Badi-Saison

Jetzt kommt der Sommer mit grossen Schritten ins Limmattal

Endlich: Heute Morgen um 9 Uhr fällt der lange herbeigesehnte Startschuss in die Badesaison. Die Schlieremer Biobadi im Moos öffnet als erstes Freibad im Limmattal ihre Tore. Die Besucher dürfen sich auf 23 Grad warmes Wasser freuen.

Seit Anfang März gaben sich Elektriker, Monteure, Gärtner und Sanitären gegenseitig die Klinke in die Hand. Ein Freibad für die Saison vorzubereiten, gebe halt viel zu tun, sagt Badmeister Mihajho Nikic. Im Endspurt der Vorbereitungen letzte Woche sei «alles drunter und drüber» gegangen. Jetzt aber sei die Anlage definitiv bereit für die sonnenhungrige Masse.

Im Winter färbten Laubblätter den Grund der Becken noch dunkelbraun, jetzt leuchtet das frische Türkis mit dem blauen Himmel um die Wette. Das Laub wurde herausgefischt, die Bodenbeläge gereinigt, die Beckenränder geschrubbt. Das Badi-Team kontrollierte, montierte und putzte jeden Wasserhahn, jede Dusche und jedes Ventil.

Auch die Gärtner hatten mit den Umgebungsarbeiten alle Hände voll zu tun: mähen, setzen, jäten. Die Liste ist lange. Doch die viele Arbeit habe sich, laut Nikic, gelohnt - die Verantwortlichen seien zufrieden: «Jetzt ist unsere Badi ein kleines Paradies.» Tatsächlich: Die Gärtner haben ganze Arbeit geleistet. Auf der sattgrünen Wiese zertrampelt man hellblaue Blümchen. Die Schatten spendenden Bäumen und die Büsche in den Rabatten stehen in voller Blüte.

Neues Highlight für die Kleinen

Die Schlieremer Kinder können sich auf eine neue Rutschbahn freuen. Einander um die Ohren sausen, dürfen sie aber nicht mehr: Um Kollisionen zu vermeiden, hat die Bahn neu ein Ampelsystem.
Ganz die Ersten auf der Rutschbahn werden die Kleinen allerdings nicht mehr sein: Stefan Sauer, der Monteur, durfte gestern, sozusagen als Versuchskaninchen, Probe rutschen, nachdem er tags zuvor das Chromstahl der 65 Meter langen Bahn auf Hochglanz poliert hatte. Neu sind zudem zwei Bänke am Rand des Nichtschwimmerbeckens und eine vertäfelte Sitzfläche beim Planschbecken.

Auch die drei erhöhten Teiche für die biologische Wasseraufbereitung sind bereit: Die Algen sind entfernt, die jungen Schilfpflanzen bereits kniehoch gewachsen. Mikroorganismen, die Schweiss, Fett, Fäkalien und andere unerwünschte Stoffe im Badewasser abbauen, sind in guter Gesellschaft: Ein Stockentenpaar, Salamander und Kaulquappen tummeln sich in den Teichen. Letztes Jahr hatte das Freibad seinen Betrieb auf ein biologisches Wasseraufbereitungssystem umgestellt. Heute startet die Biobadi in ihre erste Vollsaison überhaupt.

Das Wasser wird ganz ohne chemische Zusatzstoffe gereinigt. Geheizt wird mit Erdgas. Die ersten Laborproben dieser Saison stimmen optimistisch: «Die Wasserqualität ist spitze. Hier badet man fast in Trinkwasser», sagt Arthur Vögeli, der Betriebsleiter. Die Rückmeldungen der Besucher letzte Saison seien ausnahmslos positiv gewesen.

Bereit für den grossen Ansturm

Am letzten Montag hat der Vorverkauf der Saisonkarten begonnen. Über 30 Besucher hätten sich bereits einen Pass für den ganzen Sommer gekauft, so Vögeli. Erste Sonnenhungrige lagen schon am Donnerstag auf einer Liege am Beckenrand und verwöhnten ihre Enkel mit Wasserglace. Eine eingefleischte Schwimmerin wollte es sich gestern nicht nehmen lassen, schon vor der offiziellen Eröffnung ins Becken zu springen.

In Schlieren kann der Sommer also kommen, die Badmeister haben an alles gedacht. Auch die Glaces sind schon eingetroffen - die Regale in der Gefrierzelle bis unter die Decke gefüllt. «Wir haben uns ein rechtes Kontingent an Eis gesichert, sind also bereit für ein turbulentes Wochenende», sagte Vögeli.

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