Urdorf

Kampf um den Schulpflegesitz geht in die erste Runde

«Wir müssen den Kindern ihre Neugierde lassen. Sie können sich oft auch selber weiterbilden, ohne zusätzliche Förderprogramme.»

Catherine Hunger, GLP

«Wir müssen den Kindern ihre Neugierde lassen. Sie können sich oft auch selber weiterbilden, ohne zusätzliche Förderprogramme.»

Drei Kandidierende für den freien Schulpflegesitz diskutieren über ihre Sicht auf konkrete Schulfragen. Im Schulhaus Moosmatt trafen sich die drei zum Podiumsgespräch unter der Leitung von Jürg Krebs, Chefredaktor der Limmattaler Zeitung

In Urdorf ist der aktuelle Wahlkampf um den frei werdenden Schulpflegesitz von Edith Herren (SP) gut sichtbar. Von drei Plakaten an der Bushaltestelle im Spitzacker strahlen die Kandidierenden Passanten an.

Während die Sozialdemokraten ihren Posten in der Schulpflege mit Markus Fuchs verteidigen wollen, fordert die GLP mit Catherine Hunger eine Vertretung aus ihrer Partei ein. Nicht zuletzt stellt sich auch Pia Simmendinger zur Wahl auf, als Parteilose. Im Schulhaus Moosmatt trafen sich die drei am Donnerstagabend zum Podiumsgespräch unter der Leitung von Jürg Krebs, Chefredaktor der Limmattaler Zeitung.

Nur dort sparen, wo es nötig ist

Sparen ist in Urdorf angesichts der Verschuldung ein sehr aktuelles Thema. Für Simmendinger - 46-jährig, verheiratet, Mutter einer 5-jährigen Tochter und Architektin sowie ETH-Dozentin - gilt: «Sparen ist grundsätzlich in Ordnung, aber wenn es um die Qualität der Ausbildung geht, sehe ich das etwas anders.» Zu grosse Klassen seien nicht förderlich - weder für die Kinder noch für die Lehrer. Ausserdem könnten mit weniger Lehrpersonen pro Klasse die Beziehungen zu den Kindern gestärkt und die Betreuung verbessert werden, so Simmendinger.

In diesem Punkt gingen die anderen Kandidaten mit ihr einig. Jedoch fordert Catherine Hunger - 44-jährig, verheiratet, Mutter einer 12-jährigen Tochter und Finance Customer Consultant - trotzdem konkrete Sparmassnahmen: «Es muss nicht immer alles neu sein.» Das Budget solle man sinnvoll einsetzen, auch was Sonderprogramme betreffe: «Wir müssen den Kindern ihre Neugier lassen. Sie können sich dadurch oft selber weiterbilden, ohne zusätzliche Förderprogramme.»

Sozialdemokrat Markus Fuchs - 48-jährig, verheiratet, Vater zweier Töchter, Sport- und Werklehrer an der Oberstufe in Zürich - setzte dieser Aussage entgegen: «20 Prozent der Urdorfer Schulkinder benötigen sonderpädagogische Massnahmen.» Der Schulschwerpunkt müsse woanders gesetzt werden. Er möchte Eltern mehr einbeziehen, um so die Qualität des Schulunterrichts zusätzlich zu erhöhen, indem sich die Lehrer aufs Wesentliche konzentrieren können: aufs Schulegeben.

So kamen die Kandidierenden an

Sozialdemokrat Fuchs punktete mit seiner Rhetorik. Der erfahrene Lehrer erntete für seine Argumentation Kopfnicken im Publikum. GLP-Kandidatin Hunger setzte vor allem auf ihre Erfahrung als Mutter und ihren langjährigen Bezug zu Urdorf. Pia Simmendinger legte als Parteilose Wert auf individuelle Entscheide. Simmendinger argumentierte auch, indem sie auf internationale Forschungserkenntnisse verwies.

Der erste Wahlgang für die Neubesetzung von Edith Herrens Sitz findet am Abstimmungswochenende vom 9. Juni statt, der zweite ist auf den 18. August angesetzt. Eines ist jedoch jetzt schon klar: Die Kandidierenden wollen - auch weil sie selbst Eltern sind - die Wahl nicht dem Zufall überlassen.

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