Urdorf
Kampf gegen den Rückgang bei der Bevölkerung

Urdorf schrumpft. Seit dem Höchststand an Einwohnern 2001, damals lebten 9361 Personen in der Gemeinde, geht die Zahl kontinuierlich zurück. Innert eines Jahres lebten 133 Personen weniger in Urdorf.

Flavio fuoli
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An der Schönheimstrasse wird eine ganze Siedlung abgerissen und neu aufgebaut. flavio fuoli

An der Schönheimstrasse wird eine ganze Siedlung abgerissen und neu aufgebaut. flavio fuoli

Limmattaler Zeitung

Gegen Ende vergangenen Jahres dann die alarmierende Zahl: Erstmals seit 1996 sank die Einwohnerzahl wieder unter 9000, nämlich auf 8919. Dies habe insbesondere zur Folge, dass die bedeutenden finanziellen Lasten der Gemeinde von einer geringeren Anzahl von Steuerpflichtigen getragen werden müssen, sorgt sich der Gemeinderat. Dies zu Recht, sind die finanziellen Verpflichtungen mit der gut ausgebauten Infrastruktur wie Hallenbad, Eisbahn, Freibad und Mehrzweckhalle doch überdurchschnittlich hoch.

Rückgang zum Teil erklärbar

Dass auch in Urdorf die Leute stets mehr Raum beanspruchen, ist klar. Es leben immer weniger Leute in den Wohnungen, weil die Familien immer kleiner werden. Dies alleine mag den Rückgang nicht erklären. Vielmehr sind es etliche Gesamtsanierungen von Wohnüberbauungen, welche die Einwohnerzahl verringern liessen. Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner zählt gegenüber der az Limmattaler Zeitung diverse Siedlungen auf, die komplett erneuert – sprich abgerissen und wieder neu aufgebaut oder saniert wurden oder noch werden:

Die Siedlung der Baugenossenschaft Schönheimstrasse, die Wohnüberbauungen Cortali an der Schlierenstrasse, Hatt-Bucher-Stiftung und Migros-Pensionskasse an der Feldstrasse. «Die gegenwärtige Einwohnerzahl ist eine Momentaufnahme. Viele Leute sind wegen dieser Erneuerungs- und Sanierungsprojekte vorübergehend weggezogen. Es werden wieder viele Neuzuzüger hinzukommen», ist sich die Gemeindepräsidentin sicher.

Der Gemeinderat setzte sich in seinem Leitbild «Urdorf 2010+» ein massvolles qualitatives Bevölkerungswachstum zum Ziel. Dabei soll die Einwohnerzahl bis ins Jahr 2020 wieder auf 9300 Einwohner ansteigen.

«Da sind wir dran», bestätigt Sandra Rottensteiner, «wir haben eine Einzonungsvorlage im Gebiet Bölisbaumgarten, am Dorfrand von Oberurdorf in Vorbereitung.» Die Gemeinde warte zudem auf die Inkraftsetzung des Richtplans durch den Kanton im kommenden Jahr. Urdorf hat bekanntlich einen flächengleichen Abtausch vom bisherigen Siedlungsgebiet Schälchlihoger in die Gebiete Gugelweg und Wirbel beantragt. Diese sollte bis im Jahre 2013 in Kraft sein.

Rottensteiner ist zuversichtlich, dass dies gelingen wird. «Der Kanton unterstützt unser Begehren. Derzeit liegt dieser Richtplan öffentlich auf. Wir sind auf guten Weg.» Mit wie vielen neuen Einwohnern Urdorf mit möglichen Einzonungsvorlagen auf dem gesamten, künftigen Siedlungsgebiet rechnen kann, lässt sich laut der Gemeindepräsidentin nicht vorhersagen.

Optimistisch stimmen sie weitere Bauabsichten. Im Zentrum Spitzacker beabsichtigt die Migros-Pensionskasse 30 weitere Wohnungen (die az Limmattaler Zeitung berichtete) zu bauen und 2013 werden die ebenfalls rund 30 Alterswohnungen der Genossenschaft Azur auf den Markt kommen, was einigen Wohnraum frei werden lässt. Rottensteiner: «Ich bin optimistisch für die Zukunft. Wir werden wieder langsam wachsen.»

Reserve im Zwüschenbächen

Urdorf verfügt im Raum Zwüschenbächen, das zwischen Autobahn und Birmensdorferstrasse liegt, über eine grosse, zusammenhängende Reservezone. In den nächsten zehn Jahren, so die Gemeindepräsidentin, werde man dieses Gebiet genauer unter die Lupe nehmen und sich Gedanken zur Nutzungsplanung und zur räumlichen Gestaltung machen. Noch nicht gelöst sei für dieses Gebiet jedoch der Hochwasserschutz. Bis das heutige Siedlungsgebiet Zwüschenbächen bebauungsfähig sei, könne es noch dauern, so Rottensteiner. Genaue Aussagen könne man nicht machen.

Urdorf sei, siehe die verschiedenen Siedlungserneuerungen, nach innen zu verdichten, das habe der Kanton klar ausgedrückt, sagt die Gemeindepräsidentin. «Wir können derzeit nur nach innen wachsen, sieht man von der sich in Vorbereitungen befindenden, flächenmässig mit rund 1,5 Hektaren bescheidenen Einzonungsvorlagen in Oberurdorf ab.»