Das Prinzip ist einfach: Oben am Dietiker Hang, zum Beispiel im Weinberg- oder Blüemliquartier, soll kaum mehr gebaut werden. Zwischen Hang und Stadtzentrum ist eine moderate Verdichtung vorgesehen.

Und je mehr man sich der Achse Zürcher- und Badenerstrasse nähert, desto dichter darf gebaut werden. Das ist einerseits ein konkreter Auftrag des Kantons, der vorgibt, dass 80 Prozent der Verdichtung in urbanen Räumen stattfinden soll.

Andererseits ergibt die Vorgabe vor allem auch aus verkehrstechnischer Sicht Sinn: Dort, wo in der Stadt am meisten Leute wohnen, soll auch die Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln am besten sein, damit nicht mehr Autoverkehr generiert wird. Weil entlang der Hauptachse dereinst die Limmattalbahn verkehren wird, ist dies gegeben.

«Das geschieht nicht einfach so»

Dieser Ansatz gehört zur Stadtentwicklungsstrategie 2025, welche Dietikon gestern vorstellte. Die Strategie soll dafür sorgen, dass sich die rasante Entwicklung der Stadt in einem kontrollierten Rahmen bewegt.

«Dass Qualität geschaffen wird, geschieht nicht einfach so von allein», sagte Stadtpräsident Otto Müller (FDP). Man müsse den Prozess steuern.

Im Rahmen der Entwicklungsstrategie haben die Verantwortlichen die vier Hauptbereiche Siedlung, Freiraum und Natur, Verkehr und Mobilität sowie öffentliche Bauten definiert, in denen sie sich je vier Ziele setzen (siehe Boxen links).

Zu jedem der vier Bereiche gibt es zudem eine Liste von Handlungsfeldern, die definieren, wie die Stadt ihre Ziele erreichen will.

Eigentümer wollen investieren

Die Ziele selber sind jedoch nicht neu, und auch mit den diversen Handlungsfeldern und Richtlinien arbeitet die Stadt grösstenteils bereits. So hat sie ihre Strategie für die Siedlungsverdichtung und -erneuerung entlang des Trassees der Limmattalbahn bereits 2014 verabschiedet.

Obwohl die Abstimmung, bei der das Zürcher Stimmvolk Ja gesagt hat zur Limmattalbahn, erst vier Monate her ist, spüre man bereits heute «ein grosses Interesse von Leuten, die entlang des Trassees investieren oder sanieren wollen», sagte Müller.

Stadtplaner Jürg Bösch betonte, dass die Stadt entlang der Achse Zürcher- und Badenerstrasse – die sie nun «Stadtboulevard» nennt – mit Gestaltungsplänen Einfluss nehmen wolle.

Die Zonenordnung sei hier nicht das geeignete Instrument, da man damit zwar einen Stadtbereich aufzonen könne, aber keine Gegenleistung dafür bekomme. Mit Gestaltungsplänen hingegen könne man den Grundeigentümern eine höhere Nutzungsdichte anbieten, während man im Gegenzug auch eine höhere Qualität der Bauten verlange.

So könne man ganz gezielt eingreifen in die Entwicklung der Stadt. «Wir wollen der Bevölkerung auch die Angst nehmen, dass alles gross und dicht wird», sagte Bösch.

Bevölkerung in der Natur lenken

Zentral für die Entwicklung der Stadt Dietikon wird auch die Frage sein, wie sie mit ihren Naturräumen umgeht. In ihrer Entwicklungsstrategie weist sie darauf hin, dass Nutzungskonflikte frühzeitig geklärt werden müssen, wobei den Ansprüchen von Natur, Landschaft und Freizeitnutzung Rechnung getragen werden muss.

Wo nötig, seien Nutzungen zu entflechten und zu konzentrieren. Projektleiter Severin Lüthy erklärte, was die Stadt damit meint: «Es gibt gewisse Gebiete, wo die Natur Vorrang hat und andere, wo die Bevölkerung Priorität hat.»

Wichtig sei, dass man die Natur für die Menschen erlebbar mache. Dazu müsse man die Bevölkerung aber bewusst dorthin lenken, wo ihre Anwesenheit verträglich sei, um Druck von den besonders sensiblen Gebieten wegzunehmen.

So hat die Stadt beispielsweise im Wald, der 25 Prozent der Fläche in Dietikon einnimmt, bewusst das Wegnetz verkleinert, um die Besucher besser zu lenken.