Als «letztes Mittel» bezeichnet Heinz Illi, Dietiker Sicherheitsvorstand, die Massnahme: Nur wenn alle anderen Anstrengungen nicht wirksam sind, darf die Stadt öffentliche Anlagen per Video überwachen.

Im Falle der WC-Anlagen auf dem Dietiker Kirchplatz ist diese Voraussetzung laut Illi erfüllt: Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen wurden die Toiletten wiederholt von Vandalen beschädigt und mussten in den letzten Jahren für insgesamt mehrere tausend Franken saniert werden. Nun soll mit dem Einsatz einer Überwachungskamera erneuten Sachbeschädigungen ein Riegel geschoben werden.

Soziale Kontrollen sind effektiver

«Die Installierung der Kamera ist ein Versuch», sagt Illi. «Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass wir Vandalismus nicht einfach akzeptieren.»

In erster Linie erhoffe man sich eine abschreckende Wirkung – wie hilfreich die Videoüberwachung bei der Entlarvung von Sachbeschädigern sein wird, sei hingegen unklar.

«Die Kamera filmt den Vorraum der Anlage. Sie zeichnet also lediglich auf, wer hinein- und hinausgeht, nicht aber, was in der Anlage selber passiert», so Illi.

Für ihn ist die Kamera auch kein Allheilmittel gegen Straftaten: «Die Videoüberwachung allein löst keine Probleme, sondern kann lediglich unterstützend wirken.

Dazu muss sie aber eingebettet sein in andere Massnahmen, wie Sicherheitspatrouillen oder geregelte Öffnungszeiten.» Auch habe man festgestellt, dass soziale Kontrollen, beispielsweise durch das Putzpersonal, oftmals mehr bewirken könnten als der Einsatz von Kameras.

Montage kostet 10 000 Franken

Zwar hat der Stadtrat nun mit der Entwicklung eines Überwachungskonzepts und den dazu erforderlichen Richtlinien die rechtliche Basis für einen vermehrten Einsatz von Videokameras geschaffen.

«Im Moment sind allerdings an keinem anderen Ort Kameras geplant», sagt Illi. Auch die flächendeckende Überwachung des Kirchplatzes – wie bereits im Parlament gefordert wurde – ist für Illi keine Option. «Ein grossräumiger Einsatz von Kameras ist weder effektiv noch finanziell tragbar.»

Doch schon die Überwachung der WC-Anlagen am Bahnhofplatz ist mit finanziellem und personellem Aufwand verbunden: «Allein die Montage der Kamera kostet zwischen 8000 und 10 000 Franken», so Illi.

Zusätzlich wurden zwei Mitarbeiter des Amts für Umwelt und Gesundheit mit der Betreuung der Kamera beauftragt. «Wir werden die Bilder allerdings nur überprüfen und auswerten, wenn tatsächlich ein Verdacht auf eine Straftat besteht.»