Dietikon
Jetzt kommt die «Flussbadi light»: Brunau wird zur neuen Nötzliwiese

Wo heute die Tierauffangstation zuhause ist, planen Stadt und EKZ bis 2020 ein Naherholungsgebiet.

Sophie Rüesch
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Hier sollen bald Feuerstellen, Spielwiesen, WCs und eine Wasserzapfsäule zum Verweilen einladen. Dafür muss aber erst die Tierauffangstation entfernt werden.

Hier sollen bald Feuerstellen, Spielwiesen, WCs und eine Wasserzapfsäule zum Verweilen einladen. Dafür muss aber erst die Tierauffangstation entfernt werden.

RUB

Lange war eine Flussbadi am Limmatufer eines der Legislaturziele des Dietiker Stadtrats. Doch die Planungen verliefen im Sand. Nun stellt die Stadt eine Art Flussbadi light vor: Auf der Allmend Brunau, direkt hinter dem Bahnhof Glanzenberg, soll bis 2020 ein Naherholungsgebiet entstehen – inklusive abgeflachtem Flussufer, Spiel- und Liegewiese, Feuerstellen und WCs. Als «Mittelweg» bezeichnet Severin Lüthy vom Stadtplanungsamt die nun geplante Anlage.

Möglich machen diese zwei Ereignisse. Einerseits die kürzlich erfolgte Erteilung der neuen Konzession für das Kraftwerk Dietikon an die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ): Mit dieser haben sich die EKZ auch verpflichtet, Eingriffe in das Ökosystem zu kompensieren. Das beinhaltet nicht nur ökologische Ersatzmassnahmen, sondern auch eine Massnahme «zugunsten der Erlebbarkeit des Limmatraums», wie die Stadt gestern mitteilte. Abhängig sind die Pläne noch von der ausstehenden Baubewilligung für das Kraftwerk und der Genehmigung der einzelnen Massnahmen durch den Kanton.

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Feuerstellen mit zugehörigen Tischen und Bänken sind auf der Allmend Brunau geplant. Zudem wird eine Wasserzapfsäule errichtet, und auch WCs werden zur Verfügung stehen.

Andererseits ermöglicht der Wegzug der heute auf dem Gebiet beheimateten Auffangstation des Vereins Tierschutz Limmattal die Pläne. Die grösseren der dort aufgenommenen Tiere mussten jüngst alters- und krankheitshalber eingeschläfert werden, nun sind nur noch Kaninchen, Hamster und Ziegen dort. Diese zügelt Heidi Illi, die die Station bisher betreute, zu sich nach Hause nach Bonstetten.

Die Station führen sie und ihr Mann dort weiter; neue Tiere können sie aufgrund der Platzverhältnisse aber nur noch in Notfällen aufnehmen. Der Pachtvertrag mit der Stadt ist bereits auf Ende 2016 gekündet, bis Ende Mai soll das Gebiet komplett geräumt sein. Der Wegzug habe sich schon länger abgezeichnet, unter anderem weil es sich schwierig gestaltete, freiwillige Helfer zu finden, sagt Illi.

Bäume bleiben stehen

Zuerst hatten die EKZ die Wiese zwischen Tierauffangstation und Siedlung Limmatblick im Auge. Diese Pläne wurden aber zusammen mit der Stadt verworfen, weil es um die Landwirtschaftswiese, die eine gute Ökoqualität aufweist, schade gewesen wäre. Zudem werde mit dem nun vorgestellten Standort die Siedlung Limmatblick weniger gestört, erklärt Lüthy.

Die Kosten für das Projekt teilen sich Stadt und EKZ mit Beiträgen von 170 000 und 130 000 Franken. Die EKZ kommen im Rahmen der Konzessionsverpflichtungen aber auch für einen neuen Fussweg entlang des Kanals im Limmatfeld auf, der weitere 40 000 Franken kostet. Das neue Naherholungsgebiet wird aus zwei Teilen bestehen: Im Osten, bis hin zur Autobahnbrücke mit den darunterliegenden Parkplätzen, kommt eine Spiel- und Liegewiese zu stehen, im westlichen Teil ist eine intensivere Nutzung mit Feuerstellen, Sitzplätzen, Wasserzapfsäule, Spielrasen und Toi-Toi-WCs vorgesehen.

Limmattaler Zeitung

Der Baumbestand wird im ganzen Gebiet belassen oder gar noch ergänzt. Der östliche Bereich muss noch angehoben werden, um einer Durchnässung der Böden vorzubeugen. Dafür wird das Limmatufer abgeflacht, um den Ein-, vor allem aber den Ausstieg aus dem Fluss zu erleichtern. Denn die Brunau soll künftig auch eine Alternative zur im Sommer oft heillos überfüllten Nötzliwiese weiter flussabwärts bieten. Die Chancen dafür, dass mindestens ein Teil der Gummibötler künftig in der Brunau aus dem Wasser steigt, stünden mit der Nähe zum Bahnhof Glanzenberg gut, sagt Severin Lüthy.

Neue Bahnhofsunterführung

Die Anbindung an diesen soll übrigens ebenfalls besser werden. Heute gibt es keine Unterführung von den Gleisen zur Limmatseite, was für Pendler, die Bewohner des Limmatblicks wie auch für die Autofahrer, die ihr Fahrzeug auf den Parkplätzen unter der Autobahnbrücke abstellen, lange Umwege bedeutet. Schon 2015 verkündete die Stadt, dass sie dort eine neue Unterführung plant – ohne die finanzielle Hilfe der SBB, die den Bahnhof als «bahnbetrieblich ausreichend erschlossen» erachten. Nun sei man in Gesprächen mit dem Kanton, so Lüthy, um die Anbindung des Bahnhofs Glanzenberg auch auf das kantonale Fuss- und Velowegnetz abzustimmen.

Das Bewilligungs- und Submissionsverfahren sowie die Oberbauleitung übernehmen die EKZ. Die Stadt wird dafür die bestehenden Bauten auf dem Gebiet entfernen und für einen Anschluss für die Wasserzapfsäule sorgen. Gemäss Vertrag mit den EKZ, dem der Stadtrat nun zugestimmt hat, geht nach Beendigung der Arbeiten dann alles an die Stadt über.