«Jetzt reicht’s»: So betitelt Urs Spörri, ehemaliger Gemeindeschreiber und alt Gemeinderat von Bergdietikon, ein Rundschreiben mit einem Aufruf zur Unterschriftensammlung. Der kürzlich bekannt gegebene Entscheid der Raiffeisenbank an der Limmat, die kleine Bergdietiker Filiale per 31. Oktober zu schliessen und auch den Bancomaten abzubauen, verärgere viele Kunden.

«Ich habe keine Aversion gegen die Bank, bin seit über 40 Jahren ihr Kunde. Aber dieses abrupte, kurzfristige Vorgehen ist nicht in Ordnung», so Spörri. Ärger, Unmut, Unverständnis und Wut seien ihm von Bekannten und Nachbarn zu Ohren gekommen, vor allem was den Bancomaten anbelange – für Spörri der Anstoss, aktiv zu werden und die Unterschriftenaktion zu initiieren.

Etwa 100 Personen hat er angeschrieben. Nach dem Schneeballsystem sollen die Listen in der Bergdietiker Bevölkerung verteilt und dann auch individuell zur Bank geschickt werden. «Daher habe ich keinen Überblick, wie viele Unterschriften bereits zusammen gekommen sind», so Spörri. Aber das Echo sei gut, er selbst habe 15 Unterschriften der Bank übermittelt. Auch zwei Protestschreiben hat er verfasst und an den Verwaltungsratspräsidenten Max Hirzel sowie an den Bankleiter Valerio Rizzo gesandt.


Für «besonders unsensibel» hält es Spörri, dass mit der Bergdietiker Filiale die «Wiege der Raiffeisenbank Limmattal» geschlossen wird. Im oberen Teil des Limmattals sei diese Filiale die erste gewesen. «Erst danach kamen Dietikon und Schlieren.» Von hier sei alles ausgegangen.

Früher ist die Filiale schräg gegenüber vom jetzigen Standort angesiedelt gewesen, im alten Volg. Erst in den Siebzigerjahren, mit dem Erwerb des Stockwerkseigentums im jetzigen Gebäude, zog sie auf die andere Strassenseite.


In einem der Protestschreiben versucht Spörri, für die Situation der Bergdietiker zu weibeln: «Wissen Sie, dass in Bergdietikon viele Leute abgelegen wohnen und kein Auto haben?» Ausserdem würde der Ort beständig wachsen. Dass der Appell, wenigstens den Bancomaten beizubehalten, bei der Bank Gehör finden wird, bezweifelt Spörri allerdings. Dennoch wollte er nicht nur «die Faust im Sack machen». Ausserdem wollte er der Bevölkerung ein Ventil für ihren Ärger geben. Die Bank antwortete gestern nicht auf eine Bitte der Redaktion um eine Stellungnahme.