In zahlreichen Städten und Gemeinden ist es Tradition, den Beginn der dunklen Wintermonate mit einem Räbeliechtli-Umzug einzuläuten. So auch in Schlieren. Diese bestreiten die Schuleinheiten selbstständig, ein grosser, einheitlicher Umzug für alle Schlieremer Kinder fehlt jedoch. Gemeinderat Lukas Speck von den Grünliberalen will dies ändern.

In einer kleinen Anfrage will er vom Stadtrat wissen, ob dieser den Wunsch der Eltern nach einem gemeinsamen Räbeliechtli-Umzug bereits zur Kenntnis genommen hat und ob diesem Wunsch nachgekommen werde.

Bereits vor knapp fünf Jahren forderte der damalige Gemeinderat Reto Bär (EVP) in einem Vorstoss die Durchführung eines gemeinsamen Umzuges. So sei ein solcher ein Treffpunkt für die Schlieremer Bevölkerung und trage zudem dazu bei, das Kulturgut zu schützen und weiterzutragen. «Die Kinder erfüllt es darüber hinaus mit Stolz, wenn ihretwegen Strassen gesperrt werden und sie für eine Stunde im Jahr die volle Aufmerksamkeit geniessen», so Bär damals.

In seiner Antwort verwies der Stadtrat darauf, dass die beiden grösseren Umzüge – jener im Dorf und jener im Zelgli – im Jahr 2012 zuletzt durchgeführt wurden. Die Verantwortlichen der Schulen hätten beim Umzug vor sechs Jahren mehrere Schwierigkeiten festgestellt.

So hätten die Sicherheit und der Schutz der Kinder nicht mehr gewährleistet werden können und der Umzug sei zu lange gewesen. Daher hätten Eltern Probleme gehabt, ihre Kinder wiederzufinden. Stressig sei es auch für Kindergartenkinder gewesen, die sich eine solch grosse Menschenmenge nicht gewohnt seien.

Teilweise sei es zudem auch bei Schülerinnen und und Schülern zu Panik gekommen. Zudem habe sich aufgrund der Länge des Umzugs auf der Achse Uitikon–Schlieren ein Stau eingestellt und die Buslinie auf ebendieser Strecke sei unterbrochen worden. Aus diesen Gründen wurden ab 2013 individuelle Umzüge pro Schuleinheit durchgeführt.

«Anlass sprengt den Rahmen»

Zwar zeigte die Stadt Verständnis dafür, dass sich Bär in der Vorweihnachtszeit einen Grossanlass für Schlieren wünschte. «Der Umzug soll primär für die Kinder und deren Eltern sein und ihnen deshalb auch gerecht werden», so der Stadtrat damals.

«Ein Grossanlass sprengt den rein schulischen Rahmen und würde einen ganz anderen Charakter erhalten, der eher einem Schlieremer Fest gleichkäme», so der Stadtrat. Seitdem er diesen Vergleich gezogen hat, sind einige Jahre verstrichen. «Die Vorstandsmitglieder der Elternforen aller Schulhäuser haben sich einstimmig für eine Wiedereinführung des gemeinsamen Räbeliechtli-Umzugs ausgesprochen», schreibt Speck in seinem Vorstoss, den er Anfang Woche einreichte.

Zudem habe sich die Stadt seit der letzten kleinen Anfrage deutlich verändert. Neben dem Schulhaus Reitmen kamen zahlreiche weitere Neubauten hinzu. «Heute gibt es ausreichend Möglichkeiten für eine alternative Routenplanung», so Speck. Es müsse nicht immer eine Strasse gesperrt werden. So könne der Umzug etwa in den Fussgängerzonen in der Parkallee oder im Rietpark durchgeführt werden.

Bereits in seiner Antwort von 2013 stellte der Stadtrat klar, dass weder er noch die Schulpflege sich gegen die Durchführung eines solchen Anlasses sperren werde, wenn denn das Bedürfnis vorliege. Da die Schulen aber nicht die Gesamtverantwortung übernehmen könnten, könne sich der Stadtrat eine Zusammenarbeit mit dem Verein Event Schlieren vorstellen.