Oberengstringen
Jugendliche wollen im Jugendhaus «Jugend4oe» Horrorfilm drehen

Der Keller des Jugendhauses «Jugend4oe» in Oberengstringen gehörte früher zu einer Metzgerei. Nun hat er die Jugendlichen zu ihrem Film inspiriert. Von der Lovestory bis zum Horrorfilm ist alles möglich.

Meret Michel
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Die Jugendlichen beim Entwerfen ihrer Horror-Story.

Die Jugendlichen beim Entwerfen ihrer Horror-Story.

Meret Michel

Über ihr Projekt können die Jugendlichen frei verfügen. Sandra Jenny, Jugendarbeiterin im Jugendhaus Oberengstringen, unterstützt sie dabei. Um sie herum sitzen vier jugendliche Mädchen, ausserdem zwei Jungs, Kevin Ringli und Christoph Fässler, und Jennys Kollege Lukas Vogt. Die Ziele des ersten Treffens für den neuen Filmworkshop sind klar: Ideen ausbrüten, Story festlegen, Abläufe diskutieren.

Nur ein Opfer?

«Bitte keine Lovestory!», stöhnt Kevin. Der 20-jährige Informatiker hat bereits Erfahrung im Filmen gesammelt und leitet den Workshop daher mit seinem Kollegen Chris. «Ich und Sandra stehen als Verantwortliche im Hintergrund», meint Lukas Vogt, «doch die Jugendlichen sollen das Projekt selbstständig anpacken».

Der Wunsch, einen Film zu drehen, wurde von den Jugendlichen selbst geäussert. Anlass gab der Keller des Jugendhauses: «Früher war hier eine Metzgerei im Erdgeschoss, und der Keller war lange so heruntergekommen, dass er gut als Kulisse für eine Gruselgeschichte gedient hätte. So kam die Idee auf, hier einen Horrorfilm zu drehen» erzählt Sandra Jenny.

«Ich bin immer noch dafür, die Hauptfigur umzubringen», meint Kevin. «Dann stirbt also nur eine Person?», fragt Chris. «Moment», wirft nun Lukas Vogt ein, «seid ihr schon sicher, dass es ein Horrorfilm wird»? Er sorgt damit für den roten Faden im Gespräch.

Ein Bezug zu Oberengstringen wäre spannend

Der Filmworkshop ist eines der Projekte, die das reguläre Programm des Jugendhauses ergänzen. «Letzten Herbst haben wir einen DJ-Workshop angeboten, bei dem ein professioneller DJ den interessierten Jugendlichen sein Handwerk gezeigt hat». Die Projekte sollen Einblicke in noch unbekannte Themen ermöglichen. Dazu gehört immer auch ein Stück Improvisation. «Wir wissen beispielsweise nicht genau, wie viele bei dem Filmworkshop mitmachen werden».

Ein Hindernis ist das nicht, denn vieles hängt von der Initiative der Jugendlichen selbst ab. Inzwischen ist die Anfangsszene des Films gesetzt: Ein 14-jähriges Mädchen wird ermordet. Was jetzt noch fehlt, ist die Geschichte dazu. Jemand bringt die Idee eines Stalkers. Lukas Vogt meint, ein Bezug zu Oberengstringen wäre spannend. Er arbeitet nun seit zwei Jahren als Jugendarbeiter in Oberengstringen, wo das Jugendhaus gut verankert sei. Die Gemeinde könne auf eine langjährige Tradition der Jugendarbeit zurückblicken.

Kein Happy End

«Ich habs!», ruft Kevin, «wie wäre es, wenn die Hauptdarstellerin einen bösen Zwilling hat»? Die Idee kommt gut an. «Wir könnten auch mit dem Mord beginnen, und dann eine Rückblende machen». Langsam nimmt die Geschichte Gestalt an und Sandra Jenny beginnt, die Einfälle auf Papier festzuhalten. «Wichtig ist, dass das Publikum mitdenken muss und wir ihm nicht alles am Anfang schon servieren», findet Kevin. «Hat die Geschichte eigentlich ein Happy End?», will Vogt wissen. Die Jugendlichen sind sich einig: kein Happy End.