwerte Freiheit, Wettbewerb, Eigeninitiative, Selbstverantwortung und Chancengleichheit, die mich überzeugen», sagt der 28-jährige Leiter Research & Prozesse bei PricewaterhouseCoopers. Vor acht Jahren sei er deshalb in die Partei eingetreten.

Von der Basis nach Bern

Von da an ging es schnell. 2006 wurde er als Wahlbüromitglied gewählt. Ein Jahr und zwei Wahlgänge später folgte der Sprung in den Geroldswiler Gemeinderat. Dort leitet er bis heute das Ressort Tiefbau und Werke. 2008 war er Gründungsmitglied der Jungfreisinnigen Limmattal. «Von da an ist es richtig losgegangen», so Tiedt. Seither sei er verstärkt auf kantonaler Ebene engagiert – als Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen des Kantons Zürich und als Vizepräsident der Energie- und Umweltkommission der FDP des Kantons Zürich. Zudem amtet er seit zwei Jahren als Verwaltungsrat der Limeco – der Kehrichtverbrennungs-Anlage in Dietikon – sowie seit einem halben Jahr als Präsident der FDP des Bezirks Dietikon.

Für Tiedt ist die Kandidatur angesichts seiner bisherigen politischen Karriere «ein natürlicher Schritt». Als Gemeinderat habe er das Politisieren an der Basis gelernt. «Ich weiss, was es für eine Gemeinde bedeutet, wenn in Bern Gesetze beschlossen werden und dann umgesetzt werden müssen. Das fordert oft finanziell einschneidende und herausfordernde Entscheide», hält er fest. Doch gerade dadurch bringe er das nötige Rüstzeug mit, um im Nationalrat zu politisieren.

Drei Schwerpunkte, sagt er, lägen ihm besonders am Herzen – Energie- und Umweltpolitik, Verkehrspolitik sowie Wirtschaftspolitik. Insbesondere im Themenfeld Verkehr sieht Tiedt Handlungsbedarf in Bern, damit das Limmattal endlich entlastet wird. «Ich will mich für eine rasche Realisierung der dritten Röhre beim Gubristtunnel einsetzen. Diese muss für die Bevölkerung aber möglichst verträglich sein. Das heisst, das Portal muss überdeckt werden», sagt Tiedt. Auch langfristig gelte es, sich für das Limmattal starkzumachen. Beispielsweise liessen sich durch einen äusseren Autobahnumfahrungsring die Nadelöhre Limmattaler- und Brüttisellerkreuz nachhaltig entlasten.

Frühzeitiger Einsatz fürs Limmattal

«Solche wegweisenden Entscheide hätte auch für den Wirtschaftsstandort Limmattal nur Vorteile. Für viele hier ansässige und auf den Transport angewiesene Firmen würde sich das leidige Stauproblem entschärfen», sagt Tiedt. Gleich wie der Verkehr dürften auch andere Belastungen im Limmattal nicht überborden. «Mit dem Rangierbahnhof und dem Fluglärm müssen die Einwohner schon einiges ertragen. Der geplante Containerumschlagplatz würde das noch verstärken», so Tiedt. Natürlich sei ihm bewusst, dass die guten Verkehrsanbindungen gleichzeitig Fluch und Segen für die Region seien. «Als Nationalrat habe ich die Möglichkeit, mich frühzeitig dafür einzusetzen, dass die Lebensqualität in unserem schönen Tal erhalten bleibt.»

In dieser Woche werden in der az Limmattaler Zeitung die Spitzenkandidierenden der vier wählerstärksten Parteien im Bezirk Dietikon vorgestellt.