Dietikon

Jugendtheaterstück «Temptation» wurde uraufgeführt

Auf der Bühne steht ein hellbraunes Sofa, davor ein Schlagzeug. Es ertönen sphärische Klänge, vermischt mit einer verführerischen Echostimme. Dann erscheinen einzelne Finger am Sofarand. Es taucht ein Kopf auf.

Es ist die eindrückliche Figur des Verführers, der dämonisch durch das ganze Stück geistert.

Dann tauchen die ersten Akteure auf – darunter die anbiedernde Mutter Babsi mit Minirock und einem Tattoo am Oberarm. Ihr Jugendlichkeitswahn ist für die Teenager, die sich von den Eltern abgrenzen wollen, mehr als peinlich. Auf der Suche nach sich selbst lassen sich einige Heranwachsende durch Alkohol und Drogen verführen. Sie saufen und kiffen, schwänzen die Schule oder leiden an Liebesentzug. Doch unter dem Motto «Lass dich nicht vom Bösen verführen, sondern überwinde das Böse durch das Gute» tritt zuletzt doch eine positive Wende ein.

Entwicklung durch Improvisation

Das Projekt der Theatergruppe The Next Generation gewann im Somer den ersten Preis der Stiftung Jugendförderung Dietikon und wurde mit 3000 Franken belohnt. Seither wurde viel Arbeit in das Stück investiert, wie Jacqueline Hänni, in der Rolle der Mutter, nach der Premiere sagte. Die Gruppe habe ein halbes Jahr lang wöchentlich geprobt, oft sogar zweimal pro Woche.

Angesprochen auf das Schreiben des Theaterstücks meinte die Jugendarbeiterin der katholischen Kirchgemeinde Dietikon: «Obschon es viel Energie brauchte, brachten die zehn spielenden Jugendlichen ihre eigenen Ideen zum Thema Verführung mit ins Stück.» Deshalb sei die Bühnengeschichte via Improvisationen stetig gewachsen und habe sich verändert. Dazu ergänzte Wesllen Gschwind (18), der den bösen Geist spielte: «Bei uns haben alle am Stück gearbeitet, deshalb ist es ja auch so authentisch.» Ihm habe die Rolle sehr viel Spass bereitet, vor allem seine Echostimme habe der Verführerrolle eine zusätzliche Dimension gegeben.

Auch Luciano Bizzozero (17) war mit dem Theaterabend vollends zufrieden: «Obschon ich am Anfang des Projektes ziemlich skeptisch war, finde ich das Stück jetzt super.»

«Eine ganz reife Leistung»

Auch Hans-Ruedi Simmen, Pfarreibeauftragter von Katholisch Dietikon lobte die Produktion: «Die Theatergruppe The Next Generation zeigte eine ganz reife Leistung.» Das Thema sei aktuell und es werde die Sprache der Jugend gesprochen. Für Zuschauer Luciano Gianoli (17) aus Dietikon war das Theaterstück «sehr tiefgründig» und die Schauspieler überzeugend. Sandra Boor (15) aus Oetwil beeindruckten vor allem die Tanzszenen: «Ich bin vom Stück recht überrascht.» Angetan war auch das sehr zahlreich erschienene Publikum, welches sich mit Standing Ovations bedankte.

Weitere Aufführungen: 14. November um 19 Uhr und 18. November um 20 Uhr, Pfarreizentrum St.Agatha, Dietikon

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