In der Schweiz herrscht Ärztemangel, zu wenig medizinisches Fachpersonal werde ausgebildet, sagte Jürg Schlup, Präsident des Ärzteverbandes FMH, gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Laut der letztjährigen FMH-Ärztestatistik, kann eine ausreichende medizinische Versorgung der Schweizer Bevölkerung nach wie vor nur mithilfe von ausländischem Fachpersonal aufrechterhalten werden. Derzeit stamme jede dritte medizinische Fachperson aus dem Ausland, in den letzten Jahren vor allem aus Deutschland. Doch Verbesserungen auf dem dortigen Arbeitsmarkt sowie die mancherorts auftretenden Aversionen gegen Deutsche hierzulande habe zu einer Abnahme an Bewerbungen aus Deutschland geführt.

Auch das Spital Limmattal beschäftigt Fachpersonal aus dem Nachbarstaat. «Unter den Ärztinnen und Ärzten sind viele, die aus Deutschland stammen, wobei sich vereinzelt auch Bewerbungen aus anderen Ländern verzeichnen lassen», sagt Martina Wagner, Leiterin Marketing und Kommunikation am Spital Limmattal. Insgesamt haben ungefähr 32 Prozent der Ärztinnen und Ärzte einen ausländischen Pass. Diese Quote sei seit vier Jahren konstant. «Der Ärztemangel beschäftigt uns auch», sagt sie.

Um der Problematik zu begegnen, und möglichst unabhängig zu sein von Trends auf dem Arbeitsmarkt, wird im «Limmi» auf eine langfristige Rekrutierung des medizinischen Fachpersonals gesetzt. «Als Arbeitgeber wollen wir möglichst attraktiv sein und unserer Ärzteschaft ein spannendes Arbeitsumfeld bieten», so Wagner. «Beispielsweise unterstützen wir unsere Arbeitnehmer bei Weiterbildungen», sagt sie. Solche Massnahmen sollen Kompetenz und Engagement des medizinischen Fachpersonals steigern, um eine qualitative Betreuung von Patientinnen und Patienten sicherzustellen.

Keine Sprachbarrieren

Die Verständigung zwischen Patient und Arzt sei von enormer Wichtigkeit, weswegen am Spital Limmattal ausschliesslich Ärztinnen und Ärzte tätig seien, die einwandfrei Deutsch sprechen und in aller Regel auch den Schweizer Dialekt verstünden. «Oft ist es aber auch hilfreich, wenn Mitarbeitende fremdsprachige Patientinnen und Patienten in ihrer Muttersprache verstehen, vor allem wenn sie Mühe mit der deutschen Sprache haben», sagt Wagner. Dafür gäbe es am Spital Limmattal eigens ein Dolmetschersystem, um Kommunikationsprobleme zwischen Patient und Arzt gar nicht erst aufkommen zu lassen.