Ausstellung
Jugendmusik betritt Neuland: Die Kunst gibt für einmal den Takt vor

Die Jugendmusik rechtes Limmattal organisiert einen einwöchigen Kunst- und Musik-Event. Die Musiker präsentieren dabei selbsterschaffene Kunstwerke. Kommenden Sonntag ist in Unterengstringen Vernisage.

Sandro Zimmerli
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Philipp Stimpfle, Sarah Müller, Karin Engeli sowie Alex und Hubert Massenbauer freuen sich auf eine Woche Kunst und Musik.

Philipp Stimpfle, Sarah Müller, Karin Engeli sowie Alex und Hubert Massenbauer freuen sich auf eine Woche Kunst und Musik.

Sandro Zimmerli

Ihr grosses Hobby ist die Musik. An unzähligen Veranstaltungen sind sie schon aufgetreten. Nun betreten viele Mitglieder der Jugendmusik rechtes Limmattal Neuland - sie sind unter die Künstler gegangen. Während einer Woche werden sie die in den letzten Monaten geschaffenen Werke der Öffentlichkeit präsentieren. Unterstützt werden sie vom Unterengstringer Röbi Nitschké und dem Oberengstringer Robert Stulz, die ihre Kunst ebenfalls ausstellen werden.

Idee entstand bereits letztes Jahr

TaktART nennt sich der Event im Gemeindesaal in Unterengstringen, der am kommenden Sonntag um 13 Uhr mit einer Vernissage startet und am Samstag darauf mit einem Galaabend als Höhepunkt endet. Die Idee dazu kam bereits im letzten Jahr auf. «In meiner Tätigkeit habe ich festgestellt, dass viele unserer Musiker neben dem Musizieren noch andere Hobbys, wie Zeichnen oder Malen pflegen, diese oft aber zu kurz kommen», sagt Karin Engeli, Präsidentin der Jugendmusik und Mitglied des OK von TaktART. So sei die Idee entstanden, die Musiker für einmal von einer ganz anderen Seite zu zeigen.

Überzeugungsarbeit

Um die Vision in die Tat umzusetzen, brauchte es einige Überzeugungskraft. Denn nicht alle Musiker waren nebenher künstlerisch tätig. «Als wir unsere Idee vorstellten, gab es auch skeptische Stimmen. Am Schluss haben sich dann aber doch fast alle dazu bereit erklärt, ein Werk für den Event zu schaffen», erinnert sich Philipp Stimpfle. Zusammen mit Sarah Müller, Nicole Pfeiffer und Hubert Massenbauer komplettiert er das OK.

Vorgaben für die Art der Kunstwerke gab es nur wenige. «Wir wollten nicht, dass Basteleien abgegeben werden. Ein Bild soll beispielsweise gerahmt sein und nicht bloss auf einem Stück Papier an die Wand gehängt werden», so Engeli. Zudem habe man den Musikern gesagt, dass es schön wäre, wenn die Werke etwas mit Musik zu tun hätten. «Viele haben diese Vorgabe berücksichtigt», sagt Engeli, die selber ein Saxofon aus Beton hergestellt hat.

Die Kombination Musik und Kunst soll nicht nur in den Werken selber ihren Ausdruck finden, sondern Leitthema des gesamten Events sein. «Der Aufwand, ein Kunstwerk zu fertigen, ist enorm hoch. Es wäre schade, wenn die Ausstellung nur ein Wochenende dauern würde», so Engeli. Deshalb stelle man die Werke so lange aus.

Jeden Abend eine andere Band

«Dabei tauchte die Frage auf, wie wir den Besuchern täglich etwas Neues bieten können», sagt Hubert Massenbauer. Es sei auf der Hand gelegen, dass Musik dabei eine zentrale Rolle spielen sollte. «Wir haben ganz unterschiedliche Musikformationen aus der Umgebung angefragt, ob sie bereit wären, einen Abend am Event zu bestreiten», so Massenbauer. Er habe nicht lange suchen müssen, bis er für jeden Abend eine andere Gruppe engagieren konnte. Unter anderem werden der Gospelchor Oberengstringen, die Füürwehr-Musig Unterengstringen und der Beatboxer Snibba an der Ausstellung auftreten. Sämtliche Konzerte sind gratis. Einzig für den Galaabend müssen Tickets reserviert und 80 Franken Eintritt gezahlt werden.

«Wir wollen den Event mit einem besonderen Abend ausklingen lassen. Ein Galaabend erschien uns dabei als treffend», sagt Sarah Müller. Geboten wird ein 4-Gang-Menü vom Restaurant Linde in Weiningen, ein Galakonzert der Jugendmusik, eine gediegene Atmosphäre samt rotem Teppich und ein Erinnerungsfoto. «Zudem wird Art Coiffeur Kaiser die Gäste stylen», so Müller. Von den Gästen erhofft man sich deshalb, dass sie dem Anlass entsprechend in festlicher Kleidung erscheinen. Anmeldungen werden gerne noch entgegengenommen .

Besucher können die jungen Musiker aber noch anderweitig unterstützen. «Einige Künstler sind bereit, ihre Werke zu verkaufen», so Stimpfle. «Mit ihnen haben wir vereinbart, dass die eine Hälfte des Erlöses der Jugendmusik zugute kommt. Die andere können sie behalten.»

Alle Informationen zu TaktART finden Sie unter www.galaabend.ch