Kantonsschule Limmattal

Jetzt geht es vorwärts: In sechs Jahren könnte die Aula stehen

«Die Verbindung zum Bestehenden funktioniert»: Blick von der Bushaltestelle Luberzen auf das neue Aula- und Turnhallengebäude.

«Die Verbindung zum Bestehenden funktioniert»: Blick von der Bushaltestelle Luberzen auf das neue Aula- und Turnhallengebäude.

Nun ist klar, wie der Ausbau der Kantonsschule Limmattal aussehen soll: Seit Montag ist bekannt, dass sich das Projekt Collana bei der Fachjury durchgesetzt hat. Es soll der Kanti in Urdorf ab 2023 eine Aula und mehr Platz verschaffen.

Der Kantonsschule Limmattal geht der Platz aus: Mit den aktuell 750 Schülerinnen und Schülern ist das Schulhaus ausgelastet. Zudem sehnen sich Schüler und Lehrer schon seit vielen Jahren nach einer Aula und neuen Turnhallen. Bereits 2008 wurde an einer Sitzung mit dem Kantonsbaumeister beschlossen, die zwei sanierungsbedürftigen Turnhallenprovisorien – schon damals waren sie mehr als 25 Jahre alt – zu ersetzen. Doch in der Mittelschule Urdorf musste man sich weiter in Geduld üben. Und statt in einer Aula singen und feiern die Jugendlichen weiterhin in der Mensa.

Doch jetzt werden die Pläne konkreter. Der Gewinner des Projektwettbewerbs für eine Erweiterung der Schule steht fest, wie die Zürcher Baudirektion am Montag mitteilte: Aus insgesamt 73 beurteilten Projekten hat die Jury sieben in die engere Wahl aufgenommen und schliesslich dasjenige der Zürcher Architekten Penzisbettini ausgesucht. Der Vorschlag, der unter dem Namen Collana läuft, sieht zwei neue Bauten vor: ein Schulgebäude, das gegenüber der Mensa zu stehen kommt und in dem Chemie, Biologie, Physik und Musik untergebracht werden. Dazu kommt das neue Aulagebäude, in dem zudem zwei Turnhallen Platz finden. Dieses wird im rechten Winkel zur Gesamtanlage gebaut, zwischen den heutigen Parkplätzen – die neu in eine unterirdische Parkgarage verlegt werden – und der Landreserve des Kantons, auf der früher das Ur-Dörfli von Parrer Sieber zuhause war. Direkt daneben befindet sich die Bushaltestelle Luberzen und ab 2022 wird auch die Limmattalbahn ganz in der Nähe halten.

Platz für 1150 Schüler

Mit den beiden Neubauten soll die Mittelschule danach Platz bieten für rund 1150 Schüler, wenn man von einer durchschnittlichen Klassengrösse ausgeht. Damit wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass Prognosen bis im Jahr 2040 von einem Zuwachs der Schülerzahlen auf 1100 ausgehen.

Rektor Werner De Luca, der auch Teil der neunköpfigen Jury war, zeigte sich am Montag «sehr zufrieden» mit dem Siegerprojekt, welches einer seiner Favoriten war, wie er sagt. «Das ist der erste Schritt zur Lösung», sagte er. Er sei froh, dass die Schule mehr Platz erhalte. «Heute schon füllen wir das Schulhaus aus und es beginnt langsam, eng zu werden.» Er gehe davon aus, dass man im Jahr 2019/2020 nicht mehr genügend Platz haben und noch Provisorien benötigen werde. Daher sei es wirklich höchste Zeit für die Erweiterung – nicht zuletzt auch, damit endlich die bald 40-jährigen Turnhallenprovisorien ersetzt werden können. «Und natürlich freuen wir uns riesig auf die neue Aula», so De Luca.

Freiraumgestaltung noch nicht optimal

An der Eröffnung der Wettbewerbsausstellung am Montagabend in Zürich lobte der Jurypräsident das «spannende» Siegerprojekt: Die Arbeit zeige einen «pragmatischen Umgang mit der Situation», sagte David Vogt, der beim kantonalen Hochbauamt als Abteilungsleiter arbeitet. «Die Verbindung zum Bestehenden funktioniert hier auf vorbildliche Art und Weise.» Das Projekt überzeuge in fast jeder Hinsicht und weise kaum einen negativen Punkt auf, so Vogt. Einzig die Freiraumgestaltung könne noch verbessert werden: «Daran werden wir gemeinsam noch arbeiten müssen.» 

Zudem ist das Siegerprojekt laut Vogt sogar noch besonders wirtschaftlich: Von allen eingereichten Arbeiten war es die zweitgünstigste. Die Neubauten werden gemäss Schätzung der Baudirektion 59,3 Millionen Franken kosten. Noch vor zwei Jahren ging der Regierungsrat davon aus, man könne die Mittelschule für 50 Millionen vergrössern.

Bezugsbereit in sechs Jahren

Hocherfreut zeigte sich am Montagabend auch Brigitta Johner, die an der Ausstellungseröffnung in den Räumen der Baudirektion dabei war. «Es ist wunderbar, dass es nun vorwärts geht», sagte die Urdorferin, die seit zehn Jahren in der Schulkommission der Kantonsschule ist. Sie habe früher immer gesagt, sie bleibe so lange in der Politik, bis die Kanti eine Aula habe, erzählte sie. Das hat Johner, die vor zwei Jahren aus dem Kantonsrat zurücktrat, zwar nicht mehr geschafft. Trotzdem sei sie froh, dass sie wohl bis 2019, wenn sie wegen Amtszeitbeschränkung aus der Kommission zurücktreten müsse, noch den Spatenstich erlebe, sagte sie. Möglich wäre dies: Bis 2019 soll ein bewilligungsfähiges Bauprojekt vorliegen. Stimmen Regierung und Kantonsrat zu und gibt es keine Rekurse, dürfte der Neubau Anfang 2023 bezugsbereit sein.

Autorin

Bettina Hamilton-Irvine

Bettina Hamilton-Irvine

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