Persönlich

Jung und Alt

Alte oder junge Frau?

Alte oder junge Frau?

Es ist hin und wieder ein Spass, wie Synonyme die Bedeutungszuschreibungen der Menschen ans Licht bringen. So zum Beispiel beim Griff ins Internet, wenn man Alternativen sucht, um langweiligen Wiederholungen in Texten auszuweichen. Als ich aber kürzlich nach einem Ausdruck für junge Menschen suchte, wurde mir aufgezeigt, wie die Jungen wirklich sind. Mit den Assoziationen grün, sportlich und naiv könnte ich noch leben. Schliesslich kann man auf Grund der fehlenden Lebenserfahrung eine gewisse Naivität unterstellen. Die weiteren Vorschläge aber waren unmündig, ahnungslos, kindlich, knusprig, unwissend, unberührt und gar unfertig. So sieht man die Jungen also. Zum Glück bin ich das nicht mehr.

Bei der älteren Generation sieht es übrigens nicht viel rosiger aus: Sie ist im Reich der Synonyme alt, schwach, grau, schlecht, greis, dürr und erschöpft. Solche Beschreibungen werden einem in den vielen Geschichten aus der Märchenwelt bereits als Kind in die Wiege gelegt. Oder wo gibt es positive Assoziationen, die von vitalen, älteren und weisen Menschen berichten, ausser im Buch der Bücher, in der Bibel? Damit füllte Prof. Dr. Rudolf Schenda einst ganze Abhandlungen. Er war ein begnadeter Erzählforscher und Volkskundler an der Universität Zürich.

An dieser Stelle bleibt die Frage, was denn zu den Erwachsenen passt? Natürlich entwickelt, weise, gelehrt, eigenständig und reif. Na ja, beim Blick in die Welt bleiben auch diese Zusammenhänge manchmal fraglich.

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Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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