Schlieren
Junge Stimme sang alte Meister - Adventskkonzert des Stadtorchesters

Das Stadtorchester entführte sein Publikum in der reformierten Kirche in die Zeit der grossen Komponisten.

Yannick Gisler (Text und Foto)
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Sopranistin Stefanie Ernie (links, stehend) betörte das Publikum mit ihrer Stimme.

Sopranistin Stefanie Ernie (links, stehend) betörte das Publikum mit ihrer Stimme.

Das Stadtorchester Schlieren trumpfte in seinem diesjährigen Winterprogramm nicht nur mit grossen Meistern auf – sondern auch mit grossen Emotionen. Rund 100 Zuschauer bekamen in der reformierten Kirche Kompositionen von Schubert, Mozart und Beethoven zu hören. Unter dem Programmtitel «Vom Winde verweht» standen Arien und Sinfonien, die von Eifersucht, Verzweiflung oder eben, wie in Beethovens «Ah! Perfido», von verwehter Liebe handeln.

Den Auftakt zum diesjährigen Winterkonzert gab das Orchester unter der Leitung von Hugo Bollschweiler am Samstagabend mit der 1771 von Mozart komponierten Sinfonie Nr. 12 und eröffnete so diesen klassischen Abend. Schubert, Beethoven oder Mozart, das Stadtorchester Schlieren interpretierte alle Stücke auf dynamische Weise und vermochte damit auch die Konzertbesucher zu überzeugen. Sie gaben sich dem von Kontrabass, Geige, Querflöte und Co. gezeichneten Klangbild hin, liessen sich von der Musik tragen und folgten mit den Augen gebannt den Bewegungen des Dirigenten.

Eine Tradition im Advent

Für einige ist die alljährliche Darbietung des Stadtorchesters längst zum festen Bestandteil der Vorweihnachtszeit geworden. Paul Buecher aus Schlieren hört sich das Winterkonzert jedes Jahr an, wie er sagt: «Es gehört für mich ein wenig zum Advent, dass ich hierher komme.» Und auch die Künstler schwärmten nach dem Konzert: «Super» sei es gewesen, sagte Bollschweiler: «Es ist immer schön, hier zu spielen. Ein wenig wie zu Hause.» Der Leiter des Orchesters hat bereits am Conservatoire de Fribourg, an der Musikakademie Basel, an der Zürcher Hochschule der Künste und auf der anderen Seite des Atlantiks am Peabody Institute der Johns Hopkins University in Baltimore (USA) studiert.

Der schlichte Kirchenraum gab an diesem Samstagabend der Musik den Raum, den sie brauchte. Nach einem rein instrumentalen Einstieg ergänzte schliesslich Sopranistin Stefanie Erni das Orchester mit ihrer Stimme. «Ich hatte Lust, etwas mit einer Sängerin zu machen, und so hat sich das ergeben», erklärte Bollschweiler, der die Arien speziell für die Sopranistin ausgewählt hat. Er habe Erni in einem Programm kennen gelernt, bei dem er selbst mitgespielt habe. «Ihr Gesang hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen», so Bollschweiler.

Mit ihrer Stimme verzückte die junge Sopranistin in der Folge das Publikum etwa mit dem von Ludwig van Beethoven 1796 komponierten «Ah! Perfido» oder Mozarts «Vado, ma dove? Oh Dei!». «Wunderbar!», kommentierte etwa Franz Erni aus Schlieren, «eine wunderschöne Stimme.»

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