Oberengstringen
Junge Oberengstringer sollen für ein gutes Miteinander «fötzelen»

Die Jugendarbeit sucht Jugendliche, die am Wochenende den Dorfplatz von Oberengstringen reinigen. Bislang haben sich allerdings noch keine Freiwilligen gemeldet.

Sandro Zimmerli
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«Durch ihren Einsatz können die Jugendlichen den Hausdienst des Zentrums entlasten», sagt der Jugendbeauftragte Lukas Vogt. zim

«Durch ihren Einsatz können die Jugendlichen den Hausdienst des Zentrums entlasten», sagt der Jugendbeauftragte Lukas Vogt. zim

Limmattaler Zeitung

Jugendliche, die am Samstag- und Sonntagmorgen den Dorfplatz putzen – in Oberengstringen könnte dies schon bald zu einem gewohnten Bild werden. Das hofft zumindest Lukas Vogt, Jugendbeauftragter der Gemeinde. Von ihm stammt auch die Idee, junge Menschen für diesen Job zu gewinnen.

«Das Ganze ist an der so genannten Arena Ende Mai entsprungen», sagt Vogt. Damals hatten sich Jugendliche mit Anwohnern, Ladenbesitzer und Behördenvertreter zu einer Diskussionsrunde getroffen. Hintergrund des Treffens war die künftige Nutzung des Dorfplatzes.

Treffen war «gefreute Sache»

Seit einiger Zeit verbringen dort mehrere Gruppen Jugendlicher einen Grossteil ihrer Freizeit. Ein Umstand, der im Dorf nicht überall auf Wohlwollen stösst – auch wegen des Abfalls. «Durch ihren Einsatz könnten die Jugendlichen einerseits den Hausdienst des Zentrums entlasten. Andererseits setzen sie auch ein Zeichen und zeigen, dass sie etwas zum Dorfleben beitragen», so Vogt. Das Treffen zwischen den Jugendlichen und den Erwachsenen bezeichnet Vogt als «gefreute Sache. Nur schon deshalb, weil man miteinander diskutiert hat.»

Ob tatsächlich Jugendliche für die Dorfplatzreinigung eingesetzt werden, ist offen. «Bislang hat sich noch niemand gemeldet. Auch diejenigen Jugendlichen, die ich angesprochen habe, sind noch nicht so weit», hält Vogt fest. Er könne verstehen, dass es nicht jedermanns Sache sei, am Wochenende in der Frühe aufzuräumen. Auf der anderen Seite könne es aber ein interessantes Angebot für die Jugendlichen sein – denn sie würden für ihren Einsatz entlöhnt.

Am Treffen zwischen den Jugendlichen und den Behördenvertretern wurde zudem auch der Wunsch laut, grössere und zusätzliche Abfalleimer und Aschenbecher rund um den Dorfplatz aufzustellen. Der Gemeinderat hat sich inzwischen entschieden, die Standorte und die Anzahl der Eimer im Zentrum zu überprüfen. Ebenso ist angedacht, die bestehenden Eimer durch vandalensichere zu ersetzen.

Veränderungen im Jugendhaus

Die Putzequipe ist nicht die einzige Aktion der Jugendarbeit, die in nächster Zeit gestartet werden soll. Auch beim zweiten beliebten Treffpunkt der Jugendlichen, dem Jugendhaus, stehen Veränderungen an. «Wir wollen den Innenhof des Hauses umgestalten», erklärt Vogt. Zudem wolle man bei der Zutrittsberechtigung für das Jugendhaus Anpassungen vornehmen. Künftig soll das Alterslimit bei 18 Jahren liegen. «Es gibt Jugendliche, die nicht ins Jugendhaus kommen, wenn sich dort 20-Jährige aufhalten», hält Vogt fest.

Doch nicht nur wegen der Jugendlichen ist der Dorfplatz Thema in der Gemeinde. Denn er ist kaum bevölkert. Deshalb werden immer wieder Stimmen laut, die den Platz attraktiver gestalten und beleben wollen. Der im Rahmen der Zukunftskonferenz gebildete Steuerungsausschuss zur Attraktivitätssteigerung der Gemeinde hat dieses Begehren dann auch in den Schlussbericht aufgenommen, der vor einem Jahr dem Gemeinderat übergeben wurde. Darin regte der Ausschuss an, dass unter anderem das Restaurant, die Bibliothek und die reformierte Kirche ihre Aktivitäten vermehrt auf den Platz verlagern könnten. Zudem schlug er vor, die Jugendlichen in die Lösungsfindung einzubeziehen. Der Gemeinderat beauftrage daraufhin die Kultur- und die Jugendkommission damit, Vorschläge für die Belebung des Platzes auszuarbeiten.

Jugendliche, die Interesse am Reinigungsjob haben, können sich bei der Jugend-Info unter 044 750 19 75 melden.