Während dem einzigen Anwärter auf das Amt des Stadtpräsidenten, Markus Bärtschiger von der SP, die Konkurrenten fehlen, beginnt in diesen Wochen anderswo ein heisser Wahlkampf. Denn am 10. Juni wird nicht nur der neue Schlieremer Stadtvater im zweiten Wahlgang erkoren, sondern auch die Besetzung der Bürgerrechtskommission und der Schulpflege – in beiden Gremien kommt es zur Kampfwahl.

Besonders spannend wird der 10. Juni für die Kandidaten für die Schulpflege. So liessen sich neben neun Bisherigen drei Neue zur Wahl aufstellen. Einzig Sozialdemokratin Susanne Wilke tritt nicht mehr an. Kampflos aufgeben will die SP ihren Sitz im Zehnergremium jedoch keineswegs und stellt ihrer bisherigen Kandidatin, Heidi Altherr, Marivel Sáez an die Seite. Ebenfalls erneut aufstellen liessen sich die parteilose Christine-Françoise Naumann, die christdemokratische Doris Sonja Epprecht und Rolf Werth vom Quartierverein.

Kampf der Bürgerlichen

Ronald Eicher, Barbara Kriech und Nicole Bachmann treten allesamt wieder für die FDP an. Letztere wechselte kurz nach ihrer Wahl in die Schulpflege vor vier Jahren von der SVP zur FDP. Die SVP will ihren damals verlorenen Sitz zurückerobern, während die FDP an Bachmann festhält. Dazu bedient sich die Volkspartei dem Slogan «Jetzt erst recht», der den Wahlflugblättern beigefügt ist. «Nicole Bachmann führt die Schulfinanzen und tut dies tadellos», sagt FDP-Präsidentin Barbara Angelsberger.

Neu stellt die SVP die 20-jährige Tamina Grädel auf. Diese habe gute Chancen auf einen Wahlerfolg, da sie die Schlieremer Schule aus eigener Erfahrung kenne, sagt SVP-Präsident Beat Kilchenmann auf Anfrage. «Zudem ist die Schulpflege schon seit vielen Jahren praktisch unverändert zusammengesetzt. Frisches Blut und eine neue Sichtweise tut jedem Gremium gut», sagt er weiter. Zu Grädel gesellen sich auch die beiden bisherigen Vertreter der Volkspartei Christian Martin und Petra Steffen.

Und dann sind da noch die Grünliberalen: Wie anlässlich der Gesamterneuerungswahlen vom März könnten sie erneut einem erfolgreichen Wahlsonntag entgegenblicken. Neben zwei zusätzlichen Sitzen im Gemeindeparlament gewannen sie mit Parteipräsident Andreas Kriesi ihr erstes Mandat im Stadtrat. Mit Liselotte Ünle-Petz wollen sie nun erstmals den Sprung in die Schulpflege schaffen. «Wir hoffen, dass die GLP wieder so erfolgreich sein wird wie am 4. März», sagt Kriesi auf Anfrage. Denn mit den rund 10 Prozent Wähleranteil der Grünliberalen sei eine Vertretung im Gremium durchaus angebracht.

Wieder aus dem Gemeinderat?

Gar vier neue Kandidierende wollen in die achtköpfige Bürgerrechtskommission (BüKo) gewählt werden. Auch hier will die GLP erstmals einen Sitz erobern. Sie stellen Lukas Speck auf, der erst im vergangenen März den Sprung ins Gemeindeparlament geschafft hat.

Im Falle einer Wahl in die Bürgerrechtskommission müsste er aus einem der beiden Gremien austreten, da ein Doppelmandat nicht erlaubt ist. Im Gemeindeparlament würde Ersatzkandidat Roman Marty für ihn nachrücken.

Mit dem Sozialdemokraten Robert Horber findet sich ein weiterer, aus dem Schlieremer Parlament bekannter Name unter den BüKo-Kandidaten. «Wir wollen Fragen der Einbürgerung nicht den bürgerlichen Parteien überlassen und nehmen mit dieser Kandidatur unsere Verantwortung wahr», sagt SP-Präsident Walter Jucker auf Anfrage. Auch Horber würde bei einer Wahl in die Bürgerrechtskommission aus dem Parlament austreten müssen. Für ihn nachrutschen würde Ersatzkandidat Roger Seger.

Ebenfalls als Neue kandidieren die freisinnige Alessandra Casutt und Geri Flatt vom Quartierverein für das Gremium. Mit Thomas Bolliger und Rosmarie Schmid (beide SVP), Matthias Michlig (FDP), Trudy Schönbächler sowie Jeanette Stähelin-Hunn (beide CVP) und Urs Wilke (SP) kandidieren sechs bisherige Mitglieder der BüKo. Gabrièle Estermann (CVP) und Peter Britschgi (FDP) treten nicht mehr an.