Abbau
Kampflos gibt Uitikon die Poststelle nicht auf - denn eine Schliessung wäre «hochproblematisch»

Die Post will überprüfen, ob die Filiale in Uitikon-Waldegg weiterhin betrieben werden kann. Für die Gemeinde wäre eine Schliessung «hochproblematisch».

Alex Rudolf
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Gemeindeschreiber Sinisa Kostic betont, dass eine Überprüfung der Uitiker Filiale noch keinem definitiven Schliessungsentscheid gleichkomme. (Themenbild)

Gemeindeschreiber Sinisa Kostic betont, dass eine Überprüfung der Uitiker Filiale noch keinem definitiven Schliessungsentscheid gleichkomme. (Themenbild)

KEYSTONE

Bis 2020 sollen 26 der insgesamt 130 Poststellen im Kanton Zürich überprüft und gegebenenfalls umgewandelt oder geschlossen werden. Darunter ist auch jene in Uitikon-Waldegg. Die Gemeinde wurde im Vorfeld nicht über diese Möglichkeit informiert, wie Gemeindeschreiber Sinisa Kostic auf Anfrage sagt. Ganz überraschend komme diese Information trotzdem nicht, sagt Kostic. Denn: «Seit mehreren Monaten war öffentlich bekannt, dass die Post Filialen schliessen oder in Postagenturen umwandeln will.»

Er betont, dass eine Überprüfung der Uitiker Filiale noch keinem definitiven Schliessungsentscheid gleichkomme. «Der Gemeinderat wird mit Vertretern der Post zusammensitzen und die für die Bevölkerung bestmögliche Lösung suchen», sagt Kostic und verweist auf die Möglichkeit einer Postagentur gemeinsam mit einem Partner. Bei solchen Agenturen, wie es sie beispielsweise in Bergdietikon oder Aesch gibt, werden Postleistungen angeboten. «Eine Schliessung der Post wäre aber hochproblematisch», so Kostic. Er vermutet, dass in diesem Fall sowohl der Gemeinderat als auch die Bevölkerung grossen Widerstand leisten würden.

Auf der Suche nach Partnern

Bereits Anfang Mai gab die Post bekannt, dass die beiden Filialen in der Fahrweid und in Weiningen geschlossen und in der Folge wahrscheinlich zwei sogenannte Postfilialen eröffnet werden. Man sei auf der Suche nach Partnern, hiess es damals.
Schweizweit sollen bis 2020 von den aktuell 1400 Filialen rund 600 wegfallen. Dies, weil immer weniger Menschen Postfilialen aufsuchen, da sie ihre Überweisungen per E-Banking und ihre Korrespondenzen mittels E-Mail erledigten. Diese Pläne stossen auf harsche Kritik vonseiten der Gewerkschaft Syndicom. Sie wirft der Post Profitoptimierung auf Kosten des Service public vor.