Oberengstringen
Jugendarbeiter: «Littering, Alkoholkonsum und Lärm sind grosse Themen»

Anfang Jahr hat Lukas Vogt seine Stelle als Jugendbeauftragter angetreten. Er hat bereits erste Ideen, wie der Zentrumsplatz in Oberengstringen als Begegnungsort für alle Altersklassen genutzt werden kann.

Sandro Zimmerli
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«Der öffentliche Raum ist da, um genutzt zu werden», sagt Lukas Vogt. zim

«Der öffentliche Raum ist da, um genutzt zu werden», sagt Lukas Vogt. zim

Limmattaler Zeitung

«Die moderne Form der Jugendarbeit in Oberengstringen hat mich gereizt», sagt Lukas Vogt. Seit Anfang Jahr ist der 33-jährige Sozialarbeiter neuer Jugendbeauftragter der Gemeinde. Noch befindet er sich in der Einarbeitungsphase.

Aber was er bislang gesehen hat, überzeugt ihn. «Oberengstringen hat schon sehr früh die Stelle des Jugendbeauftragten geschaffen. Diese Bestrebungen sind mittlerweile in vielen Gemeinden zu beobachten», erklärt Vogt.

Vogts Vorgängerin, Karin Bachmann, hat im Herbst 2004 die neu geschaffene Jugendbeauftragtenstelle übernommen und bis Ende 2010 geleitet. Zum Profil des Jugendbeauftragten gehört es, nicht nur als reiner Jugendarbeiter tätig zu sein, sondern als Anlaufstelle für die verschiedensten Interessengruppen wie Eltern, Jugendliche, Schulen und Behörden da zu sein. «Das macht die Arbeit so spannend. Trotzdem bin ich nahe an der Basis, was die Arbeit sehr abwechslungsreich macht», hält Vogt fest.

Lange im Kanton Aargau tätig

Seine berufliche Laufbahn startete der in Bremgarten wohnhafte Vogt als Jugendarbeiter in Wohlen und Brugg, wo er unter anderem als Co-Leiter des Jugendhauses tätig war und während seiner sechsjährigen Arbeit ein berufsbegleitendes Studium absolvierte. Danach wechselte er zur Suchtpräventionsstelle des Kantons Aargau. Dort war er unter anderem während dreieinhalb Jahren für den Bereich Freizeit und Gemeinde zuständig.

Ein grosses Thema in seiner neuen Gemeinde ist derzeit die Ausbildung, sagt Vogt. Die Jugendinformationsstelle in Zentrum, die er leite, sei in solchen Fällen oft der erste Kontakt für Jugendliche, wenn es um die Berufsfindung gehe. «Erst kürzlich habe ich zwei junge Männer beraten. Oft geht es darum, bei uns eine Triage vorzunehmen und die jungen Menschen an die richtigen Stellen wie das Berufsinformationszentrum in Urdorf zu verweisen», so Vogt.

Ansonsten habe Oberengstringen mit den gleichen Problemen wie andere Gemeinden auch zu kämpfen. «Überall sind Littering, Alkoholkonsum und Lärm im öffentlichen Raum die grossen Themen. Oberengstringen ist da keine Ausnahme», erklärt der Jugendbeauftragte.

Nachhaltigkeit als oberstes Credo

Das, so Vogt, gelte auch für die Situation rund um den Zentrumsplatz. Seit einiger Zeit verbringen dort mehrere Gruppen Jugendlicher einen Grossteil ihrer Freizeit. Ein Umstand, der im Dorf nicht überall auf Wohlwollen stösst. «Der öffentliche Raum ist da, um genutzt zu werden, und das wird er auch in Oberengstringen», sagt Vogt.

Problematisch werde es erst dann, wenn es keine Durchmischung mehr gebe, wenn der öffentliche Raum von einer einzigen Szene in Beschlag genommen werde. «Solche Probleme kann man wegschaffen. Das ist allerdings nicht nachhaltig. Also muss man nach anderen Lösungen suchen», ist er überzeugt.

Sein Wunsch sei es deshalb, dass der Zentrumsplatz von einer möglichst breiten Öffentlichkeit genutzt werde, sagt der Jugendbeauftragte. «Die Erfahrung zeigt, dass dadurch das Klima besser wird und auch eine gewisse soziale Kontrolle zum Tragen kommt.» Ideen für eine künftige Nutzung des Platzes zu finden, sei aber nicht die alleinige Aufgabe der Jugendarbeit.

Deshalb seien die Jugend- und die Kulturkommission damit beauftragt worden, Vorschläge zu entwickeln. «Das müssen nicht verrückte Dinge sein. Es bringt auch nichts, grosse Events einzukaufen, weil das nicht nachhaltig ist», hält Vogt fest. Kleine Anlässe wie ein Markt oder ein Konzert, getragen von der Bevölkerung von Oberengstringen, würden bereits genügen, um den Platz mit mehr Leben zu füllen. «Mein Wunsch ist es, dass es dereinst einen eigenen Veranstaltungskalender für den Zentrumsplatz gibt», erklärt er.

Neben diesem Wunsch verfolgt Vogt noch weitere Ziele. «Es ist wichtig, dass die vorhandenen Angebote für Jugendliche wie das Jugendhaus, der Street-Club oder die offene Turnhalle weiter im bekannten Rahmen durchgeführt werden können», so Vogt. Denn: «Die Oberengstringer Jugendarbeit ist sehr gut strukturiert. Das soll auch so bleiben.»