Es war kurz vor der Abstimmung, als Jennifer Peterhans den vielleicht wichtigsten Satz des Tages sagte: «Vergesst nicht, ihr könnt etwas bewirken.» Die 15-Jährige ist Vize-Präsidentin des Jugendrates der Stadt Dietikon und richtete ihre Worte an rund ein Dutzend Jugendliche der Oberstufe. Sie bestritten am Samstag die zweite Jugendsession im Singsaal der Schule Luberzen.

«Wir haben vor einem Jahr mit der Planung begonnen», sagte Peterhans. Für die Teilnahme der Session wurden Flyer verteilt. Um jugendrelevante Themen zu sammeln, wurden in den Schulen Briefkästen aufgestellt. Der Jugendrat, bestehend aus Peterhans, Valentina Büschi, Géraldine Füllemann, Kreshmeh Jabari und Leonie Stocker, hat sich der eingegangenen Themenvorschläge angenommen und sich für deren drei entschieden.

In Gruppenarbeiten zum Ziel

Konkret stand eine Veloprüfung bereits in der Unterstufe zur Diskussion. Auch die Lockerung des Handyverbots in den Unterrichtspausen scheint ein Bedürfnis der Schüler zu sein. Als letztes Thema kam die vermehrte Nutzung der sechs Dietiker Turnhallen im Winter auf die Traktandenliste. Die Sessions-Teilnehmenden wurden in drei Gruppen unterteilt, um die entsprechenden Massnahmevorschläge zur Abstimmung zu führen.

Bereits einmal erfolgreich

Ihnen standen der Stadtrat Philipp Müller (FDP), der Gemeinderat Philipp Sanchez (SP) und der Leiter der Schule Luberzen, Christian Aeschbach, zu Seite. Anwesend war auch Nadine Burtscher, Gemeinderätin der EVP, die einst Mitglied des Dietiker Jugendparlaments war, das 2012 inaktiv wurde. «Ich bin begeistert vom Engagement der Jugendlichen», sagte Burtscher. Sie und weitere Gäste gaben ebenso wertvolle Tipps weiter.

Die drei Präsentationen verliefen zielsicher. Die meisten Fragen generierte das Handyverbot. Jedoch erreichte die vermehrte Nutzung der sechs Turnhallen die meisten Stimmen. Das als «DC Sports 8953» vorgestellte Anliegen will, dass die Hallen von Oktober bis März den Jugendlichen kostenlos zur Verfügung stehen.

Auflagen wären unter anderem, dass jeweils eine erwachsene Aufsichtsperson dabei ist oder die Anzahl von mindestens acht Jugendlichen vorgeschrieben ist. Ziele sind das Ausüben von sportlichen Aktivitäten und das Pflegen von sozialen Kontakten. Dass der Jugendrat etwas bewirken kann, zeigte bereits die erste Session vor einem Jahr. Damals wurde entschieden, das Thema «Rettungsübungen in Schulen» konkret zu verfolgen.

Der Jugendrat konnte mithilfe des Gemeinderates Markus Erni (SVP) ein Postulat erarbeiten, das eine Theorielektion und Praxisübungen vorsieht (die Limmattaler Zeitung berichtete). Peterhans und ihre Mitstreiterinnen brennen nun darauf, die nötigen Schritte für «DC Sports 8953» einzuleiten.