Während ihres Job-Austausches in Florida durfte sich Doris Hängärtner, Betriebsleiterin der Oberengstringer Badi «Zwischen den Hölzern», bei sommerlichen 27 Grad um den St. Pete Beach kümmern. Nun ist die Limmattalerin wieder zurück in der Schweiz. «Die Woche war super. Ich wäre am liebsten noch länger geblieben», sagt Hängärtner. Sie und drei weitere Schweizer konnten im Rahmen des Projekts «Job Exchange», das die Fluggesellschaft Edelweiss organisierte, ihre Arbeit für eine Woche nach Florida verlegen.

Sie probten den Ernstfall

Zu ihren Aufgaben gehörte unter anderem das Vermieten von Surfbrettern, Jet-Skis oder Booten. Auch der Ernstfall wurde geübt: Mit anderen Bademeistern des St. Pete Beach simulierte Hängärtner eine Rettungsaktion, bei der eine Person aus dem Wasser gezogen wurde. «Es war hilfreich zu sehen, wie ich im Notfall handeln müsste», so Hängärtner.

Unter Beweis stellen musste sie ihre Rettungsfähigkeiten dann aber nicht: «Das Wasser war die ganze Zeit hindurch sehr ruhig. An meinem Strand hatte es auch keine gefährlichen Strömungen. Genau beobachten musste ich die Lage aber natürlich trotzdem.» Langweilig wurde es ihr jedenfalls nicht: «Wir hatten immer viel zu tun - nur einmal hatte ich drei Stunden Zeit für eine Shoppingtour. Ansonsten war ich immer in die Arbeit eingebunden.»

Weniger strenge Vorschriften

Ein Highlight der Woche war für Hängärtner, als sie einmal vom Strand aus Delfine sichten konnte. Auch sehr interessant habe sie die Führung des Technikers vom Hotelpool gefunden. Dabei habe sie festgestellt, dass die Sicherheitsvorschriften in Florida nicht denen in der Schweiz entsprächen: «Ich war beispielsweise ziemlich verwundert, als ich sah, dass die Säure und das Chlor nebeneinander an der Sonne gelagert waren», so Hängärtner. Denn Säure, die für den richtigen pH-Wert des Wassers sorge, könne in Kontakt mit Chlor gefährliche Folgen haben: «Wenn man diese Stoffe zusammen einatmet, kann es einem die Lunge verätzen», so die Bademeisterin.

Zudem sei die Poolpflege in Florida weniger umweltfreundlich. Wo in der Schweiz rund um einen Pool Auffangwannen für umweltschädliche Stoffe platziert seien, sei in Florida gar nichts zu sehen. «Das scheint man da alles ein wenig lockerer zu sehen.»

Aber nicht nur die Vorschriften seien lockerer: «Da alle Strandgäste in Florida Ferien machten, waren sie allgemein entspannter als die Gäste in der Schweizer Badi.» Das hat Hängärtner angesteckt - auch sie habe das Tempo ihrer Aktivitäten in Florida ein wenig reduziert: «In der Schweiz muss immer alles schnell gehen. Eine Auszeit davon hat mir sehr gut getan.»