Urdorf
Jetzt geht die Schule Urdorf ihre Schwachpunkte an

Positives Feedback der Bildungsdirektion, aber es gibt auch Hinweise auf Schwächen. «Urdorf darf zufrieden sein.» Dies ist ein Fazit, das Trudi Müller Blau als Präsidentin der Schulleitungskonferenz der Schule Urdorf zieht.

Flavio Fuoli
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Stefan Zehnder: «Es ist schade, dass immer weniger Seifenkisten gebaut werden.» dhu

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Limmattaler Zeitung

In den untersuchten Bereichen «Lebenswelt Schule», «Lehren und Lernen», «Führung und Management» und «Fokusthemen» der vier Urdorfer Schulen freue man sich über mehrheitlich gute bis sehr gute Resultate im Rahmen der Schulevaluation durch die kantonale Bildungsdirektion. Selbstverständlich, so Trudi Müller Blau, gebe es auch Schwachstellen.

Zielorientierte Schulleitungen

Vorab die positiven Erkenntnisse: So sei es der Schule gelungen, wirksame und zielorientierte Schulleitungen zu etablieren. Die Schulprogramme würden sorgfältig zusammengestellt und dienten der konsequenten pädagogischen Weiterentwicklung der Schule. Die Informationskanäle seien vielfältig und würden sinnvoll genutzt. Die Zusammenarbeit in den Lehrerteams funktioniere mehrheitlich gut und habe eine positive Wirkung auf den Unterricht, die Unterrichtsentwicklung und die Beurteilungspraxis. Und: In den Schulhäusern fühlten sich die meisten Kinder wohl und sicher.

Unter anderem heisst es weiter, die Evaluationsteams hätten gut vorbereitete und zielorientierte Lektionen beobachten können. Der Spielraum für individuelles Lernen sei in den vier Schulen Kindergarten, Weihermatt, Zentrum und Moosmatt allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt.

Auf Schwächen hingewiesen

Die Evaluationsteams der Bildungsdirektion, die ihrer Aufgabe zwischen Juni und November 2010 nachgingen, wiesen auch auf Schwächen hin. Daraus leiten die vier Schulen Massnahmen ab.

Der Kindergarten wird seine Stärke, gemeinsame Themen mit Kreativität und Engagement anzugehen, in Zukunft mit seinem Schulprogramm verbinden und dieses vermehrt auf das Programm der Schule Urdorf Abstimmen.

Die Primarschule Weihermatt setzt auf so genannte Kompetenzraster, was für begabte Kinder Vorteile bringt. Sie führt daneben drei kooperative Lernformen verbindlich ein.

Die Primarschule Zentrum wird sich mit Massnahmen bei Regelverstössen auseinandersetzen. Im sonderpädagogischen Bereich werden Kriterien für einen IF-Status diskutiert und einheitlich, für alle transparent definiert. Die personelle Führung soll verstärkt werden.

Die Sekundarschule Moosmatt wird das Augenmerk auf differenzierte Lernangebote für die Schüler und auf die Erhöhung der aktiven Lernzeit legen. Dem Wunsch der Eltern, sich vermehrt einbringen zu können, wird im Elternforum nachgegangen.

Behörden ausgeklammert

Schulpräsident Stefan Zehnder zeigt sich gegenüber der az Limmattaler Zeitung «nicht überrascht» von den Ergebnissen. «Die Stärken und Schwächen hatten wir schon vorher gesehen.» Was er allerdings kritisiert, ist die Tatsache, dass die Evaluation lediglich eine Momentaufnahme ist und nicht ein Bild über vier Jahre abgibt. Unbefriedigend sei zudem, dass die Schulbehörden von der Evaluation ausgeklammert gewesen seien. Insgesamt sei er aber froh um die Aussensicht. «Damit kann man positiv arbeiten.»

Jede Schule musste auf die Evaluation hin einen Massnahmeplan ausarbeiten und ihn der Bildungsdirektion vorlegen. Diese seien inzwischen genehmigt worden, so Müller Blau.

Die Zusammenfassung der Schulevaluation kann auf der Homepage der Schule, der detaillierte Bericht auf der Schulverwaltung eingesehen werden.