Jungparteien
Jungpolitiker in der Kanti: zum Schluss stand der SVPler im Mittelpunkt

Fünf Jungpolitiker diskutierten an der Kantonsschule Limmattal in Urdorf die Flüchtlingskrise und die Energiewende.

Alex Rudolf
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Von links nach rechts: Tiba Pannuthurai (Juso), Elena Marti (Grüne), Moderatoren Balz Hedinger und Milena Kälin, Olivia Boccali (JCVP), Susanne Mehr (JFDP) und Nicolas Gorlero (JSVP).

Von links nach rechts: Tiba Pannuthurai (Juso), Elena Marti (Grüne), Moderatoren Balz Hedinger und Milena Kälin, Olivia Boccali (JCVP), Susanne Mehr (JFDP) und Nicolas Gorlero (JSVP).

Alex Spichale

Am 18. Oktober ist Wahltag und landauf, landab ist derzeit dasselbe Prozedere zu beobachten: Parteien und Organisationen veranstalten Podiumsdiskussionen. Vor mehr oder minder grossem Publikum kreuzen mehr oder minder aussichtsreiche Kandidaten die Klingen.

So auch am Donnerstag an der Kantonsschule Limmattal (KSL) in Urdorf. Nur standen sich hier nicht die Kandidaten mit den grössten Wahlchancen gegenüber, sondern die jüngsten. Exponenten der grossen Zürcher Jungparteien waren von der Fachschaft Geschichte eingeladen worden, ihre Standpunkte vor den rund 120 Schülerinnen und Schülern der fünften Stufe zu vertreten. Olivia Boccali (JCVP), Nicolas Gorlero (JSVP), Elena Marti (Grüne), Tiba Pannuthurai (Juso) und Susanne Mehr (JFDP) traten an.

Von der Einstiegsfrage nach der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative gelangten die Diskutierenden schnell zum Umgang mit Flüchtlingen. Marti und Pannuthurai betonten die Verantwortung der wohlhabenden europäischen Staaten und verwiesen darauf, dass die Aufnahme von Flüchtlingen der humanitären Tradition der Schweiz entspreche. Mehr sprach sich dafür aus, Asylanträge gleich in den Krisengebieten durchzuführen: «Auf diese Weise können diejenigen, die aufgenommen werden, sicher in die Schweiz kommen. Abgewiesene müssen den Weggar nicht erst auf sich nehmen», argumentierte sie.

«Ihr seid scheinheilig»

Ähnlich klang es auch aus Gorleros Mund: «Anstatt dass Menschen hierherflüchten, ist es viel sinnvoller, wenn wir unsere Ressourcen vor Ort zum Aufbau von Infrastruktur einsetzen.» Pannuthurai war dieser Töne wegen sichtlich irritiert: «Wegen der Ratsrechten wurde das Budget für die Flüchtlingshilfe in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gekürzt.» Daher attestierte sie den bürgerlichen Jungpolitikern Scheinheiligkeit. Die CVP-Exponentin ortete ihre Positionen in der Mitte der beiden dominanten Pole.

Antworten ohne Eingeständnisse

Ebenfalls auseinander gingen die Meinungen beim Thema Energiewende. Während Marti – sie bekleidet den ersten Nationalratslistenplatz der Grünen Kanton Zürich – darauf verwies, dass mit Beznau das dienstälteste Kraftwerk der Welt in der Schweiz steht, die Gefahren damit zusehends unberechenbarer würden, hielt der SVP-Exponent dagegen. Gorlero betonte, dass mit dem Wechsel auf erneuerbare Energie der Strompreis in die Höhe getrieben werde, was für das Gewerbe brandgefährlich sei. «Ein Wechsel schafft aber auch neue Arbeitsplätze, die die Schweizer Wirtschaft beflügeln», konterte Marti.

Als zum Schluss Fragen aus dem Publikum entgegengenommen wurden, stand plötzlich der junge SVPler im Fokus. Zwei Gymnasiasten hinterfragten einerseits die Flüchtlingspolitik seiner Partei und andererseits deren Wahlpropaganda. Gorlero liess sich dadurch jedoch keineswegs aus der Ruhe bringen und gab jedem Fragenden eine Antwort, ohne Eingeständnisse zu machen. (aru)