Nachdem am Montag ein Lehrer des Schulhauses Kalktarren in einem Leserbrief Kritik an einem Postulat von Gemeinderat Beat Rüst (Grüne) übte, zieht nun ein Grossteil des Lehrkörpers mit: In einem 12 Punkte umfassenden Argumentarium äussern sie ihr Befremden über den Vorstoss Rüsts und empfehlen dem Parlament das Postulat an der Sitzung vom kommenden Montag nicht an den Stadtrat zu überweisen.

Der ehemalige Schulevaluator und in Uetikon amtierende Schulleiter Rüst kritisierte, dass der Kalktarren-Schulleiterin die gesamte personelle und pädagogische Führung für Kindergarten, Unterstufe und Sekundarschule obliegt. Rüst und 17 Mitunterzeichnende baten den Stadtrat deshalb zu prüfen, ob Kindergarten/Unterstufe und Sekundarschule nicht in zwei Schulbetriebe aufgeteilt und je einer eigenen Leitung unterstellt werden könnten.

Lehrer: Kritik ist unberechtigt

In ihrem 12-Punkte-Argumentarium bezeichnen die Lehrerinnen und Lehrer die Kritik an der Führung und der Führungsstruktur der Schule als unbegründet.Unter anderem verweisen sie auf den Schulevaluationsbericht 2010, der zum Schluss kommt, dass das Schulhaus Kalktarren «zu Unrecht einen eher schlechten Ruf» geniesse. Ihre Aufgaben, wie etwa die Mitarbeitergespräche und -beurteilungen, würde Schulleiterin Beatrice Nicolet allesamt erfüllen, wenn nicht sogar übertreffen, so die Argumentation der Lehrer. Man arbeite ausserdem in pädagogischen Jahrgangsteams, die stufenspezifische Themen gar noch differenzierter angehen würden, «als vom Postulanten erdacht».

Rüst verweist auf pädagogische Führungsmängel

Beat Rüst versteht derweil die heftige Reaktion der Lehrer nicht. Er kritisiere nicht die bestehende Schulleitung, sondern äussere lediglich Zweifel daran, dass die Organisationsstruktur im «Chalchi» eine wirkungsvolle pädagogische Führung der Schule zulasse.. Er verweist dabei auf Mängel im Schulprogramm, die darauf verweisen würden. Die Schulpflege sei verpflichtet, die nötigen Bedingungen für eine starke pädagogische Führung der Schule zu schaffen. Er frage sich, ob hier, etwa aus Angst vor einer Veränderung, bereits das Nachdenken über andere Lösungen im Keim erstickt werden soll, sagt Rüst.