Dietikon
Jungtierschau: Federvieh aus der ganzen Welt

Da die Kaninchen wegen einer Seuche zu Hause bleiben mussten, waren Hühner die Stars an der Schau des Kleintiervereins Dietikon.

Yannick Gisler (Text und Fotos)
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Jungtierschau Dietikon
8 Bilder
Rheinländer Huhn mit Küken
Ballone für die Kinder
Pommernenten
Das grünblaue Ei des Aracauna Huhns
Regula Leutert, Präsidentin des Fellnähervereins und ihre Produkte
Die Beiz
Die dreijährige Elin posiert mit Exemplaren der grössten (Brahma-Huhn) und der kleinsten Hühnerrasse (Chabo-Huhn).

Jungtierschau Dietikon

Yannick Gisler

Die diesjährige Jungtierschau in Dietikon stand ganz im Zeichen der bevorstehenden Fussball-Europameisterschaft. Im Fokus standen dabei die Hühner: Für jede Nationalmannschaft gab es am Samstagnachmittag die passende Rasse zu sehen. Die «Appenzeller Barthühner» vertraten die Schweiz, für die Franzosen waren die «Marans-Hühner» am Start, für Deutschland die «Rheinländer». Daneben waren aber auch aussereuropäische Rassen zu sehen, zum Beispiel das aus Chile stammende Araucana-Huhn, das zwischen 1,6 und 2,5 Kilogramm wiegt und pro Jahr etwa 180 seiner unverkennbaren blaugrünen Eier legt. Wer sich bis anhin noch kaum mit Hühnern auseinandergesetzt hatte, konnte sich dank Infoblättern an den Käfigen über die einzelnen Rassen schlau machen.

Fabian Schenker, Organisator der Jungtierschau, kennt sich mit Hennen und Gockeln bestens aus. Er ist seit 1992 Mitglied des Kleintiervereins Dietikon und züchtet in seinem Garten verschiedene Hühner. «Wir wollen der Dietiker Stadtbevölkerung, die diese Chance im Wohnblock vielleicht nicht hat, die Möglichkeit geben, Tiere kennenzulernen und anzufassen.»
Auch die dreijährige Elin hat Freude an den Hühnern, hält sie im Arm und streichelt sie: «Mein Liebling ist das Brahma-Huhn. Es ist das Grösste aller Hühner.» Das Brahma-Huhn bringt bis zu fünf Kilogramm auf die Waage.

Keine Kaninchen, dafür Fell

Auf den beliebten Streichelzoo mit flauschigen Kaninchen mussten die Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr verzichten. Denn zurzeit grassiert die virale hämorrhagische Kaninchenkrankheit, die auch als ChiFedervieh naseuche bekannt ist. Die Seuche, die in den meisten Fällen tödlich endet, hat auch im Kanton Zürich schon einige Nager das Leben gekostet. Das kantonale Veterinäramt hat deshalb vor kurzem ein Verbot für Kaninchenausstellungen erlassen.

Dafür war die Fellnähgruppe Limmattal anwesend und ermöglichte an ihrem Stand den Kauf von zahlreichen Kaninchenfellprodukten. Flauschige Teddybären, Pulswärmer und noch vieles mehr werden von den engagierten Fellnäherinnen seit 50 Jahren hergestellt. «Die Pulswärmer sind vor ein oder zwei Jahren wirklich der Renner geworden. Dieses Accessoire verkauft sich sehr gut», sagt Regula Leutert, Präsidentin der Fellnähgruppe. Die rund zwölf Näherinnen des Vereins beziehen die Felle meistens im Februar direkt beim Kaninchenzüchter, bringen diese in die Gerberei und können im Herbst mit der Verarbeitung beginnen.