Der Evaluationsbericht stellt der Jugendarbeit, das heisst dem Jugendbeauftragen Lukas Vogt und der Jugendarbeiterin Sandra Jenny, ein gutes Zeugnis aus. «Es ist beeindruckend, was im Bereich Jugendarbeit in einer Gemeinde wie Oberengstringen geleistet wird», sagte Alexandra La Mantia. Die soziokulturelle Animatorin wurde vom Gemeinderat mit der Evaluation beauftragt. Die Jugendarbeit erhalte von allen Seiten viel Lob, so La Mantia. Die Leute hielten viel von der fachlichen Arbeit.

Wie jugendfreundlich ist die Gemeinde?

Um sich ein Bild von der Jugendarbeit zu verschaffen, führte La Mantia Interviews und Gruppendiskussionen mit 50 involvierten Personen, in erster Linie Jugendlichen und Eltern, durch. Vier Fragen standen im Zentrum. So sollte geklärt werden, wie jugendfreundlich die Gemeinde durch die Jugendarbeit gemacht wird, wie Erwartung und effektiv geleistete Arbeit zueinander stehen, wie sich die Strukturen und Kompetenzen zur Erfüllung der Aufgaben eignen und welche Elemente für die Überarbeitung des Konzeptes berücksichtigt werden sollen.

«Die Jugendlichen bewerten vor allem das Jugendhaus positiv. Zudem schätzen sie es, dass sie in den Jugendarbeitern jemanden zum Reden haben», so La Mantia. Sie wünschten sich aber auch mehr Platz im öffentlichen Raum, wobei vor allem das Zentrum eine tragende Rolle spiele. Ein anderes wichtiges Thema sei das Weinfest. «Aus Sicht der Jugendlichen soll das Fest attraktiver werden», hielt La Mantia fest. Zudem sei es den Jugendlichen ein Anliegen, dass die Jugendarbeit eine noch stärkere Vermittlerrolle zwischen ihnen und der Gemeinde einnehme.

Auch die Erwachsenen würden das Angebot der Jugendarbeit schätzen, besonders den Mittagstisch im Jugendhaus, so La Mantia. «Sie wünschen sich aber auch, dass der öffentliche Raum nicht belagert wird», sagte die Evaluatorin. Zudem wünschten sich die Erwachsenen, dass klar definiert ist, wem welche Aufgabe in diesem Raum zukomme. «Es geht darum, was in den Kompetenzbereich der Jugendarbeit und was in jenen unter anderem der Polizei fällt», so La Mantia. Ein Anliegen sei auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Vereinen.

La Mantia hat auch festgestellt, dass sowohl die administrative Arbeit als auch jene Zeit, die für Beratungen aufgewendet wird, das im Konzept vorgesehne Mass nicht überschreiten. Das Konzept sieht vor, dass ein grösserer Teil der Arbeit einer breiten Schicht von Jugendlichen gewidmet wird und ein kleinerer Teil jenen Jugendlichen mit grossen Problemen.

Messbare Ziele formulieren

Aus all diesen Erwartungen und den vorliegenden Dokumenten hat La Mantia Empfehlungen formuliert. Sie plädiert unter anderem dafür, dass die im Konzept definierten Ziele so formuliert werden, dass sie auch messbar sind. Überdies soll für die 2009 eingeführte aufsuchende Jugendarbeit kein separates Konzept mehr geführt werden, sondern ein einziges Jugendkonzept. Für den öffentlichen Raum soll nach Meinung von La Mantia die Gemeinde Zuständigkeiten und Kompetenzen schriftlich festhalten. «Die Jugendarbeit soll keine Repressionsaufgaben wahrnehmen, sondern als Mediationsstelle zwischen den Jugendlichen und anderen Nutzern vermitteln», schlägt sie vor.

Jugendliche sollen zudem stärker in die Organisation von Anlässen involviert werden. Es soll auch geklärt werden, wer in der Begleitung von Jugendlichen, die mit der Schule fertig sind, aber noch keine Lehrstelle haben, federführend ist. «Weiter ist es vorstellbar, dass jährlich ein Anlass mit den verschiedenen Vereinen durchgeführt wird», so La Mantia.

Die Gemeinde soll zudem darauf achten, dass alle Elternvereinigungen bezüglich Entschädigung gleichbehandelt werden. Dies sei von den Erwachsenen verschiedentlich gefordert worden.

Wie Sozialvorsteherin Käthi Mühlemann erklärte, wird es nun Aufgabe der Jugendkommission sein, diese Empfehlungen zu diskutieren, um das Konzept danach zu überarbeiten.