Veton Polozani steht in der Turnhalle des Schulhauses Büel in Unterengstringen, die Trillerpfeife im Mund. Er schaut den rund zwölf Spielern zu, pfeift, gibt Anweisungen. Von der Hallenmitte aus sind seine Worte akustisch nicht immer zu verstehen, denn der Trainer der SG Dietikon-Urdorf spricht mit Bedacht, er wird während des Trainings kaum einmal laut.

Polozanis ruhige Art passt zu dieser Mannschaft, die nach dem Abstieg aus der 2. Liga ihre Identität noch finden muss. Denn es sind viele junge Talente zum Team gestossen – sehr junge, wie Polozani sagt. Diese sollen kontinuierlich an das Niveau in der 3. Liga herangeführt werden. «Es ist wichtig, dass sie sich an diese Spielweise gewöhnen», sagt Polozani. «Denn es ist schon etwas anderes, wenn man gegen Männer spielt als gegen Jugendliche.»

Auch Routiniers im Team

Doch das Risiko, nur auf die Jugend zu setzen, will man nicht eingehen: Einige Spieler, die mit der SG Dietikon-Urdorf vergangene Saison abgestiegen sind, sind geblieben und sorgen dafür, dass Polozanis neu formiertes Team auch über eine gewisse Erfahrung verfügt. Eine Mischung aus Rookies und Routiniers also, wie es Polozani formuliert.

Andere, die letzte Saison noch der SG Dietikon-Urdorf angehörten, spielen jetzt bei der anderen Herrenmannschaft des HC Dietikon-Urdorf. Vergangene Saison war der Verein mit zwei Mannschaften in der 2. Liga vertreten. Weil der HC Dietikon-Urdorf die Ligaklasse halten konnte, ist das Team nun vereinsintern die erste Mannschaft. Die beiden Mannschaften ermöglichen dem Verein viel Flexibilität. «Es kann sein, dass wir weitere Spieler zwischen den Mannschaften austauschen», sagt Polozani. «Wir müssen erst schauen, wer so weit ist, dass er oben mitspielen kann. Dazu sind Erfahrung und Spielintelligenz wichtig.» Dazu bleibt nicht ewig Zeit: Hat ein Spieler für sein Team mehr als fünf Spiele absolviert, ist ein Wechsel von einem Team zum anderen laut Reglement nicht mehr möglich.

Respekt vor der 3. Liga

Zweimal pro Woche trainieren die 3.-Liga-Handballer, ein zusätzliches drittes Training wird jeweils donnerstags angeboten. Heute findet das letzte Training vor dem Meisterschaftsstart am Samstag statt, wenn die SG Dietikon-Urdorf auswärts auf Würenlingen trifft. Für die Limmattaler ist die kommende Meisterschaft gewissermassen eine Wundertüte. «Ich kann die Teams, die in der 3. Liga spielen, nur schwer einschätzen», sagt Polozani. «Manche Teams verfügen über ehemalige Spitzenspieler, die viel Erfahrung haben.» Erfahrung, die besonders den jungen Spielern in Polzanis Team noch fehlt. Daher dürften die Partien gegen solche Mannschaften für die neu zusammengestellte Truppe nicht einfach werden.

Was ist das Saisonziel des Teams? Polozani lächelt: «Unser primäres Ziel ist es, die jungen Spieler an die Aktivsaison zu gewöhnen», sagt er, «Wir müssen schauen, wer so weit ist.» Dann fügt er aber hinzu, dass er mit der Mannschaft natürlich am liebsten den Wiederaufstieg schaffen würde, auch wenn das nicht das offizielle Ziel des Vereins ist. Doch Polozani zeigt Respekt vor der neuen Aufgabe: «Es gibt auch in der 3. Liga gute Mannschaften.» Immerhin habe man eine gute Breite im Kader, sofern alle Spieler zur Verfügung stehen.