Dietikon
Junge Schwäne über Schwelle gespühlt: Stadt montiert zum Schutz ein kleines Sieb

Die Schwanenfamilie auf dem Marmoriweiher muss keine Angst mehr haben, getrennt zu werden. Die Stadt hat einen Schutz beim Abfluss eingerichtet.

Thomas Mathis
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Schwanenfamilie erhält Schutzsieb
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 Als Sofortmassnahme hat die Stadt Dietikon dieses Lochblech installiert.
 Die Schwanenfamilie beim Marmoriweiher.

Schwanenfamilie erhält Schutzsieb

Thomas Mathis

Dort, wo das Wasser aus dem Marmoriweiher fliesst, plätschert stetig Wasser über eine Schwelle. Der Bach, der den Dietiker Weiher mit der Reppisch verbindet, ist kein reissender Fluss. So harmlos er aussieht, so dramatisch war für die Schwanenfamilie die Szene, die sich auf der Schwelle vor einigen Tagen abgespielt hat. Nur wenige Tage nach dem Schlüpfen wurden zwei ihrer sieben Jungen über die Schwelle gespült und in Richtung Reppisch getrieben.

Die Familie hatte Glück im Unglück. Katrin Rüesch, die die Szene beobachtet hat, rettete die beiden hilflosen Tiere aus dem Rinnsal. Sie, die in ihrer Freizeit häufig unterwegs ist, um Vögel zu fotografieren, vereinigte die Schwanenfamilie wieder. Noch am selben Abend schilderte die Dietikerin der Stadt ihr Erlebnis und fragte, ob es möglich wäre, eine Schutzvorrichtung anzubringen. Schon am nächsten Morgen machte sich Thomas Weber, Leiter der Stadtgärtnerei, auf die Suche nach einer Lösung. «Ich weiss, dass viele Freude an den brütenden Schwänen haben. Deshalb wollte ich schnell reagieren», sagt er auf Anfrage.

Eine simple Schutzvorrichtung

Auf der Schwelle installierte er noch am selben Morgen ein Lochblech, das ein Wegspülen verhindert. «Die Schutzvorrichtung ist simpel und erfüllt den Zweck», sagt er. Im Bach selbst konnte Weber keine Installationen anbringen, weil der Durchfluss freigehalten werden muss, damit es bei Starkwasser nicht zu Überschwemmungen kommt. Ein Vorteil dieser Lösung sei, dass sich das Sieb mit einfachen Mitteln von den Ästen und Blättern befreien liesse.

Über die kurze Reaktionszeit der Stadt freut sich Rüesch: «Ich finde die Sofortmassnahme eine super Sache.» Denn sie vermutet, dass diesen Frühling bereits acht junge Stockenten heruntergespült wurden. Diese hat sie seit einiger Zeit nicht mehr gesehen. Seit vergangener Woche ist der Marmoriweiher für die jungen Wasservögel also sicherer geworden. Das Lochblech ist nicht die einzige Schutzmassnahme, die die Stadt für die Schwäne eingerichtet hat. Bereits im vergangenen Jahr hat er deren Brutplatz mit einem Gitter vor den freilaufenden Hunden abgeschirmt.

Die Massnahmen kommen nicht nur den Schwänen zugute, sondern auch den ebenfalls brütenden Blässhühnern und Stockenten. Die einfache Konstruktion schützt die Familien vor einer ungewollten Trennung, sodass die Spaziergänger den Nachwuchs noch lange beobachten können.