Als das Carsharing-Projekt «eShare» im Mai an der Veranstaltung «Tage der Sonne» präsentiert wurde, war der Start der zweijährigen Testphase auf Anfang Juli terminiert. Nachdem die Lancierung erst verschoben wurde (die az Limmattaler Zeitung berichtete), konnte die Stadtverwaltung nun doch noch bekannt geben, dass im Januar drei Fahrzeuge in Betrieb genommen werden sollten.

Das Projekt wird sowohl von der Stadt Schlieren als auch von der Post-Tochtergesellschaft Mobility Solutions AG, den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich, der Schlieremer Elektroauto-Firma Kamoo, sowie dem Newtechclub in Schlieren getragen. Je eines der angeschafften Fahrzeuge soll beim Stadthaus, beim Rietpark an der Brandstrasse 33 und «in der Nähe des Bahnhofs» zu stehen kommen, wie einer Medienmitteilung der Stadt zu entnehmen ist.

Unklar bleibt aber weiterhin nicht nur, ob das Fahrzeug beim Stadthaus, welches durch die Stadtverwaltung an Werktagen gemietet wird, am Wochenende - genauso wie die anderen beiden Elektroautos - der Bevölkerung zur Miete freisteht. Genauso steht zurzeit noch zur Debatte, ob der Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs auf städtischem Boden oder auf einer Parzelle der SBB zu liegen kommt, so der Stadtrat.

Registrierung für 20 Franken

Sobald sie eine einmalige Registrierungsgebühr von 20 Franken bezahlt hätten, könnten Privatpersonen aus der Bevölkerung jederzeit eines der Elektroautos mieten, erklärt Albert Schweizer, Leiter der Standortförderung der Stadt Schlieren, auf Anfrage.

Die Mietkosten für ein Elektrofahrzeug belaufen sich - wie auch in der anderen Zürcher «eShare»-Gemeinde Geroldswil - zwischen 7 Uhr und 24 Uhr auf 5 Franken pro Stunde, zwischen 24 Uhr und 7 Uhr hingegen auf 1 Franken pro Stunde . Dazu kommt ein Kilometertarif von 1 Franken pro Kilometer.

Das «eShare»-Projekt besteht zunächst aus einer zweijährigen Testphase, in der die Elektroautos, laut der Medienmitteilung des Stadtrats, auf ihre Vor- und Nachteile überprüft werden. Ziel des Projekts, das die Stadt mit 11000 Franken pro Jahr unterstütze, sei es, «Unternehmen für das Autoteilen nach dem Vorbild der Stadt Schlieren zu sensibilisieren».

Geroldswil war schneller

Der Grund dafür, dass sich der Start des Projekts «eShare» so lange verzögert hat, liegt gemäss Toni Brühlmann-Jecklin, Stadtpräsident (SP) und Vorsitzender der Kommission für Standort- und Wirtschaftsförderung, darin, dass wichtige Abklärungen mit den verschiedenen Partnern getroffen werden mussten.

Der Gemeinderat von Geroldswil erteilte bereits Ende November als erste Behörde im Kanton Zürich die Genehmigung für ein «eShare»-Projekt. Dass er damit der Energiestadt Schlieren zuvorkam, sieht Brühlmann aber nicht als Versäumnis der Stadtverwaltung: «Für uns ist das kein Wettlauf. Wir finden es super, dass Geroldswil mitmacht und hoffen, dass unser Entscheid auch für andere Gemeinden Signalwirkung hat.» Bereits vor Geroldswil hatte sich Spreitenbach als erste Gemeinde im Limmattal einen «eShare»-Standort im Parkhaus Shoppi realisiert.