Der Kanton plant, die Limmattalstrasse in Oetwil umzubauen, als Teil der flankierenden Massnahmen zum Ausbau der Nordumfahrung (dritte Gubrist-Röhre). Nun sind fünf Einsprachen gegen das Projekt eingegangen, das unter anderem einen Kreisel an der Einmündung der Dorfstrasse in die Limmattalstrasse vorsieht. Alle fünf Einsprachen beziehen sich auf die Linienführung der Limmattalstrasse, wie Thomas Maag, Sprecher der Zürcher Baudirektion, auf Anfrage sagt. Genauere Angaben zum Inhalt der Einsprachen darf Maag nicht machen – das Datenschutzgesetz steht dem im Weg. Selbst Gemeindepräsident Paul Studer (FDP) hat keine Einsicht in die Einsprachen. Er sagt: «Wir warten jetzt schon lange auf dieses Projekt. Eine Verzögerung wäre unschön.»

Die Gemeinde Oetwil plant auch finanziell schon länger mit dem Projekt, das im Endeffekt die Verkehrsbelastung in Oetwil verringern und die Verkehrssicherheit erhöhen soll. Schon zweimal hatte Oetwil die Kosten budgetiert. Von den strassenbaulichen Massnahmen zahlt die Gemeinde fünf Prozent, der Betrag wird auf schätzungsweise 340 000 Franken beziffert. Dazu kommen diverse weitere Kosten, die die Gemeinde ganz bezahlt, da sie vollumfänglich in ihrer Zuständigkeit liegen. Dabei handelt es sich insbesondere um neue Kabelnetz-, Wasser- und Abwasserleitungen. Etwas mehr als eine Million Franken sind dafür 2017 total budgetiert.

Kredit kommt im März vors Volk

Wie Paul Studer sagt, will der Gemeinderat den entsprechenden Kredit am 7. März vor die ausserordentliche Gemeindeversammlung bringen – auch wenn das Projekt bis dann noch nicht festgesetzt sein sollte. Denn an der Gemeinde soll eine zeitnahe Realisierung nicht scheitern. «Oetwil muss parat sein, irgendwann wird die Strasse ja gebaut», sagt Gemeindepräsident Studer. Noch hat er Hoffnung, dass sich Kanton und Einsprecher mit Vergleichen einigen können. «Wir sind im Gespräch mit den Einsprechenden», sagt dazu Thomas Maag. «Ziel ist es, das Projekt im Frühling durch den Regierungsrat festsetzen zu lassen.»

Geroldswil: Entscheid verschoben

Ob das so klappt, steht aber in den Sternen. Das zeigt ein Blick auf die anderen flankierenden Massnahmen: Bei der Limmattalstrasse in Geroldswil – dort ist unter anderem auch ein Kreisel geplant – wollte die Baudirektion das Projekt eigentlich bis Oktober des laufenden Jahres durch den Regierungsrat festsetzen lassen, nachdem vier von sechs Einsprachen durch Vergleiche bereinigt wurden. Offenbar ist man sich aber mit den anderen beiden Einsprechern noch nicht einig. Die Festsetzung des Projekts durch den Regierungsrat musste nach hinten verschoben werden. Thomas Maag bestätigt: «Nach heutigem Stand ist es das Ziel, das Projekt bis Januar festzusetzen.»

Noch keine Einsprachen gibt es in Weiningen. Denn dort sind noch keine der drei flankierenden Massnahmen überhaupt öffentlich aufgelegen. Das steht aber kurz bevor: Die kantonale Baudirektion will die Umgestaltung der Badenerstrasse Anfang 2017 auflegen. An dieser Kantonsstrasse ist insbesondere der Bau von Fahrbahnhaltestellen für Busse vorgesehen. Ähnlich sieht es bei der Zürcherstrasse aus. Diese steht allerdings unter der Ägide der Gemeinde. Ziel ist es, dieses Projekt zeitgleich mit jenem des Kantons aufzulegen, also auch Anfang 2017.

Die Verlegung der Niederholzstrasse in der Fahrweid wird als allerletzte Massnahme frühestens 2020 umgesetzt, es handelt sich dabei um die grösste aller flankierenden Massnahmen. Der Kanton arbeitet derzeit das Vorprojekt aus. «Voraussichtlich im zweiten Quartal 2017 startet dann das Mitwirkungsverfahren», sagt Thomas Maag von der Baudirektion. Die Bürger können also schon bald ihre Meinung einbringen. Offen ist auch noch, wie die Fahrweidstrasse umgestaltet werden soll, sobald die Niederholzstrasse verlegt ist. Die Fahrweidstrasse führt mitten über die Grenze Weiningen/Geroldswil. Die beiden Gemeinden erarbeiten derzeit gemeinsam ein Vorprojekt für die Umgestaltung.

Auch die Umgestaltung der Kreuzung von Umfahrungs-, Niederholz- und Dietikonerstrasse wird frühestens ab 2020 umgesetzt. Was genau hier passiert, ist noch offen und hängt auch vom Bundesamt für Strassen (Astra) ab, das für die Niederholzstrassen-Brücke über die Autobahn zuständig ist. Sinnvoll wäre hier sicher eine Erweiterung der Brücke um eine Spur.

Unterengstringen ohne Einsprache

Am weitesten sind die flankierenden Massnahmen in Unterengstringen. Sie betreffen die Zürcherstrasse zwischen Brunnmattstrasse und Widenbüelstrasse. Geplant sind insbesondere verkehrsberuhigende Strassenelemente wie zum Beispiel ein Mittelstreifen mit Bäumen. Einsprachen sind hier keine mehr offen. Aktuell ist geplant, dass der Regierungsrat das Projekt im Januar oder Februar festsetzt. Manche hätten sich auch für Unterengstringen zusätzliche Kreisel gewünscht, so etwa bei der Einmündung der Büelstrasse. Dafür sei aber zu wenig Platz, antwortete der Gemeinderat auf eine entsprechende Frage einer Bürgerin an der letzten Gemeindeversammlung.

Wenngleich es die flankierenden Massnahmen bisher nur auf dem Papier gibt: Ihr Auslöser – der Ausbau der Nordumfahrung – läuft. Am 21. November starteten die Hauptarbeiten. Eine richtige Baugrube auf Weininger Seite sieht man ab Mai 2017.